Antirheumatisch – Wirkung, Mittel und Therapien
Antirheumatisch bezeichnet Wirkstoffe, Therapien oder Maßnahmen, die gegen rheumatische Erkrankungen eingesetzt werden und Entzündungen sowie Schmerzen lindern.
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Antirheumatisch bezeichnet Wirkstoffe, Therapien oder Maßnahmen, die gegen rheumatische Erkrankungen eingesetzt werden und Entzündungen sowie Schmerzen lindern.
Was bedeutet antirheumatisch?
Der Begriff antirheumatisch beschreibt alles, was zur Behandlung oder Linderung von rheumatischen Erkrankungen eingesetzt wird. Dazu zählen Medikamente, physikalische Therapien sowie ergänzende Maßnahmen, die Entzündungen hemmen, Schmerzen reduzieren und den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Rheumatische Erkrankungen umfassen eine Vielzahl von Beschwerden des Bewegungsapparats, des Bindegewebes und des Immunsystems.
Rheumatische Erkrankungen im Überblick
Rheumatismus ist kein einzelnes Krankheitsbild, sondern ein Oberbegriff für über 400 verschiedene Erkrankungen. Die häufigsten Formen sind:
- Rheumatoide Arthritis: Eine chronisch-entzündliche Gelenkerkrankung mit Autoimmunkomponente.
- Arthrose: Degenerativer Gelenkverschleiß durch Knorpelabbau.
- Gicht: Entzündliche Gelenkerkrankung durch erhöhten Harnsäurespiegel.
- Lupus erythematodes: Systemische Autoimmunerkrankung mit Entzündungsreaktionen im gesamten Körper.
- Spondylitis ankylosans: Chronisch-entzündliche Erkrankung der Wirbelsäule.
Antirheumatische Wirkstoffe und Wirkprinzipien
Antirheumatisch wirkende Substanzen lassen sich in verschiedene Gruppen unterteilen, je nach Wirkmechanismus und Einsatzgebiet:
Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR)
NSAR wie Ibuprofen, Diclofenac oder Naproxen hemmen die Cyclooxygenase-Enzyme (COX-1 und COX-2) und reduzieren dadurch die Produktion von Prostaglandinen. Diese Botenstoffe sind maßgeblich an Entzündungs- und Schmerzreaktionen beteiligt. NSAR wirken entzündungshemmend, schmerzlindernd und fiebersenkend.
Glukokortikoide
Kortison und seine Abkömmlinge (z. B. Prednisolon) sind hochwirksame antirheumatische Substanzen. Sie greifen breit in das Immunsystem ein, hemmen Entzündungsmediatoren und werden bei akuten Schüben rheumatischer Erkrankungen eingesetzt. Wegen möglicher Langzeitnebenwirkungen werden sie meist nur kurzzeitig oder in niedrigen Erhaltungsdosen verwendet.
Basistherapeutika (DMARDs)
DMARDs (Disease-Modifying Antirheumatic Drugs) greifen gezielt in den Krankheitsprozess ein und verlangsamen die Krankheitsprogression. Zu dieser Gruppe gehören:
- Konventionelle DMARDs: z. B. Methotrexat, Hydroxychloroquin, Sulfasalazin.
- Biologika: Biotechnologisch hergestellte Antikörper oder Rezeptorblocker, z. B. TNF-alpha-Inhibitoren (Adalimumab, Etanercept), IL-6-Inhibitoren (Tocilizumab).
- JAK-Inhibitoren: Zielgerichtete synthetische DMARDs, die Januskinasen hemmen (z. B. Baricitinib, Tofacitinib).
Pflanzliche antirheumatische Wirkstoffe
Bestimmte Pflanzenextrakte besitzen belegte antirheumatische Eigenschaften. Dazu zählen:
- Teufelskralle (Harpagophytum procumbens): Enthält Harpagosid, das entzündungshemmend wirkt.
- Weidenrinde: Enthält Salicin, einen Vorläufer der Acetylsalicylsäure.
- Curcumin: Wirkstoff aus Kurkuma mit nachgewiesener entzündungshemmender Wirkung.
- Omega-3-Fettsäuren: Hemmen die Produktion entzündungsfördernder Eicosanoide.
Antirheumatische Therapiemassnahmen
Neben der medikamentösen Behandlung spielen auch nicht-pharmakologische Massnahmen eine wichtige Rolle:
- Physiotherapie: Erhalt der Gelenkbeweglichkeit und Stärkung der Muskulatur.
- Ergotherapie: Anpassung des Alltags und Einsatz von Hilfsmitteln.
- Kältetherapie und Wärmetherapie: Zur Schmerzlinderung und Entzündungshemmung.
- Hydrotherapie: Wasseranwendungen zur Förderung der Durchblutung und Beweglichkeit.
- Ernährungsanpassung: Antiinflammatorische Ernährung, z. B. mediterrane Kost.
Anwendung und Behandlungsziele
Das Ziel antirheumatischer Therapien ist es, Entzündungen zu kontrollieren, Schmerzen zu lindern, die Gelenkfunktion zu erhalten und die Lebensqualität der Betroffenen nachhaltig zu verbessern. Bei chronischen Erkrankungen wie der rheumatoiden Arthritis ist eine langfristige, oft lebenslange Therapie notwendig. Die Behandlung sollte stets individuell auf den Patienten abgestimmt und von einem Facharzt für Rheumatologie begleitet werden.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh): Leitlinien zur Therapie der rheumatoiden Arthritis, 2023. Verfügbar unter: https://www.dgrh.de
- Smolen J. S. et al. - EULAR recommendations for the management of rheumatoid arthritis with synthetic and biological disease-modifying antirheumatic drugs: 2022 update. Annals of the Rheumatic Diseases, 2023.
- Pschyrembel Klinisches Wörterbuch, 268. Auflage. De Gruyter, Berlin 2020.
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