AV-Block – Ursachen, Symptome und Behandlung
Der AV-Block ist eine Herzrhythmusstörung, bei der die elektrische Reizleitung zwischen Vorhöfen und Herzkammern verlangsamt oder unterbrochen ist.
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Der AV-Block ist eine Herzrhythmusstörung, bei der die elektrische Reizleitung zwischen Vorhöfen und Herzkammern verlangsamt oder unterbrochen ist.
Was ist ein AV-Block?
Der AV-Block (atrioventrikulärer Block) ist eine Form der Herzrhythmusstörung, bei der die elektrische Erregungsleitung zwischen den Vorhöfen (Atrien) und den Herzkammern (Ventrikeln) gestört ist. Der Übergang der elektrischen Impulse erfolgt über den sogenannten AV-Knoten (Atrioventrikularknoten), der als Schaltzentrale zwischen Vorhöfen und Kammern dient. Bei einem AV-Block wird dieser Reiz verlangsamt, teilweise oder vollständig blockiert.
Ursachen
Ein AV-Block kann verschiedene Ursachen haben:
- Degenerative Veränderungen des Reizleitungssystems, häufig im Alter
- Herzinfarkt (Myokardinfarkt), besonders bei Beteiligung der rechten Koronararterie
- Entzündliche Herzerkrankungen wie Myokarditis oder Endokarditis
- Medikamente wie Betablocker, Digitalis oder Kalziumkanalblocker
- Angeborene Herzfehler
- Elektrolytstörungen, z. B. erhöhter Kaliumspiegel (Hyperkaliämie)
- Autoimmunerkrankungen wie Lupus erythematodes oder Borreliose
Schweregrade und Klassifikation
Der AV-Block wird in drei Schweregrade eingeteilt:
AV-Block Grad I
Die Überleitung vom Vorhof zur Kammer ist verlangsamt, aber nicht unterbrochen. Jeder Vorhofimpuls erreicht die Kammer, jedoch mit einer verlängerten Überleitungszeit. Im EKG zeigt sich ein verlängertes PQ-Intervall von mehr als 200 Millisekunden. Dieser Grad ist häufig asymptomatisch und gilt oft als harmlos.
AV-Block Grad II
Nicht alle Vorhofimpulse werden auf die Kammern übergeleitet. Man unterscheidet zwei Typen:
- Typ Wenckebach (Mobitz I): Das PQ-Intervall verlängert sich von Schlag zu Schlag, bis schließlich ein Impuls komplett ausfällt. Danach beginnt der Zyklus erneut.
- Typ Mobitz II: Die Überleitungsblockierung tritt plötzlich und ohne Vorwarnung auf. Dieses Muster gilt als gefährlicher, da es in einen vollständigen Block übergehen kann.
AV-Block Grad III (Totaler AV-Block)
Es besteht eine vollständige Unterbrechung der Erregungsleitung zwischen Vorhöfen und Kammern. Vorhöfe und Kammern schlagen unabhängig voneinander. Die Kammern werden durch einen langsamen Ersatzrhythmus (Kammerersatzrhythmus) aufrechterhalten, was jedoch häufig zu einer deutlich reduzierten Herzleistung führt.
Symptome
Die Symptome eines AV-Blocks hängen vom Schweregrad ab:
- Grad I: Meist keine Beschwerden
- Grad II und III: Schwindel, Ohnmacht (Synkope), Schwäche, Kurzatmigkeit, Herzstolpern oder Bewusstlosigkeit
- Schwere Fälle: Adams-Stokes-Anfall (kurzzeitiger Bewusstseinsverlust durch Herzstillstand oder sehr langsamen Herzschlag)
Diagnose
Die wichtigste diagnostische Methode ist das Elektrokardiogramm (EKG), das die elektrische Aktivität des Herzens aufzeichnet und die Charakteristika des AV-Blocks sichtbar macht. Weitere Untersuchungen umfassen:
- Langzeit-EKG (Holter-EKG): Aufzeichnung über 24 bis 48 Stunden zur Erfassung intermittierender Blockierungen
- Echokardiographie: Ultraschalluntersuchung des Herzens zur Beurteilung der Herzstruktur
- Elektrophysiologische Untersuchung (EPU): Invasive Messung der Reizleitungseigenschaften
- Labortests: Elektrolyte, Schilddrüsenwerte, Medikamentenspiegel
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad und der zugrunde liegenden Ursache:
- AV-Block Grad I: Meist keine Behandlung notwendig, regelmäßige Kontrollen empfohlen
- AV-Block Grad II (Typ Mobitz II) und Grad III: In der Regel Implantation eines Herzschrittmachers, der die fehlende elektrische Impulsleitung ersetzt
- Ursachenbehandlung: Absetzen auslösender Medikamente, Behandlung von Infektionen oder Elektrolytstörungen
- Notfalltherapie: Bei akutem totalem AV-Block können Medikamente wie Atropin oder eine temporäre Schrittmachertherapie eingesetzt werden
Prognose
Die Prognose eines AV-Blocks hängt wesentlich von Grad und Ursache ab. Ein AV-Block Grad I ist in den meisten Fällen gutartig und bedarf keiner Behandlung. Ein totaler AV-Block erfordert dagegen meist eine dauerhafte Schrittmachertherapie, die die Lebensqualität der Betroffenen erheblich verbessern kann.
Quellen
- Herold, G. et al. - Innere Medizin. Eigenverlag, Köln (2023).
- Zipes, D.P. et al. - Braunwald's Heart Disease: A Textbook of Cardiovascular Medicine. 12. Auflage, Elsevier (2022).
- Deutsche Herzstiftung e.V. - Herzrhythmusstörungen: AV-Block. Verfügbar unter: https://www.herzstiftung.de (abgerufen 2024).
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