Anthroposophische Heilmittel – Wirkung & Anwendung
Anthroposophische Heilmittel sind Arzneimittel der anthroposophischen Medizin, die auf den Lehren Rudolf Steiners basieren und Natur-, Mineral- und Pflanzenstoffe nutzen.
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Anthroposophische Heilmittel sind Arzneimittel der anthroposophischen Medizin, die auf den Lehren Rudolf Steiners basieren und Natur-, Mineral- und Pflanzenstoffe nutzen.
Was sind anthroposophische Heilmittel?
Anthroposophische Heilmittel sind Arzneimittel, die im Rahmen der anthroposophischen Medizin eingesetzt werden. Diese Heilweise wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von dem Philosophen und Begründer der Anthroposophie, Rudolf Steiner, gemeinsam mit der Ärztin Ita Wegman entwickelt. Die anthroposophische Medizin versteht den Menschen als ein Wesen, das aus Körper, Seele und Geist besteht, und betrachtet Krankheit als ein Ungleichgewicht dieser Dimensionen. Die Heilmittel sollen dieses Gleichgewicht wiederherstellen.
Im Gegensatz zur Homöopathie oder Phytotherapie folgt die Auswahl und Herstellung anthroposophischer Heilmittel einem eigenen, auf der Anthroposophie basierenden Weltbild, das Naturreiche (Mineralien, Pflanzen, Tiere) in Beziehung zu menschlichen Organen und Prozessen setzt.
Zusammensetzung und Herkunft der Wirkstoffe
Anthroposophische Heilmittel werden aus Substanzen der drei Naturreiche gewonnen:
- Mineralische Stoffe: z. B. Metalle wie Gold, Silber, Eisen, Quarz oder Schwefel
- Pflanzliche Stoffe: z. B. Mistel (Viscum album), Arnika, Baldrian oder Schachtelhalm
- Tierische Stoffe: z. B. Bienenwachs oder tierische Organauszüge
Die Herstellung erfolgt nach speziellen pharmazeutischen Verfahren wie Potenzierung (ähnlich der homöopathischen Verdünnung), Veraschung oder Rhythmisierung. Viele Produkte sind als zugelassene Arzneimittel erhältlich und werden in spezialisierten Apotheken oder über Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker abgegeben.
Wirkmechanismus und Therapieprinzip
Das Wirkprinzip anthroposophischer Heilmittel basiert nicht auf einem pharmakologischen Mechanismus im schulmedizinischen Sinne. Stattdessen geht die anthroposophische Medizin davon aus, dass jede Substanz aus der Natur besondere Qualitäten besitzt, die auf bestimmte Ebenen des menschlichen Wesens einwirken:
- Physischer Leib: Stoffwechsel- und Aufbauprozesse
- Ätherleib: Lebenskräfte und Wachstum
- Astralleib: Empfindungen und Seelenleben
- Ich-Organisation: Bewusstsein und Individualität
Ein bekanntes Beispiel ist das Mistelextrakt-Präparat (Iscador), das in der anthroposophischen Onkologie zur begleitenden Krebstherapie eingesetzt wird und als einziges anthroposophisches Heilmittel in wissenschaftlichen Studien breit untersucht wurde.
Anwendungsgebiete
Anthroposophische Heilmittel werden bei einem breiten Spektrum von Beschwerden eingesetzt, darunter:
- Chronische Erkrankungen wie Rheuma, Allergien oder Erschöpfungszustände
- Psychosomatische Störungen und Burnout
- Begleittherapie bei Krebserkrankungen (insbesondere Misteltherapie)
- Kinderkrankheiten und Entwicklungsstörungen
- Atemwegserkrankungen und wiederkehrende Infekte
Zulassung und wissenschaftliche Bewertung
In Deutschland sind viele anthroposophische Heilmittel als Arzneimittel nach dem Arzneimittelgesetz (AMG) zugelassen oder registriert. Sie unterliegen damit einer behördlichen Kontrolle hinsichtlich Qualität und Sicherheit. Die wissenschaftliche Evidenz zur Wirksamkeit ist jedoch für die meisten Präparate begrenzt. Eine Ausnahme bildet die Misteltherapie, für die es eine Reihe klinischer Studien gibt, auch wenn die Ergebnisse uneinheitlich sind.
Die Gesellschaft Anthroposophischer Ärzte in Deutschland (GAÄD) und das Institut für anthroposophische Medizin setzen sich für eine stärkere Integration in die medizinische Forschung ein. Anthroposophische Heilmittel werden von Schulmedizinerinnen und Schulmedizinern teils kritisch bewertet, da das zugrundeliegende Weltbild nicht dem naturwissenschaftlichen Paradigma entspricht.
Sicherheit und Wechselwirkungen
Anthroposophische Heilmittel gelten im Allgemeinen als gut verträglich. Da jedoch pflanzliche und mineralische Wirkstoffe enthalten sein können, sollten folgende Punkte beachtet werden:
- Mögliche Wechselwirkungen mit schulmedizinischen Medikamenten (z. B. bei Mistelextrakten und Immunsuppressiva)
- Verwendung während Schwangerschaft und Stillzeit nur nach ärztlicher Rücksprache
- Selbstmedikation bei ernsthaften Erkrankungen sollte immer mit einer Ärztin oder einem Arzt abgesprochen werden
Quellen
- Witt, C. M. et al. (2012): Anthroposophic medicine: an integrative medical system originating in Europe. In: Global Advances in Health and Medicine, 1(5), 14-22.
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): Besondere Therapierichtungen – Anthroposophische Medizin. www.bfarm.de
- Horneber, M. et al. (2008): Mistletoe therapy in oncology. In: Cochrane Database of Systematic Reviews, Issue 2. DOI: 10.1002/14651858.CD003297.pub2
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