Amputationsprothetik – Prothesen nach Amputation
Amputationsprothetik bezeichnet die Versorgung von Menschen nach einer Amputation mit individuell angepassten Prothesen zur Wiederherstellung von Mobilität und Lebensqualität.
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Amputationsprothetik bezeichnet die Versorgung von Menschen nach einer Amputation mit individuell angepassten Prothesen zur Wiederherstellung von Mobilität und Lebensqualität.
Was ist Amputationsprothetik?
Die Amputationsprothetik ist ein Fachgebiet der medizinischen Rehabilitation und Orthopädietechnik, das sich mit der Versorgung von Menschen befasst, denen ein Körperteil – in der Regel eine Extremität oder ein Teil davon – amputiert wurde. Ziel ist es, durch den Einsatz von Prothesen (künstlichen Gliedmaßen) die verlorene Funktion so weit wie möglich wiederherzustellen und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.
Die Amputationsprothetik umfasst dabei sowohl die technische Herstellung und Anpassung der Prothese als auch die rehabilitative Begleitung des Patienten im Umgang mit seinem neuen Hilfsmittel.
Ursachen und Indikationen für Amputationen
Eine Amputation wird in der Regel dann durchgeführt, wenn eine Extremität durch Erkrankung, Verletzung oder angeborene Fehlbildung nicht mehr funktionstüchtig oder lebensbedrohlich ist. Häufige Ursachen sind:
- Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) und diabetisches Fußsyndrom – die häufigsten Amputationsursachen in westlichen Ländern
- Schwere Traumata (z. B. Verkehrs- oder Arbeitsunfälle)
- Tumorerkrankungen des Knochens oder der Weichteile
- Schwere Infektionen oder Gewebsnekrosen (Wundbrand)
- Angeborene Gliedmaßenfehlbildungen
Arten von Prothesen in der Amputationsprothetik
Je nach Amputationsniveau und individuellen Anforderungen kommen unterschiedliche Prothesensysteme zum Einsatz.
Nach Amputationshöhe
- Unterschenkelprothesen: Bei Amputation unterhalb des Knies; ermöglichen in der Regel eine gute Gehfähigkeit
- Oberschenkelprothesen: Bei Amputation oberhalb des Knies; erfordern ein Kniegelenk in der Prothese
- Armprothesen: Unterschieden in Unterarm- und Oberarmprothesen sowie Handprothesen
- Fußteilprothesen: Bei Teilamputationen des Fußes
Nach Funktion und Technik
- Kosmetische Prothesen: Dienen dem äußerlichen Ausgleich, ohne aktive Funktion
- Funktionsprothesen: Ermöglichen aktive Bewegungen, z. B. beim Gehen oder Greifen
- Myoelektrische Prothesen: Werden durch Muskelsignale des Stumpfes elektronisch gesteuert – besonders in der Armprothetik verbreitet
- Sportprothesen: Speziell konstruiert für sportliche Aktivitäten (z. B. Carbon-Laufklingen)
- Mikroprozessorgesteuerte Prothesen: Enthalten computergestützte Systeme zur dynamischen Anpassung des Gangbildes
Prothesenversorgung und Anpassungsprozess
Die Versorgung mit einer Prothese beginnt idealerweise bereits in der prä- oder frühpostoperativen Phase. Der Prozess umfasst mehrere Schritte:
- Stumpfversorgung und -konditionierung: Der verbliebene Extremitätenrest (Stumpf) wird geformt, belastbar gemacht und auf die Prothesenversorgung vorbereitet
- Maßanfertigung der Prothese: Ein Orthopädietechniker fertigt die Prothese individuell nach Abdrücken und Maßen des Stumpfes an
- Anprobe und Eingewöhnung: Die Prothese wird angepasst, Korrekturen werden vorgenommen
- Gangschule und Physiotherapie: Erlernen des sicheren Umgangs mit der Prothese durch speziell ausgebildete Therapeuten
- Regelmäßige Kontrollen: Da sich der Stumpf insbesondere in den ersten Monaten verändert, sind regelmäßige Anpassungen notwendig
Rehabilitation nach Amputation
Die prothetische Versorgung ist ein zentraler Bestandteil des umfassenderen Rehabilitationsprozesses nach einer Amputation. Dieser umfasst neben der Prothesenanpassung auch:
- Physio- und Ergotherapie zur Kräftigung und Koordinationsverbesserung
- Psychologische Begleitung zur Verarbeitung des Körperverlustes
- Soziale Rehabilitation und Beratung zur beruflichen Wiedereingliederung
- Schmerztherapie, insbesondere bei Phantomschmerzen (Schmerzempfindungen im amputierten Körperteil)
Technologische Entwicklungen
Die Amputationsprothetik profitiert stark von modernen Technologien. Fortschritte in der Mikroprozessortechnik, Materialwissenschaft (z. B. carbonfaserverstärkte Kunststoffe) und Neuroprothetic (direkte Verbindung zwischen Prothese und Nervensystem) ermöglichen immer natürlichere Bewegungsabläufe und eine höhere Alltagstauglichkeit der Prothesen. Auch der 3D-Druck gewinnt zunehmend an Bedeutung für die individuelle und kostengünstige Fertigung von Prothesenteilen.
Quellen
- Baumgartner, R. & Botta, P. (2008): Amputation und Prothesenversorgung. 3. Auflage. Thieme Verlag, Stuttgart.
- World Health Organization (WHO): Rehabilitation 2030 – A Call for Action. WHO, Genf. Verfügbar unter: https://www.who.int/initiatives/rehab-2030
- Moll, W. et al. (2019): Prothetische Versorgung nach Amputation der unteren Extremität. Deutsches Ärzteblatt International, 116(2), 31–38.
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