Aggregatibacter aphrophilus – Bakterium & Endokarditis
Aggregatibacter aphrophilus ist ein gramnegativer Bakterienstamm der normalen Mundflora, der selten, aber schwerwiegend Infektionen wie Endokarditis verursachen kann.
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Aggregatibacter aphrophilus ist ein gramnegativer Bakterienstamm der normalen Mundflora, der selten, aber schwerwiegend Infektionen wie Endokarditis verursachen kann.
Was ist Aggregatibacter aphrophilus?
Aggregatibacter aphrophilus ist ein gramnegatives, fakultativ anaerobes Stäbchenbakterium, das zur normalen Flora der menschlichen Mundhöhle und des Rachens gehört. Es wurde früher unter dem Namen Haemophilus aphrophilus klassifiziert und im Rahmen taxonomischer Neubewertungen in die Gattung Aggregatibacter umbenannt. Das Bakterium ist Teil der sogenannten HACEK-Gruppe – einer Gruppe von Mikroorganismen, die bekannt dafür sind, schwer zu diagnostizierende Infektionen des Herzens und anderer Organe zu verursachen.
Vorkommen und Übertragung
Aggregatibacter aphrophilus kommt physiologisch im Mund-Rachen-Raum des Menschen vor, ohne dabei in der Regel Beschwerden zu verursachen. Eine Infektion kann entstehen, wenn das Bakterium in den Blutkreislauf gelangt, etwa durch:
- Zahnärztliche Eingriffe oder Zahnextraktionen
- Schlechte Mundhygiene und Zahnfleischerkrankungen (Parodontitis)
- Verletzungen der Mundschleimhaut
- Chirurgische Eingriffe im Kopf-Hals-Bereich
Menschen mit vorgeschädigten Herzklappen oder Herzfehlern haben ein erhöhtes Risiko für schwere Infektionen.
Krankheitsbilder und Symptome
Die häufigste und klinisch bedeutsamste Erkrankung, die durch Aggregatibacter aphrophilus ausgelöst wird, ist die infektiöse Endokarditis – eine Entzündung der Herzinnenhaut, insbesondere der Herzklappen. Weitere mögliche Infektionen umfassen:
- Hirnabszesse
- Periodontale Infektionen (Zahnbetterkrankungen)
- Sepsis (Blutvergiftung)
- Osteomyelitis (Knochenentzündung)
- Pneumonie (Lungenentzündung, selten)
Die Symptome einer Endokarditis durch Aggregatibacter aphrophilus entwickeln sich oft schleichend und umfassen:
- Anhaltendes Fieber
- Nachtschweiß und Schüttelfrost
- Müdigkeit und allgemeines Krankheitsgefühl
- Gewichtsverlust
- Herzgeräusche
- Gelenk- und Muskelschmerzen
Diagnose
Die Diagnose einer Infektion durch Aggregatibacter aphrophilus kann herausfordernd sein, da das Bakterium langsam wächst und im Labor schwer anzuzüchten ist. Wichtige diagnostische Maßnahmen sind:
- Blutkulturen: Goldstandard zur Anzucht des Erregers; mehrere Blutentnahmen über einen bestimmten Zeitraum erforderlich
- Echokardiographie: Ultraschalluntersuchung des Herzens zum Nachweis von Vegetationen (Ablagerungen) auf den Herzklappen
- Molekularbiologische Verfahren: PCR-Tests zum direkten Nachweis der bakteriellen DNA
- Serologie und biochemische Tests: Zur genauen Identifizierung des Bakterienstamms
Die verlängerten Inkubationszeiten in der Blutkultur (bis zu 14 Tage) machen eine frühzeitige Diagnose besonders wichtig.
Behandlung
Die Behandlung von Infektionen durch Aggregatibacter aphrophilus erfolgt mit Antibiotika. Das Bakterium ist in der Regel empfindlich gegenüber:
- Beta-Lactam-Antibiotika (z. B. Ampicillin, Amoxicillin)
- Cephalosporinen der dritten Generation (z. B. Ceftriaxon)
- Chinolonen (z. B. Ciprofloxacin)
Bei einer Endokarditis wird häufig eine Kombinationstherapie aus einem Beta-Lactam-Antibiotikum und einem Aminoglykosid (z. B. Gentamicin) über mehrere Wochen empfohlen. Die genaue Therapiedauer richtet sich nach der Schwere der Infektion und den betroffenen Strukturen. In schweren Fällen, etwa bei stark beschädigten Herzklappen, kann ein chirurgischer Eingriff notwendig sein.
Vorbeugung
Zur Vorbeugung von Infektionen durch Aggregatibacter aphrophilus empfehlen sich folgende Maßnahmen:
- Sorgfältige Mundhygiene und regelmäßige Zahnarztbesuche
- Behandlung von Parodontitis und anderen Zahnerkrankungen
- Antibiotische Prophylaxe vor zahnärztlichen Eingriffen bei Risikopatienten (z. B. Personen mit Herzklappenfehler) gemäß aktuellen Leitlinien
Quellen
- Patel R. - HACEK group Endocarditis. In: Mandell, Douglas, and Bennett's Principles and Practice of Infectious Diseases. 9th edition. Elsevier, 2020.
- Murdoch DR et al. - Clinical Presentation, Etiology, and Outcome of Infective Endocarditis in the 21st Century. Archives of Internal Medicine, 2009. PubMed PMID: 19858436.
- European Society of Cardiology (ESC) - Guidelines on the management of infective endocarditis. European Heart Journal, 2023. https://www.escardio.org
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