Azetabulär – Hüftpfanne: Bedeutung & Erkrankungen
Azetabulär bezeichnet alles, was die Hüftpfanne (Acetabulum) betrifft. Der Begriff ist zentral in der Orthopädie und Unfallchirurgie.
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Azetabulär bezeichnet alles, was die Hüftpfanne (Acetabulum) betrifft. Der Begriff ist zentral in der Orthopädie und Unfallchirurgie.
Was bedeutet azetabulär?
Azetabulär ist ein medizinisches Adjektiv und beschreibt Strukturen, Prozesse oder Erkrankungen, die das Acetabulum – die Hüftpfanne – betreffen. Das Acetabulum ist die napfförmige Vertiefung im Beckenknochen, in der der Hüftkopf (Caput femoris) sitzt und so das Hüftgelenk bildet. Der Begriff leitet sich vom lateinischen Wort acetabulum (Essigschälchen) ab, das die Form der Gelenkpfanne beschreibt.
Anatomie der Hüftpfanne
Das Acetabulum wird von drei Knochen gebildet, die im Wachstumsalter noch getrennt sind und sich später vereinen:
- Os ilium (Darmbein) – oberer Anteil
- Os ischii (Sitzbein) – hinterer und unterer Anteil
- Os pubis (Schambein) – vorderer Anteil
Die Gelenkfläche des Acetabulums ist halbmondförmig (Facies lunata) und mit Knorpel überzogen. Der Gelenkrand wird durch den faserknorpeligen Labrum acetabulare (Hüftpfannenlippe) verstärkt, der die Gelenkstabilität erhöht und den Hüftkopf besser umschließt.
Klinische Bedeutung: Azetabuläre Erkrankungen und Verletzungen
Azetabuläre Frakturen
Frakturen des Acetabulums entstehen meist durch hochenergetische Traumata, wie Verkehrsunfälle oder Stürze aus großer Höhe. Sie werden nach der Klassifikation von Judet und Letournel in verschiedene Frakturtypen eingeteilt. Die Behandlung erfordert häufig eine operative Versorgung, um die Gelenkfläche exakt wiederherzustellen und eine posttraumatische Arthrose zu verhindern.
Azetabuläre Dysplasie
Bei der Hüftdysplasie (Dysplasia coxae) ist die Hüftpfanne zu flach oder fehlgeformt, sodass der Hüftkopf nicht ausreichend überdacht wird. Dies kann angeboren sein oder sich im Wachstum entwickeln. Unbehandelt führt die Dysplasie zu frühzeitiger Hüftarthrose. Die Therapie reicht von Spreizschienen im Säuglingsalter bis zu korrigierenden Beckenosteotomien im Jugend- und Erwachsenenalter.
Azetabuläres Impingement (FAI)
Das femoroacetabuläre Impingement (FAI) beschreibt ein mechanisches Einklemmen von Gewebe zwischen Hüftkopf und Hüftpfanne. Beim sogenannten Pincer-Typ liegt eine Überdeckung des Hüftkopfes durch die Hüftpfanne vor. Dies führt zu Schmerzen, eingeschränkter Beweglichkeit und langfristig zu Knorpelschäden sowie Arthrose.
Azetabuläre Komponente bei Hüftendoprothesen
Bei der Implantation eines künstlichen Hüftgelenks (Totalendoprothese, TEP) wird die azetabuläre Komponente (Pfannenteil) im Acetabulum verankert. Sie besteht meist aus Metall und ist mit einem Inlay aus Polyethylen, Keramik oder Metall ausgekleidet, in dem der Prothesenkopf gleitet. Die korrekte Positionierung dieser Komponente ist entscheidend für die Funktion und Langlebigkeit der Prothese.
Diagnose azetabulärer Pathologien
Zur Beurteilung des Acetabulums stehen verschiedene diagnostische Verfahren zur Verfügung:
- Röntgenaufnahme des Beckens: Standarddiagnostik zur Beurteilung von Frakturen, Dysplasie und Arthrose
- Computertomographie (CT): Detaillierte dreidimensionale Darstellung von Frakturen und Knochenstrukturen
- Magnetresonanztomographie (MRT): Beurteilung von Knorpel, Labrum acetabulare und Weichteilstrukturen
- Sonographie (Ultraschall): Besonders im Säuglingsalter zur Diagnose der Hüftdysplasie (nach Graf-Methode)
Behandlung azetabulärer Erkrankungen
Die Therapie richtet sich nach der jeweiligen Erkrankung:
- Konservativ: Physiotherapie, Schmerztherapie, Gewichtsreduktion bei frühen Arthrosen oder leichten Dysplasien
- Operativ: Osteosynthese bei Frakturen, Beckenosteotomie bei Dysplasie, Hüftarthroskopie beim FAI, Totalendoprothese bei fortgeschrittener Arthrose
Quellen
- Buckup K., Buckup J. – Klinische Tests an Knochen, Gelenken und Muskeln, 6. Auflage, Thieme Verlag, Stuttgart 2019
- Judet R., Judet J., Letournel E. – Fractures of the acetabulum: classification and surgical approaches for open reduction. J Bone Joint Surg Am. 1964;46:1615-1646
- World Health Organization (WHO) – International Classification of Diseases (ICD-11), Kapitel Erkrankungen des Bewegungsapparates. https://icd.who.int
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