Appendizitiszeichen – Klinische Zeichen der Appendizitis
Appendizitiszeichen sind klinische Untersuchungsbefunde, die auf eine Entzündung des Blinddarms hinweisen. Sie helfen Ärzten, eine Appendizitis schnell zu erkennen.
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Appendizitiszeichen sind klinische Untersuchungsbefunde, die auf eine Entzündung des Blinddarms hinweisen. Sie helfen Ärzten, eine Appendizitis schnell zu erkennen.
Was sind Appendizitiszeichen?
Appendizitiszeichen sind spezifische körperliche Untersuchungsbefunde, die bei der klinischen Diagnostik einer Appendizitis (Blinddarmentzündung) eingesetzt werden. Sie entstehen durch Reizung des Bauchfells (Peritoneum) in der Nähe des entzündeten Wurmfortsatzes (Appendix vermiformis) und helfen dem behandelnden Arzt, den Verdacht auf eine Appendizitis zu erhärten oder auszuschließen.
Die wichtigsten Appendizitiszeichen im Überblick
McBurney-Zeichen
Das McBurney-Zeichen ist eines der bekanntesten Appendizitiszeichen. Es beschreibt einen Druckschmerz am sogenannten McBurney-Punkt, der sich im rechten Unterbauch befindet – genau zwischen dem Bauchnabel und dem rechten vorderen Darmbeinstachel (Spina iliaca anterior superior). Ein starker Schmerz an dieser Stelle deutet auf eine Entzündung des Wurmfortsatzes hin.
Lanz-Zeichen
Das Lanz-Zeichen bezeichnet einen Druckschmerz am Lanz-Punkt, der sich im rechten Drittel der Verbindungslinie zwischen beiden vorderen Darmbeinstacheln befindet. Es ist ebenfalls ein Hinweis auf eine Appendizitis.
Blumberg-Zeichen (Loslassschmerz)
Das Blumberg-Zeichen beschreibt den sogenannten Loslassschmerz: Wenn der Arzt den Bauch im linken Unterbauch eindrückt und dann plötzlich loslässt, entsteht ein starker Schmerz im rechten Unterbauch. Dieses Zeichen weist auf eine Reizung des Bauchfells (peritoneale Reizung) hin und gilt als wichtiges Alarmsignal.
Rovsing-Zeichen
Beim Rovsing-Zeichen wird der Dickdarm vom linken Unterbauch in Richtung rechten Unterbauch ausgestrichen. Entsteht dabei ein Schmerz im rechten Unterbauch, gilt das Zeichen als positiv. Der Mechanismus beruht auf einer retrograden Gasverschiebung im Dickdarm, die den entzündeten Wurmfortsatz reizt.
Psoas-Zeichen
Das Psoas-Zeichen (auch Iliopsoas-Zeichen) ist positiv, wenn das Strecken oder Anheben des rechten Beines gegen Widerstand Schmerzen im rechten Unterbauch verursacht. Es entsteht, weil der Musculus iliopsoas in unmittelbarer Nähe des Wurmfortsatzes liegt und bei Entzündung gereizt wird.
Obturator-Zeichen
Das Obturator-Zeichen ist positiv, wenn das passive Beugen und Innenrotieren des rechten Hüftgelenks Schmerzen im rechten Unterbauch auslöst. Es deutet auf eine tief gelegene oder retroperitoneale Lage des Wurmfortsatzes hin.
Sitkovskij-Zeichen
Das Sitkovskij-Zeichen (auch Sitkovsky-Zeichen) ist positiv, wenn der Patient in linker Seitenlage einen Schmerz im rechten Unterbauch verspürt. Die Lageänderung verschiebt den Darminhalt und erhöht den Druck auf den entzündeten Wurmfortsatz.
Klinische Bedeutung und Diagnostik
Kein einzelnes Appendizitiszeichen ist allein beweisend für eine Appendizitis. In der klinischen Praxis werden mehrere Zeichen kombiniert beurteilt. Zur standardisierten Einschätzung der Wahrscheinlichkeit einer Appendizitis werden häufig Scores wie der Alvarado-Score oder der Pediatric Appendicitis Score (PAS) verwendet, die neben körperlichen Befunden auch Laborwerte (z. B. erhöhte Leukozyten, CRP) und Symptome (z. B. Übelkeit, Fieber) einbeziehen.
Ergänzend zur klinischen Untersuchung kommen bildgebende Verfahren wie Ultraschall und Computertomographie (CT) zum Einsatz, um die Diagnose zu sichern und Komplikationen wie eine Perforation oder einen Abszess auszuschließen.
Wann sollte man sofort einen Arzt aufsuchen?
Bei folgenden Beschwerden sollte umgehend ein Arzt oder eine Notaufnahme aufgesucht werden:
- Starker, anhaltender Schmerz im rechten Unterbauch
- Schmerz, der sich bei Bewegung oder Erschütterung verschlimmert
- Fieber in Kombination mit Bauchschmerzen
- Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit
- Brettharter, angespannter Bauch (Zeichen einer Peritonitis)
Eine nicht behandelte Appendizitis kann zur Perforation (Durchbruch) des Wurmfortsatzes führen, was eine lebensbedrohliche Bauchfellentzündung (Peritonitis) verursachen kann.
Quellen
- Schwartz's Principles of Surgery, 11. Auflage, McGraw-Hill Education, 2019.
- S2k-Leitlinie Appendizitis, Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV), 2018.
- Petroianu A. - Diagnosis of acute appendicitis. International Journal of Surgery, 2012; 10(3): 115–119. PubMed PMID: 22326553.
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