AV-Block 2. Grades – Ursachen, Symptome & Therapie
Der AV-Block 2. Grades ist eine Herzrhythmusstörung, bei der die Überleitung elektrischer Impulse vom Vorhof zur Herzkammer verzögert oder teilweise unterbrochen ist.
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Der AV-Block 2. Grades ist eine Herzrhythmusstörung, bei der die Überleitung elektrischer Impulse vom Vorhof zur Herzkammer verzögert oder teilweise unterbrochen ist.
Was ist ein AV-Block 2. Grades?
Der AV-Block 2. Grades (atrioventrikulärer Block zweiten Grades) ist eine Herzrhythmusstörung, bei der die elektrische Erregungsleitung zwischen den Vorhöfen (Atrien) und den Herzkammern (Ventrikeln) gestört ist. Im Gegensatz zum AV-Block 1. Grades wird beim AV-Block 2. Grades nicht jeder elektrische Impuls vom Vorhof zur Kammer weitergeleitet – einzelne Impulse werden vollständig blockiert. Man unterscheidet zwei Haupttypen: Typ I (Wenckebach) und Typ II (Mobitz).
Ursachen
Ein AV-Block 2. Grades kann durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden:
- Koronare Herzkrankheit (KHK) und Herzinfarkt, insbesondere ein Hinterwandinfarkt
- Myokarditis (Herzmuskelentzündung)
- Kardiomyopathien (Herzmuskelerkrankungen)
- Degenerative Veränderungen des Erregungsleitungssystems (z. B. Lenegre-Krankheit)
- Medikamentennebenwirkungen (z. B. Digitalis, Betablocker, Calciumantagonisten)
- Elektrolytstörungen (z. B. Hyperkaliämie)
- Erhöhter Vagotonus (bei Leistungssportlern, Typ I kann physiologisch sein)
Typen des AV-Blocks 2. Grades
Typ I – Wenckebach-Block (Mobitz I)
Beim Wenckebach-Block verlängert sich das PQ-Intervall im EKG von Herzschlag zu Herzschlag zunehmend, bis schließlich ein Impuls vollständig blockiert wird und eine Kammererregung ausfällt. Danach beginnt der Zyklus von vorne. Dieser Typ ist häufig gutartig und kann bei Sportlern vorkommen.
Typ II – Mobitz-II-Block
Beim Mobitz-II-Block fällt plötzlich und ohne vorherige Verlängerung des PQ-Intervalls eine Kammerüberleitung aus. Dieser Typ ist klinisch bedeutsamer, da er unvorhersehbar auftreten kann und ein höheres Risiko für einen vollständigen AV-Block (3. Grades) birgt. Er erfordert in der Regel eine engmaschige Überwachung oder Therapie.
Symptome
Die Beschwerden hängen stark von der Häufigkeit der blockierten Impulse und der zugrunde liegenden Herzerkrankung ab:
- Schwindel und Benommenheit
- Herzstolpern oder Pausen im Herzschlag (Palpitationen)
- Kurzatmigkeit (Dyspnoe) bei Belastung
- Müdigkeit und verminderte Leistungsfähigkeit
- Synkopen (kurze Ohnmachtsanfälle), besonders beim Mobitz-II-Typ
- In schweren Fällen: Adam-Stokes-Anfälle (plötzliche Bewusstlosigkeit durch Herzstillstand)
Diagnose
Die Diagnose erfolgt in erster Linie durch das Elektrokardiogramm (EKG). Typische EKG-Befunde:
- Typ I (Wenckebach): Progressiv verlängertes PQ-Intervall bis zum Ausfall einer P-Welle bzw. QRS-Komplex
- Typ II (Mobitz): Konstantes PQ-Intervall mit plötzlich ausfallenden QRS-Komplexen
Ergänzend können folgende Untersuchungen eingesetzt werden:
- Langzeit-EKG (Holter-Monitor): Aufzeichnung über 24–48 Stunden zur Erfassung intermittierender Blockierungen
- Echokardiographie: Beurteilung der Herzstruktur und -funktion
- Elektrophysiologische Untersuchung (EPU): Genaue Lokalisation des Blocks im Leitungssystem
- Laboruntersuchungen: Elektrolyte, Schilddrüsenwerte, Medikamentenspiegel
Behandlung
Die Therapie richtet sich nach dem Typ des Blocks, den Symptomen und der zugrunde liegenden Ursache:
Abwartendes Vorgehen
Ein asymptomatischer Wenckebach-Block (Typ I) bei jungen, gesunden Menschen oder Ausdauersportlern bedarf häufig keiner Behandlung, sondern nur regelmäßiger Kontrolle.
Ursachenbehandlung
Wenn der Block durch Medikamente (z. B. Betablocker, Digitalis) verursacht wird, kann das Absetzen oder Reduzieren der Dosis den Block beheben. Elektrolytstörungen werden entsprechend korrigiert.
Schrittmachertherapie
Beim symptomatischen Mobitz-II-Block oder bei hohem Risiko eines vollständigen AV-Blocks ist die Implantation eines Herzschrittmachers die Standardtherapie. Der Schrittmacher übernimmt die Erregungsweiterleitung und stellt einen regelmäßigen Herzrhythmus sicher.
Akuttherapie
Bei akuten, hämodynamisch wirksamen Blockierungen kann Atropin (ein Parasympatholytikum) intravenös gegeben werden, um die Herzfrequenz vorübergehend zu steigern. In Notfallsituationen wird ein temporärer Schrittmacher eingesetzt.
Prognose
Die Prognose hängt stark vom Typ des AV-Blocks und der Grunderkrankung ab. Der Wenckebach-Block hat in der Regel eine gute Prognose, während der Mobitz-II-Block ohne Behandlung das Risiko einer Progression zu einem vollständigen AV-Block und damit zu lebensbedrohlichen Situationen birgt. Mit einer adäquaten Schrittmachertherapie ist die Lebensqualität der betroffenen Patienten meist deutlich verbessert.
Quellen
- Brugada J. et al. – 2019 ESC Guidelines on Supraventricular Tachycardia und Bradykardie-Management. European Heart Journal, 2019.
- Zipes D. P. et al. – Braunwald's Heart Disease: A Textbook of Cardiovascular Medicine. 11. Auflage, Elsevier, 2018.
- Deutscher Herzbericht 2022 – Deutsche Herzstiftung e.V., Frankfurt am Main, 2022.
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