Alpha-1-Fetoprotein (AFP) – Tumormarker & Pränataldiagnostik
Alpha-1-Fetoprotein (AFP) ist ein Blutprotein, das als Tumormarker und in der Pränataldiagnostik eingesetzt wird. Erhöhte Werte können auf Lebererkrankungen oder bestimmte Tumore hinweisen.
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Alpha-1-Fetoprotein (AFP) ist ein Blutprotein, das als Tumormarker und in der Pränataldiagnostik eingesetzt wird. Erhöhte Werte können auf Lebererkrankungen oder bestimmte Tumore hinweisen.
Was ist Alpha-1-Fetoprotein?
Alpha-1-Fetoprotein (AFP) ist ein Glykoprotein, das heißt ein Eiweiß mit angehängten Zuckermolekülen. Es wird hauptsächlich in der Leber und im Magen-Darm-Trakt des ungeborenen Kindes (Fetus) gebildet. Bei Erwachsenen ist die AFP-Konzentration im Blut normalerweise sehr niedrig. Erhöhte Werte können jedoch auf bestimmte Erkrankungen hindeuten und werden daher in der Medizin als diagnostischer Marker genutzt.
Biologische Funktion
Beim Fetus übernimmt AFP eine ähnliche Funktion wie das Albumin beim Erwachsenen: Es transportiert Fettsäuren, Hormone und andere Substanzen im Blut. Zudem spielt es eine Rolle bei der Regulation des Immunsystems während der Schwangerschaft, um die Abstoßung des Fetus durch den mütterlichen Organismus zu verhindern. Nach der Geburt sinkt der AFP-Spiegel rasch ab und erreicht innerhalb der ersten Lebensmonate normale Erwachsenenwerte.
Klinische Bedeutung als Tumormarker
Bei Erwachsenen wird AFP vor allem als Tumormarker eingesetzt. Stark erhöhte AFP-Werte im Blut können auf folgende Erkrankungen hinweisen:
- Hepatozelluläres Karzinom (HCC): Das primäre Leberzellkarzinom ist die häufigste Ursache für stark erhöhte AFP-Werte bei Erwachsenen.
- Keimzelltumoren: Bestimmte Tumoren der Hoden oder Eierstöcke (z. B. nicht-seminomatöse Keimzelltumoren) produzieren ebenfalls AFP.
- Lebermetastasen: Absiedlungen anderer Tumoren in der Leber können den AFP-Spiegel ebenfalls erhöhen.
- Gutartige Lebererkrankungen: Auch bei Leberzirrhose, chronischer Hepatitis B oder C können die AFP-Werte leicht bis mäßig erhöht sein.
Einsatz in der Pränataldiagnostik
Ein weiterer wichtiger Anwendungsbereich des AFP ist die Schwangerschaftsvorsorge. Im mütterlichen Blut und im Fruchtwasser (Amnionflüssigkeit) wird AFP gemessen, um Hinweise auf bestimmte Entwicklungsstörungen des ungeborenen Kindes zu erhalten:
- Erhöhte AFP-Werte im Fruchtwasser oder mütterlichen Blut können auf offene Neuralrohrdefekte (z. B. Spina bifida), Bauchwanddefekte oder andere Fehlbildungen des Fetus hinweisen.
- Erniedrigte AFP-Werte in Kombination mit anderen Markern (Triple- oder Quadruple-Test) können das Risiko für eine Trisomie 21 (Down-Syndrom) erhöhen.
AFP ist Teil des sogenannten Ersttrimester-Screenings bzw. des Mehrfachtests, der zwischen der 15. und 20. Schwangerschaftswoche durchgeführt wird. Ein auffälliges Ergebnis bedeutet nicht zwingend eine Erkrankung, sondern erfordert weiterführende diagnostische Maßnahmen.
Diagnose und Messung
Die Bestimmung des AFP-Spiegels erfolgt aus einer einfachen Blutprobe (venöse Blutentnahme). Der Normwert bei nicht schwangeren Erwachsenen liegt in der Regel unter 10 ng/ml (Nanogramm pro Milliliter), kann jedoch je nach Labor leicht variieren. Bei der Interpretation des Wertes müssen stets das Alter, das Geschlecht, eine mögliche Schwangerschaft sowie Begleiterkrankungen berücksichtigt werden.
Wann sollte AFP gemessen werden?
- Verdacht auf ein hepatozelluläres Karzinom (z. B. bei bekannter Leberzirrhose oder chronischer Virushepatitis)
- Verlaufskontrolle bei bekannten AFP-produzierenden Tumoren
- Im Rahmen der Pränataldiagnostik zur Risikoabschätzung von Fehlbildungen
- Nachsorge nach Behandlung von Keimzelltumoren
Grenzen des AFP-Tests
AFP ist kein spezifischer Marker für eine einzige Erkrankung. Erhöhte Werte können verschiedene Ursachen haben, weshalb der Test immer im Zusammenhang mit klinischen Befunden, bildgebenden Verfahren (z. B. Ultraschall, MRT) und weiteren Laborwerten bewertet werden muss. Ein normaler AFP-Wert schließt eine Tumorerkrankung nicht sicher aus.
Quellen
- Lamerz, R. et al.: Tumormarker in der klinischen Diagnostik. In: Laboratoriumsmedizin, 2. Auflage, De Gruyter Verlag, 2014.
- European Association for the Study of the Liver (EASL): Clinical Practice Guidelines on the management of hepatocellular carcinoma. Journal of Hepatology, 2018. DOI: 10.1016/j.jhep.2018.03.019
- WHO / American College of Obstetricians and Gynecologists (ACOG): Prenatal Diagnostic Testing for Genetic Disorders. Practice Bulletin No. 162, 2016.
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