Antazidum – Wirkung, Anwendung & Nebenwirkungen
Ein Antazidum ist ein Medikament, das überschüssige Magensäure neutralisiert und schnell bei Sodbrennen, saurem Aufstoßen und Magenbeschwerden hilft.
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Ein Antazidum ist ein Medikament, das überschüssige Magensäure neutralisiert und schnell bei Sodbrennen, saurem Aufstoßen und Magenbeschwerden hilft.
Was ist ein Antazidum?
Ein Antazidum (Plural: Antazida) ist ein Arzneimittel, das dazu dient, überschüssige Magensäure chemisch zu neutralisieren. Der Begriff leitet sich aus dem Lateinischen ab: anti (gegen) und acidum (Säure). Antazida gehören zu den am häufigsten verwendeten Medikamenten weltweit und sind in vielen Ländern ohne Rezept in Apotheken erhältlich. Sie wirken schnell und werden vor allem zur kurzfristigen Linderung von Beschwerden eingesetzt, die durch einen zu hohen Säuregehalt im Magen verursacht werden.
Wirkmechanismus
Antazida enthalten basische (alkalische) Verbindungen, die im Magen mit der Salzsäure (HCl) reagieren und diese neutralisieren. Dabei entsteht Wasser und ein neutrales Salz. Der pH-Wert im Magen wird angehoben, wodurch die säurebedingten Reizungen der Magenschleimhaut und der Speiseröhre gelindert werden.
Typische Wirkstoffe in Antazida sind:
- Calciumcarbonat – wirkt schnell und stark säureneutralisierend
- Magnesiumhydroxid – wirkt abführend, daher oft mit anderen Wirkstoffen kombiniert
- Aluminiumhydroxid – wirkt stopfend, ebenfalls häufig kombiniert
- Natriumbicarbonat – sehr schnell wirksam, aber nur kurzfristig anwendbar
- Hydrotalcit – kombinierter Magnesium-Aluminium-Komplex mit puffernder Wirkung
Anwendungsgebiete
Antazida werden eingesetzt bei:
- Sodbrennen (Pyrosis) – brennendes Gefühl hinter dem Brustbein durch aufsteigende Magensäure
- Saurem Aufstoßen – Rückfluss von saurem Mageninhalt in die Speiseröhre
- Gastritis – Magenschleimhautentzündung
- Reizmagen (funktionelle Dyspepsie) – Magenbeschwerden ohne organische Ursache
- Gastroösophagealer Refluxkrankheit (GERD) – zur kurzfristigen Symptomlinderung
- Magengeschwür – unterstützend zur Schmerzlinderung
Dosierung und Anwendung
Antazida werden in der Regel als Kautabletten, Suspension oder Lutschtabletten eingenommen. Die Einnahme erfolgt typischerweise:
- 30 bis 60 Minuten nach den Mahlzeiten
- Beim Auftreten akuter Beschwerden
- Vor dem Schlafengehen bei nächtlichem Sodbrennen
Die genaue Dosierung richtet sich nach dem jeweiligen Präparat und sollte der Packungsbeilage oder dem Rat eines Arztes oder Apothekers entnommen werden. Antazida sind für die kurzfristige Anwendung gedacht. Bei anhaltenden Beschwerden über mehr als zwei Wochen sollte ein Arzt aufgesucht werden.
Nebenwirkungen
Antazida gelten bei bestimmungsgemäßem Gebrauch als sicher, können jedoch Nebenwirkungen verursachen:
- Calciumcarbonat: kann bei Überdosierung zu erhöhtem Kalziumspiegel (Hyperkalzämie) und einem sogenannten Rebound-Effekt (verstärkte Säureproduktion nach Abklingen der Wirkung) führen
- Magnesiumhaltige Antazida: können Durchfall verursachen
- Aluminiumhaltige Antazida: können Verstopfung verursachen; bei Langzeitanwendung Phosphatmangel
- Natriumbicarbonat: kann zu Blähungen und bei häufiger Anwendung zu einer Störung des Säure-Basen-Haushalts führen
Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten
Antazida können die Aufnahme (Resorption) anderer Medikamente im Darm beeinflussen. Daher sollte zwischen der Einnahme von Antazida und anderen Arzneimitteln ein zeitlicher Abstand von mindestens 1 bis 2 Stunden eingehalten werden. Besonders betroffen sind:
- Antibiotika (z. B. Tetracycline, Fluorchinolone)
- Schilddrüsenhormone (Levothyroxin)
- Eisen- und Zinkpräparate
- Einige Herzmedikamente (z. B. Digoxin)
Antazida vs. andere Säurehemmer
Antazida sind von anderen Magenmedikamenten zu unterscheiden, die ebenfalls gegen Säureprobleme eingesetzt werden:
- Protonenpumpenhemmer (PPI) wie Omeprazol oder Pantoprazol – hemmen die Säureproduktion langfristig und wirken stärker
- H2-Blocker wie Ranitidin oder Famotidin – reduzieren die Säureproduktion, wirken langsamer als Antazida, aber länger anhaltend
Antazida wirken im Gegensatz dazu sofort, aber nur kurzzeitig, da sie die Säure neutralisieren, anstatt ihre Produktion zu hemmen.
Wann zum Arzt?
Bei folgenden Zeichen sollte umgehend ein Arzt konsultiert werden:
- Sodbrennen oder Magenbeschwerden, die länger als 2 Wochen anhalten
- Schluckbeschwerden oder Schmerzen beim Schlucken
- Unerklärlicher Gewichtsverlust
- Blut im Stuhl oder schwarzer Stuhlgang
- Erbrechen von Blut
Quellen
- World Gastroenterology Organisation (WGO) – Global Guidelines: Gastroesophageal Reflux Disease (2017). Verfügbar unter: www.worldgastroenterology.org
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) – Informationen zu Antazida und Säurehemmern. Verfügbar unter: www.bfarm.de
- Lacy BE et al. – ACG Clinical Guideline: Management of Dyspepsia. American Journal of Gastroenterology, 2017; 112(7):988–1013. Verfügbar unter: PubMed (PMID: 28485708)
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