Abstoßungsreaktion – Ursachen, Symptome & Therapie
Die Abstoßungsreaktion ist eine Immunantwort des Körpers gegen transplantiertes Gewebe oder Organe. Sie kann nach Organtransplantationen auftreten und erfordert eine gezielte medizinische Behandlung.
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Die Abstoßungsreaktion ist eine Immunantwort des Körpers gegen transplantiertes Gewebe oder Organe. Sie kann nach Organtransplantationen auftreten und erfordert eine gezielte medizinische Behandlung.
Was ist eine Abstoßungsreaktion?
Eine Abstoßungsreaktion (medizinisch: Transplantatabstoßung) bezeichnet die Reaktion des Immunsystems eines Empfängers gegen ein transplantiertes Organ, Gewebe oder Zellen. Das Immunsystem erkennt das fremde Gewebe als körperfremd und versucht, es zu zerstören. Dies ist eine der größten Herausforderungen in der modernen Transplantationsmedizin.
Ursachen
Die Hauptursache der Abstoßungsreaktion ist die immunologische Unverträglichkeit zwischen Spender und Empfänger. Verantwortlich dafür sind vor allem die sogenannten HLA-Antigene (Humane Leukozytenantigene), die auf der Oberfläche nahezu aller Körperzellen vorhanden sind. Je größer die Unterschiede zwischen den HLA-Antigenen von Spender und Empfänger, desto wahrscheinlicher ist eine Abstoßungsreaktion.
- Genetische Unterschiede zwischen Spender und Empfänger
- Inkompatible Blutgruppen
- Unzureichende immunsuppressive Therapie
- Infektionen, die das Immunsystem aktivieren
Arten der Abstoßungsreaktion
Hyperakute Abstoßung
Diese Form tritt innerhalb von Minuten bis Stunden nach der Transplantation auf. Sie wird durch bereits vorhandene Antikörper gegen Spenderantigene ausgelöst und führt zum sofortigen Versagen des transplantierten Organs.
Akute Abstoßung
Die akute Abstoßungsreaktion tritt typischerweise innerhalb der ersten Wochen bis Monate nach der Transplantation auf. Sie ist die häufigste Form und wird vor allem durch T-Lymphozyten vermittelt. Mit rechtzeitiger Behandlung ist sie oft reversibel.
Chronische Abstoßung
Die chronische Abstoßung entwickelt sich über Monate bis Jahre und führt zu einem schleichenden Funktionsverlust des transplantierten Organs. Sie ist schwerer zu behandeln als die akute Form und stellt eine der Hauptursachen für das Langzeitversagen von Transplantaten dar.
Symptome
Die Symptome einer Abstoßungsreaktion hängen vom betroffenen Organ ab und können unterschiedlich ausgeprägt sein:
- Fieber und allgemeines Krankheitsgefühl
- Schmerzen oder Schwellung im Bereich des transplantierten Organs
- Verschlechterung der Organfunktion (z. B. Anstieg der Kreatininwerte bei Nierentransplantation)
- Müdigkeit und Abgeschlagenheit
- Gelbsucht (bei Lebertransplantation)
- Atemnot (bei Lungentransplantation)
Diagnose
Die Diagnose einer Abstoßungsreaktion erfolgt durch verschiedene Untersuchungen:
- Laboruntersuchungen: Blutbild, Nieren- und Leberwerte, Entzündungsmarker
- Bildgebung: Ultraschall, CT oder MRT zur Beurteilung des Organs
- Biopsie: Die Gewebeentnahme aus dem transplantierten Organ gilt als Goldstandard der Diagnose
- HLA-Antikörper-Bestimmung: Nachweis von spenderspezifischen Antikörpern im Blut
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Art und Schwere der Abstoßungsreaktion:
Immunsuppressive Therapie
Zur Vorbeugung und Behandlung von Abstoßungsreaktionen erhalten Transplantierte lebenslang Immunsuppressiva. Dazu gehören Medikamente wie Ciclosporin, Tacrolimus, Mycophenolatmofetil und Kortikosteroide. Diese Medikamente unterdrücken das Immunsystem, damit es das Transplantat toleriert.
Behandlung der akuten Abstoßung
Bei einer akuten Abstoßungsreaktion werden häufig hochdosierte Kortikosteroide (sogenannte Steroid-Stoßtherapie) eingesetzt. In schweren Fällen kommen auch Antikörperpräparate wie ATG (Antithymozytenglobulin) oder monoklonale Antikörper zum Einsatz.
Behandlung der chronischen Abstoßung
Die chronische Abstoßung ist schwerer zu behandeln. Die Therapie zielt auf eine Optimierung der immunsuppressiven Behandlung ab, um den Funktionsverlust des Organs zu verlangsamen. In schweren Fällen kann eine erneute Transplantation notwendig werden.
Vorbeugung
Eine sorgfältige Gewebetypisierung (HLA-Matching) und Blutgruppenverträglichkeit vor der Transplantation sowie eine konsequente Einnahme der immunsuppressiven Medikamente sind die wichtigsten Maßnahmen zur Vorbeugung von Abstoßungsreaktionen. Regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen ermöglichen eine frühzeitige Erkennung und Behandlung.
Quellen
- Halloran PF. - Immunosuppressive Drugs for Kidney Transplantation. New England Journal of Medicine, 2004.
- Deutsche Transplantationsgesellschaft (DTG) - Leitlinien zur Transplantationsmedizin, 2022.
- Sayegh MH, Carpenter CB. - Transplantation 50 Years Later -- Progress, Challenges, and Promises. New England Journal of Medicine, 2004.
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