Alveolardruck – Definition & klinische Bedeutung
Der Alveolardruck ist der Luftdruck innerhalb der Lungenbläschen (Alveolen). Er steuert den Atemfluss und ist entscheidend für eine normale Atmung.
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Der Alveolardruck ist der Luftdruck innerhalb der Lungenbläschen (Alveolen). Er steuert den Atemfluss und ist entscheidend für eine normale Atmung.
Was ist der Alveolardruck?
Der Alveolardruck (auch alveolärer Druck genannt) bezeichnet den Gasdruck, der innerhalb der Alveolen – der kleinen Lungenbläschen, in denen der Gasaustausch stattfindet – herrscht. Er wird in der Regel in der Einheit cmH₂O (Zentimeter Wassersäule) oder mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) angegeben und stets relativ zum Atmosphärendruck gemessen.
Im Ruhezustand, also wenn kein Atemfluss stattfindet, entspricht der Alveolardruck dem Atmosphärendruck (Differenz = 0 cmH₂O). Erst durch aktive Atembewegungen entstehen Druckgradienten, die Luft in die Lungen hinein- oder herausbefördern.
Physiologische Grundlagen
Die Atmung folgt dem physikalischen Prinzip des Druckausgleichs: Luft strömt stets von einem Bereich höheren Drucks in einen Bereich niedrigeren Drucks. Zwei Druckwerte sind dabei besonders relevant:
- Atmosphärendruck (P_atm): Der Luftdruck der Umgebung, ca. 760 mmHg auf Meereshöhe.
- Alveolardruck (P_alv): Der Druck innerhalb der Alveolen, der sich mit jeder Atembewegung verändert.
Inspiration (Einatmung)
Beim Einatmen kontrahiert das Zwerchfell und erweitern sich die Atemhilfsmuskel. Das Lungenvolumen nimmt zu, wodurch der Alveolardruck unter den Atmosphärendruck fällt (negativer Druckgradient). Luft strömt daraufhin von außen in die Lungen, bis ein Druckausgleich erreicht ist.
Exspiration (Ausatmung)
Bei der Ausatmung erschlaffen die Atemmuskeln, das Lungenvolumen nimmt ab, und der Alveolardruck steigt über den Atmosphärendruck (positiver Druckgradient). Die Luft wird aus den Lungen nach außen gedrückt.
Klinische Bedeutung
Der Alveolardruck spielt in der klinischen Medizin eine wichtige Rolle, insbesondere in der Intensivmedizin und Pneumologie:
- Maschinelle Beatmung: Bei beatmeten Patienten wird der Alveolardruck gezielt gesteuert. Ein zu hoher Beatmungsdruck kann zu einem Barotrauma (druckbedingter Lungenschaden) führen.
- Obstruktive Lungenerkrankungen: Bei Erkrankungen wie COPD oder Asthma bronchiale ist der Ausatemfluss erschwert, was zu einem erhöhten Alveolardruck und Luftansammlungen (sogenannter dynamischer Überblähung) führen kann.
- Pneumothorax: Ein Einriss der Lunge kann dazu führen, dass Luft in den Pleuraspalt entweicht und das normale Druckgefüge zusammenbricht.
- PEEP (Positiver endexspiratorischer Druck): In der Beatmungsmedizin wird PEEP eingesetzt, um am Ende der Ausatmung einen gewissen Alveolardruck aufrechtzuerhalten und ein Kollabieren der Alveolen zu verhindern.
Messung und Diagnostik
Der Alveolardruck selbst lässt sich nicht direkt messen, da er tief im Lungengewebe liegt. In der klinischen Praxis werden jedoch verwandte Größen gemessen:
- Mundverschlussdruck: Bei kurzzeitigem Verschluss der Atemwege kann der Alveolardruck indirekt bestimmt werden.
- Ganzkörperplethysmographie: Ein Standardverfahren der Lungenfunktionsdiagnostik, bei dem Atemwiderstände und Lungenvolumina – und damit indirekt der Alveolardruck – erfasst werden.
- Ösophagusdruck-Messung: Über einen Druckkatheter in der Speiseröhre kann der pleurale Druck und daraus der Alveolardruck abgeleitet werden.
Zusammenhang mit anderen Atemdrücken
Der Alveolardruck steht in direktem Zusammenhang mit weiteren wichtigen Druckgrößen der Atmungsphysiologie:
- Pleuradruck (P_pl): Der Druck im Spalt zwischen Lunge und Brustwand. Er ist in Ruhe negativ und ermöglicht die Ausdehnung der Lunge.
- Transpulmonaler Druck: Die Differenz zwischen Alveolardruck und Pleuradruck. Er bestimmt, ob sich die Alveolen ausdehnen oder zusammenziehen.
- Atemwegswiderstand: Ein erhöhter Widerstand in den Atemwegen erfordert größere Druckdifferenzen, um denselben Atemfluss zu erzeugen.
Quellen
- West, J.B. & Luks, A.M. - West's Respiratory Physiology: The Essentials, 10th Edition. Wolters Kluwer, 2016.
- Oczenski, W. - Atmen - Atemhilfen: Atemphysiologie und Beatmungstechnik, 9. Auflage. Thieme Verlag, 2012.
- World Health Organization (WHO) - Chronic respiratory diseases. Verfügbar unter: https://www.who.int/health-topics/chronic-respiratory-diseases
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