Adenohypophyse – Funktion, Hormone & Erkrankungen
Die Adenohypophyse ist der Vorderlappen der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) und produziert lebenswichtige Hormonen, die zahlreiche Körperfunktionen steuern.
Interesse an regelmäßigen Tipps & Infos rund um Gesundheit? Regelmäßigen Tipps & Infos rund um Gesundheit Spare 15% auf FloralWissenswertes über "Adenohypophyse"
Die Adenohypophyse ist der Vorderlappen der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) und produziert lebenswichtige Hormonen, die zahlreiche Körperfunktionen steuern.
Was ist die Adenohypophyse?
Die Adenohypophyse (auch: Hypophysenvorderlappen) ist der drüsige Anteil der Hypophyse, einer kleinen, etwa erbsengroßen Drüse an der Unterseite des Gehirns. Sie ist von zentraler Bedeutung für das endokrine System (Hormonsystem) des menschlichen Körpers. Die Hypophyse sitzt in einer knöchernen Vertiefung der Schädelbasis, der sogenannten Sella turcica, und besteht aus zwei Hauptabschnitten: der Adenohypophyse (Vorderlappen) und der Neurohypophyse (Hinterlappen).
Die Adenohypophyse macht etwa 80 % der gesamten Hypophyse aus und ist eine echte endokrine Drüse, das heißt, sie produziert und sezerniert Hormone direkt ins Blut. Ihre Tätigkeit wird durch übergeordnete Releasing- und Inhibiting-Hormone des Hypothalamus gesteuert, die über ein spezielles Gefäßsystem (Pfortaderkreislauf) zur Adenohypophyse transportiert werden.
Aufbau der Adenohypophyse
Die Adenohypophyse gliedert sich in drei Bereiche:
- Pars distalis: Der größte Teil, in dem die meisten Hormone gebildet werden.
- Pars tuberalis: Ein schmaler Abschnitt, der den Hypophysenstiel umgibt.
- Pars intermedia: Eine schmale Zwischenzone zwischen Vorder- und Hinterlappen, die beim Menschen nur rudimentär ausgebildet ist.
In der Pars distalis befinden sich verschiedene Zelltypen, die jeweils spezifische Hormone produzieren, darunter somatotrope, thyreotrope, gonadotrope, kortikotrope und laktotrope Zellen.
Hormone der Adenohypophyse
Die Adenohypophyse produziert sechs wichtige Hormone:
- STH / GH (Somatotropin, Wachstumshormon): Fördert Wachstum, Zellvermehrung und Stoffwechsel.
- TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon): Regt die Schilddrüse zur Produktion von Schilddrüsenhormonen an.
- ACTH (Adrenokortikotropes Hormon): Stimuliert die Nebennierenrinde zur Ausschüttung von Kortisol und anderen Kortikosteroiden.
- FSH (Follikelstimulierendes Hormon): Steuert die Reifung der Keimzellen in Eierstöcken und Hoden.
- LH (Luteinisierendes Hormon): Löst den Eisprung aus und fördert die Produktion von Sexualhormonen.
- Prolaktin (PRL): Fördert die Milchproduktion in der Brustdrüse nach der Geburt.
Regelkreise und Steuerung
Die Hormonproduktion der Adenohypophyse unterliegt einem präzisen Regelkreis: Der Hypothalamus sendet Steuerhormone (Releasing-Hormone wie CRH, TRH, GnRH oder GHRH) zur Adenohypophyse. Diese schüttet daraufhin ihre Hormone aus, die wiederum Zielorgane wie Schilddrüse, Nebennierenrinde oder Gonaden aktivieren. Die dabei entstehenden Hormonspiegel wirken hemmend auf Hypothalamus und Adenohypophyse zurück – dieses Prinzip nennt sich negative Rückkopplung.
Erkrankungen der Adenohypophyse
Störungen der Adenohypophyse können zu einem Über- oder Unterfunktionszustand führen und zahlreiche Organsysteme betreffen:
- Hypophysenadenom: Ein gutartiger Tumor der Adenohypophyse, der zu einer übermäßigen Hormonproduktion (z. B. Prolaktinom, Akromegalie) oder durch Verdrängung zu einem Hormonmangel führen kann.
- Hypopituitarismus: Ausfall der Hormonproduktion in der Adenohypophyse, z. B. nach Bestrahlung, Trauma oder Tumor.
- Akromegalie: Überproduktion von Wachstumshormon im Erwachsenenalter, führt zu Vergröberung der Gesichtszüge und Vergrößerung von Händen und Füßen.
- Morbus Cushing (hypophysäre Form): Übermäßige ACTH-Produktion durch ein Adenom, führt zu erhöhten Kortisolspiegeln.
- Prolaktinom: Häufigster Hypophysentumor, führt zu erhöhten Prolaktinspiegeln mit Zyklusstörungen oder Milchfluss.
Diagnose von Adenohypophyse-Erkrankungen
Die Diagnostik umfasst in der Regel:
- Blutuntersuchungen zur Messung der Hormonspiegel (basale und stimulierte Tests)
- MRT (Magnetresonanztomographie) des Schädels zur Darstellung der Hypophyse
- Gesichtsfeldmessungen (Perimetrie) bei Verdacht auf Druckwirkung eines Tumors auf den Sehnerv
Behandlung
Die Therapie richtet sich nach der Grunderkrankung:
- Hormonersatztherapie bei Unterfunktion (z. B. Kortisol, Schilddrüsenhormone, Wachstumshormon)
- Medikamentöse Behandlung, z. B. Dopaminagonisten beim Prolaktinom
- Operative Entfernung von Hypophysenadenomen (meist transsphenoidal, d. h. durch die Nasennebenhöhlen)
- Strahlentherapie als ergänzende Maßnahme
Quellen
- Herold, G. et al. – Innere Medizin (2023). Köln: Selbstverlag.
- Melmed S. et al. – Williams Textbook of Endocrinology, 14th Edition (2020). Elsevier.
- Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) – Leitlinien zur Diagnostik und Therapie von Hypophysenerkrankungen. Verfügbar unter: www.endokrinologie.net
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