Adenovirose – Symptome, Ursachen und Behandlung
Adenovirose ist eine durch Adenoviren verursachte Infektionskrankheit, die Atemwege, Augen und den Magen-Darm-Trakt befallen kann. Sie tritt häufig bei Kindern auf.
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Adenovirose ist eine durch Adenoviren verursachte Infektionskrankheit, die Atemwege, Augen und den Magen-Darm-Trakt befallen kann. Sie tritt häufig bei Kindern auf.
Was ist eine Adenovirose?
Die Adenovirose ist eine Infektionskrankheit, die durch Adenoviren hervorgerufen wird. Adenoviren sind eine Gruppe von DNA-Viren, von denen mehr als 50 verschiedene Typen bekannt sind, die beim Menschen Krankheiten verursachen können. Die Erkrankung betrifft vor allem die Atemwege, die Augen, den Magen-Darm-Trakt sowie seltener die Harnwege. Adenovirose tritt weltweit auf und befällt Menschen jeden Alters, besonders häufig jedoch Säuglinge und Kleinkinder.
Ursachen und Übertragung
Adenovirose wird durch Adenoviren verursacht, die sich auf verschiedenen Wegen von Mensch zu Mensch übertragen können:
- Tröpfcheninfektion: Beim Husten, Niesen oder Sprechen werden virushaltige Tröpfchen in die Luft abgegeben.
- Schmierinfektion (fäkal-oral): Übertragung über kontaminierte Hände oder Gegenstände, besonders bei Magen-Darm-Infektionen.
- Direkter Kontakt: Berühren von infizierten Sekreten, beispielsweise bei Augenentzündungen.
- Kontaminiertes Wasser: In seltenen Fällen kann eine Übertragung über nicht ausreichend gechlortes Schwimmbadwasser erfolgen.
Adenoviren sind sehr widerstandsfähig und können auf Oberflächen mehrere Stunden bis Tage überleben. Die Inkubationszeit beträgt in der Regel 2 bis 14 Tage.
Symptome
Die Symptome einer Adenovirose hängen davon ab, welches Organ betroffen ist:
Atemwege
- Erkältungsähnliche Beschwerden wie Schnupfen, Halsschmerzen und Husten
- Fieber, oft über 38,5 °C
- Bronchitis oder in schweren Fällen Lungenentzündung (Pneumonie)
Augen
- Konjunktivitis (Bindehautentzündung): gerötete, tränende und verklebte Augen
- Keratokonjunktivitis: Entzündung von Binde- und Hornhaut, kann vorübergehend die Sehschärfe beeinträchtigen
Magen-Darm-Trakt
- Durchfall, Übelkeit, Erbrechen
- Bauchschmerzen und Appetitlosigkeit
Weitere mögliche Manifestationen
- Harnwegsinfektion mit Blut im Urin (hämorrhagische Zystitis), besonders bei Kindern
- Meningitis oder Enzephalitis (sehr selten, vor allem bei immungeschwächten Personen)
Diagnose
Die Diagnose einer Adenovirose wird in der Regel klinisch gestellt, das heißt anhand der Symptome und der körperlichen Untersuchung. Bei Bedarf können folgende diagnostische Methoden eingesetzt werden:
- Schnelltests: Antigen-Schnelltests aus Nasen- oder Rachenabstrichen sowie aus Stuhlproben sind im Handel erhältlich.
- PCR-Test: Der molekularbiologische Nachweis des Adenovirus-Erbguts gilt als genaueste Methode und kann aus verschiedenen Körperflüssigkeiten durchgeführt werden.
- Viruskultur: Anzüchtung des Virus im Labor, wird jedoch aufgrund des Zeitaufwands selten routinemäßig eingesetzt.
- Serologie: Nachweis von Antikörpern gegen Adenoviren im Blut, vor allem für epidemiologische Zwecke.
Behandlung
Eine spezifische antivirale Therapie gegen Adenoviren steht für die Allgemeinbevölkerung in der Regel nicht zur Verfügung. Die Behandlung erfolgt daher symptomatisch:
- Ausreichende Flüssigkeitszufuhr, besonders bei Durchfall und Fieber
- Fiebersenkende Medikamente wie Paracetamol oder Ibuprofen
- Schmerzmittel bei Hals- oder Kopfschmerzen
- Augentropfen zur Linderung der Bindehautentzündung
Bei immungeschwächten Patienten (z. B. nach Organtransplantation oder bei HIV-Infektion) kann eine schwere Adenovirose auftreten. In diesen Fällen wird gelegentlich das antivirale Medikament Cidofovir eingesetzt, obwohl es für diese Indikation nicht offiziell zugelassen ist.
Verlauf und Prognose
Bei ansonsten gesunden Menschen heilt eine Adenovirose in der Regel innerhalb von ein bis zwei Wochen komplikationslos ab. Das Immunsystem bildet nach einer Infektion eine spezifische Immunantwort gegen den jeweiligen Adenovirus-Typ. Da es jedoch mehr als 50 Typen gibt, sind Reinfektionen mit anderen Typen möglich. Bei Personen mit geschwächtem Immunsystem kann die Infektion schwerwiegend verlaufen und lebensbedrohlich werden.
Vorbeugung
Die wichtigsten Maßnahmen zur Vorbeugung einer Adenovirose sind:
- Regelmäßiges und gründliches Händewaschen
- Vermeidung des Kontakts mit erkrankten Personen
- Nicht mit anderen Personen Handtücher oder Trinkgefäße teilen
- Desinfektion von Oberflächen und Gegenständen in Gemeinschaftseinrichtungen
In einigen Ländern, vor allem beim Militär, sind Lebendimpfstoffe gegen bestimmte Adenovirus-Typen (Typ 4 und Typ 7) verfügbar. Für die Allgemeinbevölkerung ist derzeit kein allgemein zugelassener Impfstoff erhältlich.
Quellen
- Robert Koch-Institut (RKI): Adenovirus-Infektionen. RKI-Ratgeber, Berlin (2023). Verfügbar unter: https://www.rki.de
- Wold, W.S.M. & Toth, K.: Adenovirus vectors for gene therapy, vaccination and cancer gene therapy. Current Gene Therapy, 13(6), 421-433 (2013). PubMed PMID: 24188240.
- Centers for Disease Control and Prevention (CDC): Adenoviruses. Atlanta, USA (2023). Verfügbar unter: https://www.cdc.gov/adenovirus
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