Abdominalreflextest – Neurologische Untersuchung
Der Abdominalreflextest ist eine neurologische Untersuchung, bei der die Bauchdeckenreflexe geprüft werden. Er dient der Erkennung von Störungen im Nervensystem.
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Der Abdominalreflextest ist eine neurologische Untersuchung, bei der die Bauchdeckenreflexe geprüft werden. Er dient der Erkennung von Störungen im Nervensystem.
Was ist der Abdominalreflextest?
Der Abdominalreflextest ist eine einfache neurologische Untersuchungsmethode, bei der die sogenannten Bauchhautreflexe (auch Abdominalreflexe genannt) geprüft werden. Dabei wird die Haut der Bauchdecke mit einem stumpfen Gegenstand leicht gestrichen, woraufhin sich die Bauchmuskulatur auf der gleichen Seite reflexartig zusammenzieht. Dieser Reflex gibt Hinweise auf die Funktion bestimmter Nervenbahnen im Rückenmark und Gehirn.
Wie wird der Test durchgeführt?
Der Patient liegt entspannt auf dem Rücken. Der Untersucher streicht mit einem stumpfen Instrument (z. B. einem Reflexhammer oder einem Watteträger) von außen nach innen über die Bauchhaut – jeweils im oberen, mittleren und unteren Bereich der Bauchdecke. Bei einem intakten Reflex zieht sich die Bauchmuskulatur auf der gestrichenen Seite kurz zusammen und der Bauchnabel bewegt sich in Richtung des Reizes.
Getestete Reflexbögen
- Oberer Abdominalreflex: Rückenmarksegmente Th7–Th9
- Mittlerer Abdominalreflex: Rückenmarksegmente Th9–Th11
- Unterer Abdominalreflex: Rückenmarksegmente Th11–Th12
Klinische Bedeutung
Der Abdominalreflextest gehört zur Gruppe der Oberflächenreflexe und ist ein wichtiger Bestandteil der neurologischen Basisuntersuchung. Ein fehlender oder abgeschwächter Abdominalreflex kann auf eine Schädigung des zentralen Nervensystems (ZNS) hinweisen, insbesondere auf Läsionen der Pyramidenbahn (kortikospinaler Trakt). Häufig wird der Test bei Verdacht auf folgende Erkrankungen eingesetzt:
- Multiple Sklerose (MS): Das Fehlen der Abdominalreflexe ist ein typisches Frühzeichen der MS und kann bereits vor anderen klinischen Symptomen auftreten.
- Rückenmarksläsionen: Verletzungen oder Erkrankungen des Rückenmarks können die Reflexe auf bestimmten Höhen aufheben.
- Schlaganfall und andere ZNS-Erkrankungen: Läsionen im Gehirn oder Rückenmark können zu einem beidseitigen Verlust der Abdominalreflexe führen.
Mögliche Befunde und ihre Interpretation
Normalbefund
Bei einem gesunden Menschen sind die Abdominalreflexe beidseits vorhanden und symmetrisch auslösbar. Eine leichte Abschwächung kann bei adipösen Personen oder nach Bauchoperationen auftreten, ohne dass eine neurologische Erkrankung vorliegt.
Pathologischer Befund
Das einseitige oder beidseitige Fehlen der Abdominalreflexe (Areflexie) ist pathologisch und weist auf eine Störung der zentralen Nervenbahnen hin. Auch eine deutliche Seitendifferenz ist klinisch relevant. Mögliche Ursachen sind:
- Multiple Sklerose
- Rückenmarkstumoren oder -entzündungen (Myelitis)
- Amyotrophe Lateralsklerose (ALS)
- Schlaganfall (Apoplex)
- Zervikale oder thorakale Myelopathie
Einschränkungen des Tests
Der Abdominalreflextest kann durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden, die nicht auf eine neurologische Erkrankung hinweisen, darunter Adipositas, Schwangerschaft, vorangegangene Bauchoperationen mit Narbenbildung sowie starke Bauchmuskelspannung durch Anspannung des Patienten.
Diagnose und weitere Untersuchungen
Der Abdominalreflextest wird stets im Kontext einer vollständigen neurologischen Untersuchung bewertet. Bei auffälligen Befunden können weitere diagnostische Maßnahmen folgen, wie:
- MRT des Gehirns und Rückenmarks zur Darstellung von Läsionen
- Liquorpunktion bei Verdacht auf Multiple Sklerose oder Entzündungen
- Evozierte Potenziale zur Beurteilung der Nervenleitgeschwindigkeit
- Elektrophysiologische Untersuchungen (EMG, NLG)
Quellen
- Mumenthaler, M. & Mattle, H. (2021). Neurologie, 14. Auflage. Georg Thieme Verlag.
- Brandt, T., Dichgans, J. & Diener, H.C. (Hrsg.) (2012). Therapie und Verlauf neurologischer Erkrankungen, 6. Auflage. Kohlhammer Verlag.
- McDonald, W.I. et al. (2001). Recommended diagnostic criteria for multiple sclerosis. Annals of Neurology, 50(1), 121–127.
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