Antioxidationsenzym – Funktion und Bedeutung
Antioxidationsenzyme sind körpereigene Proteine, die Zellen vor schädlichen freien Radikalen schützen. Sie spielen eine zentrale Rolle im oxidativen Schutz des Organismus.
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Antioxidationsenzyme sind körpereigene Proteine, die Zellen vor schädlichen freien Radikalen schützen. Sie spielen eine zentrale Rolle im oxidativen Schutz des Organismus.
Was ist ein Antioxidationsenzym?
Ein Antioxidationsenzym ist ein körpereigenes Protein, das chemische Reaktionen katalysiert, um reaktive Sauerstoffspezies (ROS) und freie Radikale zu neutralisieren. Freie Radikale sind hochreaktive Moleküle, die durch normalen Stoffwechsel, Umwelteinflüsse oder Krankheiten entstehen und Zellstrukturen wie DNA, Proteine und Lipide schädigen können. Antioxidationsenzyme stellen die erste Verteidigungslinie des Körpers gegen oxidativen Stress dar.
Die wichtigsten Antioxidationsenzyme
Superoxiddismutase (SOD)
Die Superoxiddismutase ist eines der bedeutendsten Antioxidationsenzyme im menschlichen Körper. Sie katalysiert die Umwandlung von Superoxidradikalen (O₂⁻) in Wasserstoffperoxid (H₂O₂) und molekularen Sauerstoff. Es gibt verschiedene Formen der SOD, die je nach Standort im Körper unterschiedliche Kofaktoren benötigen, darunter Mangan (in den Mitochondrien), Kupfer und Zink (im Zytoplasma).
Katalase
Die Katalase baut das durch die SOD entstandene Wasserstoffperoxid zu Wasser und Sauerstoff ab, wodurch weitere Zellschäden verhindert werden. Sie ist vor allem in der Leber, den roten Blutkörperchen und anderen stark metabolisch aktiven Geweben zu finden.
Glutathionperoxidase (GPx)
Die Glutathionperoxidase reduziert Wasserstoffperoxid und organische Hydroperoxide mithilfe des Tripeptids Glutathion. Das Spurenelement Selen ist ein essenzieller Bestandteil vieler Glutathionperoxidasen und damit unentbehrlich für deren Funktion.
Glutathionreduktase
Die Glutathionreduktase regeneriert das oxidierte Glutathion zurück in seine aktive, reduzierte Form und sorgt so dafür, dass das antioxidative System kontinuierlich arbeiten kann. Sie ist auf das Coenzym NADPH angewiesen, das im Glukosestoffwechsel gebildet wird.
Biologische Funktionen
Antioxidationsenzyme erfüllen im Körper zahlreiche wichtige Aufgaben:
- Schutz der Zell-DNA vor oxidativen Schäden und damit Vorbeugung von Mutationen
- Erhalt der Integrität von Zellmembranen durch Hemmung der Lipidperoxidation
- Unterstützung des Immunsystems durch Regulation entzündlicher Prozesse
- Schutz der Mitochondrien und Aufrechterhaltung der Energieproduktion
- Beitrag zur Verlangsamung altersbedingter Zellschäden
Klinische Bedeutung und Erkrankungen
Ein Ungleichgewicht zwischen der Produktion freier Radikale und der antioxidativen Abwehr wird als oxidativer Stress bezeichnet. Chronischer oxidativer Stress wird mit einer Vielzahl von Erkrankungen in Verbindung gebracht, darunter:
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z.B. Arteriosklerose)
- Neurodegenerative Erkrankungen (z.B. Alzheimer-Erkrankung, Parkinson-Erkrankung)
- Diabetes mellitus und seine Folgeerkrankungen
- Krebserkrankungen
- Chronisch-entzündliche Erkrankungen
Genetische Defekte in Antioxidationsenzymen können zu erhöhter Krankheitsanfälligkeit führen. Beispielsweise ist eine verminderte SOD-Aktivität mit dem Fortschreiten neurodegenerativer Erkrankungen assoziiert.
Einflussfaktoren auf die Enzymaktivität
Die Aktivität der Antioxidationsenzyme kann durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden:
- Ernährung: Eine ausreichende Zufuhr von Mikronährstoffen wie Selen, Zink, Kupfer und Mangan ist essenziell für die Funktion dieser Enzyme.
- Alter: Mit zunehmendem Alter nimmt die Aktivität antioxidativer Enzyme ab, was zu erhöhtem oxidativen Stress beitragen kann.
- Sport: Regelmäßige körperliche Aktivität kann die Aktivität von Antioxidationsenzymen steigern.
- Umweltfaktoren: Schadstoffe, UV-Strahlung und Rauchen erhöhen die Belastung durch freie Radikale und können die Enzymkapazität überlasten.
- Erkrankungen: Chronische Krankheiten und Entzündungen können die Enzymaktivität beeinträchtigen.
Diagnostische Relevanz
Die Messung der Aktivität von Antioxidationsenzymen wie SOD, Katalase und GPx in Blut oder Gewebe kann als Biomarker für oxidativen Stress und das Risiko bestimmter Erkrankungen eingesetzt werden. In der Forschung dienen diese Messungen dazu, den Nutzen antioxidativer Therapien oder die Wirkung von Nahrungsergänzungsmitteln zu bewerten.
Quellen
- Halliwell B., Gutteridge J.M.C. - Free Radicals in Biology and Medicine (5. Auflage, Oxford University Press, 2015)
- Lubos E., Loscalzo J., Handy D.E. - Glutathione Peroxidase-1 in Health and Disease: From Molecular Mechanisms to Therapeutic Opportunities. Antioxidants & Redox Signaling, 2011.
- World Health Organization (WHO) - Diet, Nutrition and the Prevention of Chronic Diseases. WHO Technical Report Series, No. 916, 2003.
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