Antinukleäre Antikörper (ANA) – Definition & Bedeutung
Antinukleäre Antikörper (ANA) sind Autoantikörper, die sich gegen Bestandteile des Zellkerns richten. Ihr Nachweis im Blut ist ein wichtiger Hinweis auf Autoimmunerkrankungen wie Lupus erythematodes.
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Antinukleäre Antikörper (ANA) sind Autoantikörper, die sich gegen Bestandteile des Zellkerns richten. Ihr Nachweis im Blut ist ein wichtiger Hinweis auf Autoimmunerkrankungen wie Lupus erythematodes.
Was sind Antinukleäre Antikörper?
Antinukleäre Antikörper (ANA) sind Antikörper, die das eigene Immunsystem gegen Bestandteile des Zellkerns produziert. Normalerweise bekämpft das Immunsystem nur fremde Substanzen wie Bakterien oder Viren. Bei bestimmten Autoimmunerkrankungen richtet sich das Immunsystem jedoch fälschlicherweise gegen körpereigene Strukturen – darunter Proteine, DNA und andere Moleküle im Zellkern. Diese fehlgeleiteten Antikörper werden als antinukleäre Antikörper bezeichnet.
ANA kommen bei einer Vielzahl von Autoimmunerkrankungen vor, können aber auch bei gesunden Menschen in niedrigen Titern (Konzentrationen) nachweisbar sein, insbesondere im höheren Lebensalter.
Klinische Bedeutung
Der Nachweis von ANA im Blut ist ein wichtiger diagnostischer Marker. Ein positiver ANA-Test allein stellt keine Diagnose dar, sondern dient als Ausgangspunkt für weitere Untersuchungen. Erhöhte ANA-Werte können auf folgende Erkrankungen hinweisen:
- Systemischer Lupus erythematodes (SLE): Bei über 95 % der Betroffenen positiv
- Sjögren-Syndrom: Autoimmunerkrankung der Speichel- und Tränendrüsen
- Systemische Sklerose (Sklerodermie): Erkrankung des Bindegewebes
- Polymyositis / Dermatomyositis: Entzündliche Muskelerkrankungen
- Mischkollagenose (MCTD): Überlappungserkrankung des Bindegewebes
- Rheumatoide Arthritis: Entzündliche Gelenkerkrankung
- Autoimmunhepatitis: Entzündliche Lebererkrankung
Diagnose: Der ANA-Test
Der ANA-Test wird aus einer Blutprobe durchgeführt. Die häufigste Methode ist die indirekte Immunfluoreszenz (IIF), bei der das Patientenserum auf Zellkulturen aufgetragen wird. Unter dem Mikroskop zeigen sich charakteristische Fluoreszenzmuster, die Hinweise auf die Art der Autoimmunerkrankung geben können:
- Homogenes Muster: Häufig bei SLE
- Gesprenkeltes Muster: Typisch für Sjögren-Syndrom, MCTD oder Sklerodermie
- Nukleäres Muster: Kann auf Sklerodermie hinweisen
- Zentromer-Muster: Typisch für die limitierte Sklerodermie (CREST-Syndrom)
Der Titer (Verdünnungsstufe) des Tests gibt Auskunft über die Konzentration der Antikörper. Ein Titer von 1:160 oder höher gilt in der Regel als klinisch relevant, obwohl auch niedrigere Titer in bestimmten Kontexten bedeutsam sein können.
Weiterführende Diagnostik
Bei einem positiven ANA-Befund werden häufig spezifischere Antikörpertests angeordnet, um die Erkrankung genauer einzugrenzen:
- Anti-dsDNA-Antikörper: Spezifisch für systemischen Lupus erythematodes
- Anti-Smith (Anti-Sm)-Antikörper: Ebenfalls hochspezifisch für SLE
- Anti-SSA/Ro und Anti-SSB/La: Typisch für das Sjögren-Syndrom
- Anti-Scl-70 (Topoisomerase I): Marker für diffuse Sklerodermie
- Anti-Jo-1: Marker für Polymyositis / Dermatomyositis
- Anti-U1-RNP: Typisch für Mischkollagenose
Wann sollte ein ANA-Test durchgeführt werden?
Ein ANA-Test wird empfohlen, wenn Symptome vorliegen, die auf eine Autoimmunerkrankung hindeuten. Dazu gehören:
- Anhaltende Gelenkschmerzen oder Gelenkschwellungen
- Unerklärliche Hautausschläge, insbesondere ein Schmetterlingserythem im Gesicht
- Chronische Müdigkeit und Erschöpfung ohne erkennbare Ursache
- Trockenheit der Augen und des Mundes
- Raynaud-Phänomen (Farbveränderungen der Finger bei Kälte)
- Muskelschmerzen oder Muskelschwäche
- Unerklärlicher Haarausfall oder Mundgeschwüre
Interpretation der Ergebnisse
Ein positiver ANA-Test bedeutet nicht zwangsläufig, dass eine Autoimmunerkrankung vorliegt. Bis zu 20 % der gesunden Bevölkerung können einen schwach positiven ANA-Befund aufweisen, insbesondere ältere Menschen. Auch bestimmte Medikamente (z. B. Hydralazin, Procainamid) sowie Infektionserkrankungen können zu einem positiven Ergebnis führen.
Ein negativer ANA-Test macht bestimmte Autoimmunerkrankungen wie SLE sehr unwahrscheinlich, schließt sie aber nicht vollständig aus. Die Ergebnisse müssen stets im klinischen Gesamtbild beurteilt werden.
Quellen
- Tan, E. M. et al. - The 1982 revised criteria for the classification of systemic lupus erythematosus. Arthritis and Rheumatism, 25(11), 1271–1277.
- Meroni, P. L. & Schur, P. H. - ANA screening: an old test with new recommendations. Annals of the Rheumatic Diseases, 69(8), 1420–1422 (2010).
- Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) - Leitlinien zur Diagnostik und Therapie von Autoimmunerkrankungen, aktuelle Fassung.
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