Ampullenstenose – Ursachen, Symptome und Behandlung
Die Ampullenstenose ist eine Verengung der Papilla Vateri, der Mündungsstelle von Gallengang und Bauchspeicheldrüsengang in den Dünndarm. Sie kann zu Gelbsucht, Bauchschmerzen und Verdauungsstörungen führen.
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Die Ampullenstenose ist eine Verengung der Papilla Vateri, der Mündungsstelle von Gallengang und Bauchspeicheldrüsengang in den Dünndarm. Sie kann zu Gelbsucht, Bauchschmerzen und Verdauungsstörungen führen.
Was ist eine Ampullenstenose?
Die Ampullenstenose bezeichnet eine Verengung (Stenose) der Ampulla hepatopancreatica, auch bekannt als Ampulla Vateri. Dies ist die anatomische Struktur, an der der gemeinsame Ausführungsgang der Gallenblase (Ductus choledochus) und der Bauchspeicheldrüse (Ductus pancreaticus) in den Zwölffingerdarm (Duodenum) mündet. Eine Verengung an dieser Stelle behindert den Abfluss von Galle und Bauchspeicheldrüsensekret und kann zu schwerwiegenden Komplikationen führen.
Ursachen
Eine Ampullenstenose kann durch verschiedene Ursachen entstehen:
- Gutartige Verengungen: Narbiges Gewebe nach Entzündungen, chronische Pankreatitis oder Gallensteine, die die Papille passieren und dabei Schaden anrichten.
- Bösartige Tumoren: Das Ampullenkarzinom (Karzinom der Papilla Vateri) ist eine wichtige, wenn auch seltene Ursache. Auch Tumoren des Pankreas oder des Gallengangs können die Ampulle einengen.
- Gutartige Tumoren: Adenome oder Papillome im Bereich der Papilla Vateri.
- Entzündungen: Eine Papillitis stenosans ist eine entzündlich bedingte Vernarbung und Verengung der Papille, häufig in Verbindung mit rezidivierenden Gallensteinen oder chronischer Pankreatitis.
- Iatrogene Ursachen: Verengungen nach endoskopischen Eingriffen oder Operationen im betroffenen Bereich.
Symptome
Die Symptome einer Ampullenstenose entstehen durch den gestörten Abfluss von Galle und Bauchspeicheldrüsensekret:
- Gelbsucht (Ikterus): Gelbfärbung von Haut und Augen durch Rückstau von Bilirubin.
- Oberbauchschmerzen: Oft krampfartig oder kolikartig, häufig nach dem Essen.
- Übelkeit und Erbrechen
- Entfärbter Stuhl und dunkler Urin durch Gallestau.
- Pruritus (Juckreiz): Bedingt durch Gallensalze in der Haut.
- Pankreatitis: Wiederkehrende Entzündungen der Bauchspeicheldrüse durch Stau des Pankreassekrets.
- Gewichtsverlust und Verdauungsstörungen bei chronischem Verlauf.
Diagnose
Zur Diagnose einer Ampullenstenose werden verschiedene Untersuchungen eingesetzt:
- Blutuntersuchungen: Erhöhte Leberwerte (z. B. Bilirubin, alkalische Phosphatase, GGT) sowie erhöhte Pankreaswerte (Lipase, Amylase) geben erste Hinweise.
- Ultraschall (Sonografie): Nachweis eines erweiterten Gallengangs oder einer erweiterten Bauchspeicheldrüse.
- Endoskopische retrograde Cholangiopankreatikografie (ERCP): Goldstandard zur Darstellung und gleichzeitigen Behandlung der Stenose.
- Magnetresonanz-Cholangiopankreatikografie (MRCP): Nicht-invasive Bildgebung der Gallen- und Pankreasgänge.
- Endosonografie (EUS): Hochauflösende Ultraschalluntersuchung von innen, besonders zur Tumordiagnostik.
- Biopsie: Gewebeentnahme bei Verdacht auf einen bösartigen Tumor.
Behandlung
Die Therapie richtet sich nach der Ursache der Ampullenstenose:
Endoskopische Behandlung
Bei gutartigen Verengungen oder zur Symptomlinderung wird häufig die endoskopische Papillotomie (EPT) oder Sphinkterotomie durchgeführt. Dabei wird die Verengung im Rahmen einer ERCP mit einem Schnitt erweitert. Zusätzlich können Stents (Kunststoff- oder Metallrohre) eingesetzt werden, um den Abfluss dauerhaft offenzuhalten.
Chirurgische Behandlung
Bei bösartigen Tumoren oder bei Versagen der endoskopischen Therapie ist eine Operation notwendig. Die Whipple-Operation (Pankreatikoduodenektomie) ist das Standardverfahren bei Ampullenkarzinomen und umfasst die Entfernung eines Teils der Bauchspeicheldrüse, des Zwölffingerdarms und der Gallenblase.
Medikamentöse Begleittherapie
Zur Behandlung von Begleiterkrankungen wie Pankreatitis oder Infektionen (Cholangitis) werden Antibiotika und entzündungshemmende Medikamente eingesetzt.
Prognose
Die Prognose hängt stark von der zugrundeliegenden Ursache ab. Gutartige Verengungen lassen sich in den meisten Fällen durch endoskopische Eingriffe dauerhaft behandeln. Das Ampullenkarzinom hat im Vergleich zu anderen Bauchspeicheldrüsenkarzinomen eine relativ günstige Prognose, sofern es frühzeitig erkannt und operiert wird.
Quellen
- Mössner J. et al. - Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der Papillitis stenosans und des Ampullenkarzinoms. Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS), 2022.
- Tringali A. et al. - Endoscopic management of ampullary tumors. Gastrointestinal Endoscopy, 2021.
- Patel T. - Ampullary carcinoma. In: UpToDate, Wolters Kluwer, 2023.
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