Apigenin – Wirkung, Quellen und Dosierung
Apigenin ist ein natürlich vorkommendes Flavonoid aus Pflanzen wie Kamille und Petersilie mit antioxidativen, entzündungshemmenden und potenziell neuroprotektiven Eigenschaften.
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Apigenin ist ein natürlich vorkommendes Flavonoid aus Pflanzen wie Kamille und Petersilie mit antioxidativen, entzündungshemmenden und potenziell neuroprotektiven Eigenschaften.
Was ist Apigenin?
Apigenin (chemische Bezeichnung: 4',5,7-Trihydroxyflavon) ist ein pflanzliches Polyphenol aus der Gruppe der Flavone, einer Unterklasse der Flavonoide. Es kommt natürlich in zahlreichen Obst- und Gemüsesorten sowie Kräutern vor und gilt als eines der am häufigsten untersuchten pflanzlichen Bioaktivstoffe. Besonders bekannt ist Apigenin als Hauptwirkstoff in Kamillenblüten (Matricaria chamomilla).
Vorkommen und Nahrungsquellen
Apigenin ist in einer Vielzahl von Lebensmitteln enthalten. Besonders hohe Konzentrationen finden sich in:
- Kamille (Matricaria chamomilla) – eine der reichhaltigsten Quellen
- Petersilie (Petroselinum crispum)
- Sellerie (Apium graveolens)
- Thymian (Thymus vulgaris)
- Oregano
- Artischocken
- Äpfel, Kirschen und Weintrauben
- Grüner Tee
Die Aufnahme über die Nahrung liegt bei durchschnittlicher westlicher Ernährung bei etwa 1–2 mg pro Tag, kann jedoch bei kräuterreicher Ernährung deutlich höher sein.
Wirkmechanismus
Apigenin entfaltet seine biologischen Wirkungen über mehrere molekulare Mechanismen:
- Antioxidative Wirkung: Apigenin neutralisiert freie Radikale und reduziert oxidativen Stress in Zellen, was zur Zellprotektion beiträgt.
- Entzündungshemmung: Es hemmt proinflammatorische Enzyme wie COX-2 (Cyclooxygenase-2) und reduziert die Freisetzung von Zytokinen wie TNF-α und Interleukin-6.
- Modulation von Neurotransmittern: Apigenin bindet an GABA-A-Rezeptoren im Gehirn und kann so angstlösend und beruhigend wirken, ähnlich wie Benzodiazepine, jedoch mit deutlich schwächerer Wirkung und ohne Abhängigkeitspotenzial.
- Epigenetische Effekte: Apigenin hemmt bestimmte Histon-Deacetylasen (HDACs) und beeinflusst dadurch die Genexpression auf epigenetischer Ebene.
- Antiproliferative Effekte: In Laborstudien zeigt Apigenin die Fähigkeit, das Wachstum bestimmter Krebszellen zu hemmen und Apoptose (programmierten Zelltod) einzuleiten.
Gesundheitliche Wirkungen und medizinische Bedeutung
Neuroprotektive Wirkung
Forschungen legen nahe, dass Apigenin neuroprotektive Eigenschaften besitzt. Es kann die Differenzierung von Stammzellen zu Nervenzellen fördern und wird in Zusammenhang mit der Prävention neurodegenerativer Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson diskutiert. Tierexperimentelle Studien zeigen positive Effekte auf das Gedächtnis und die kognitive Funktion.
Angstlösende und schlaffördernde Wirkung
Durch die Bindung an GABA-A-Rezeptoren kann Apigenin anxiolytische (angstlösende) und leicht sedierende Effekte ausüben. In der Volksmedizin wird Kamillentee seit Jahrhunderten als Beruhigungs- und Schlafmittel eingesetzt, was zumindest teilweise auf den Apigenin-Gehalt zurückgeführt wird. Klinische Studien deuten auf eine moderate Wirksamkeit bei generalisierter Angststörung hin.
Entzündungshemmende und immunmodulatorische Wirkung
Apigenin kann chronische Entzündungsprozesse dämpfen und wird daher als möglicher unterstützender Wirkstoff bei entzündlichen Erkrankungen untersucht. Es gibt Hinweise auf positive Effekte bei entzündlichen Darmerkrankungen, Arthritis und anderen chronisch-entzündlichen Zuständen.
Krebspräventive Eigenschaften
In vitro- und Tierstudien zeigen, dass Apigenin das Wachstum verschiedener Tumorzelllinien hemmen kann, darunter Brust-, Darm- und Prostatakarzinomzellen. Der Mechanismus umfasst die Hemmung von Zellproliferation, Induktion von Apoptose und Hemmung der Tumorangiogenese. Wichtiger Hinweis: Diese Ergebnisse stammen überwiegend aus Laborstudien; klinische Belege beim Menschen sind bisher begrenzt.
Herz-Kreislauf-Gesundheit
Apigenin kann blutdrucksenkend und gefäßerweiternd wirken. Es hemmt die Thrombozytenaggregation (Verklumpung von Blutplättchen) und kann so das Risiko von Blutgerinnseln reduzieren. Zudem werden positive Effekte auf den Cholesterinstoffwechsel beschrieben.
Dosierung und Supplementierung
Eine offizielle Empfehlung für die tägliche Aufnahme von Apigenin als Nahrungsergänzungsmittel existiert bisher nicht. In klinischen Studien wurden Dosierungen zwischen 25 mg und 100 mg pro Tag eingesetzt. Nahrungsergänzungsmittel mit Apigenin sind als Kapseln oder Tabletten erhältlich, häufig standardisiert auf den Gehalt aus Kamillenextrakt.
Die bioverfügbarkeit von Apigenin ist begrenzt, da es im Magen-Darm-Trakt nur mäßig resorbiert wird. Neuere Formulierungen versuchen durch Liposomen-Technologie oder Kombination mit Piperin die Aufnahme zu verbessern.
Sicherheit und Wechselwirkungen
Apigenin gilt bei nahrungsmitteltypischen Mengen als sicher. Bei höherer Dosierung als Supplement sind jedoch folgende Aspekte zu beachten:
- Blutgerinnungshemmung: Apigenin kann die Wirkung von Antikoagulanzien (z. B. Warfarin) verstärken. Personen unter Blutverdünnungstherapie sollten Rücksprache mit ihrem Arzt halten.
- Sedierung: In Kombination mit Beruhigungs- oder Schlafmitteln kann die dämpfende Wirkung verstärkt werden.
- Hormonelle Effekte: Apigenin besitzt schwache phytoöstrogene Eigenschaften und könnte bei sehr hoher Dosierung hormonell aktive Wirkungen entfalten. Schwangere und Personen mit hormonabhängigen Erkrankungen sollten Hochdosis-Supplemente meiden.
- Allergien: Personen mit einer Allergie gegen Korbblütler (Asteraceae-Familie, z. B. Kamille, Ringelblume) sollten Kamille-basierte Apigenin-Produkte mit Vorsicht verwenden.
Quellen
- Salehi B. et al. - The Therapeutic Potential of Apigenin. International Journal of Molecular Sciences, 2019. PMID: 31382775.
- Bhagwat S., Haytowitz D. B., Holden J. M. - USDA Database for the Flavonoid Content of Selected Foods, Release 3.1. U.S. Department of Agriculture, 2014.
- Miroddi M. et al. - Systematic review of clinical trials assessing pharmacological properties of Salvia species on memory, cognitive impairment and Alzheimer's disease. CNS Neuroscience & Therapeutics, 2014.
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