Arteriovenös – Definition & medizinische Bedeutung
Arteriovenös beschreibt eine Verbindung oder Beziehung zwischen Arterien und Venen. Der Begriff ist zentral in der Gefäßmedizin und Kardiologie.
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Arteriovenös beschreibt eine Verbindung oder Beziehung zwischen Arterien und Venen. Der Begriff ist zentral in der Gefäßmedizin und Kardiologie.
Was bedeutet arteriovenös?
Arteriovenös ist ein medizinischer Fachbegriff, der sich auf die gleichzeitige Beteiligung von Arterien (Blutgefäße, die Blut vom Herzen wegführen) und Venen (Blutgefäße, die Blut zum Herzen zurückführen) bezieht. Der Begriff wird verwendet, um anatomische Strukturen, pathologische Verbindungen oder physiologische Vorgänge zu beschreiben, bei denen beide Gefäßtypen eine Rolle spielen.
Physiologischer Hintergrund
Im normalen Blutkreislauf fließt das Blut vom Herzen über Arterien in immer kleinere Gefäße (Arteriolen und Kapillaren), wo der Austausch von Sauerstoff, Nährstoffen und Stoffwechselprodukten zwischen Blut und Gewebe stattfindet. Anschließend gelangt das Blut über Venolen und Venen zurück zum Herzen. Die arteriovenöse Differenz beschreibt dabei den Unterschied im Sauerstoff- oder Nährstoffgehalt zwischen arteriellem und venösem Blut und ist ein wichtiger klinischer Parameter.
Arteriovenöse Verbindungen und Erkrankungen
Arteriovenöse Malformation (AVM)
Eine arteriovenöse Malformation ist eine angeborene Fehlbildung, bei der Arterien und Venen direkt miteinander verbunden sind, ohne dass dazwischenliegende Kapillaren vorhanden sind. Dies kann in verschiedenen Organen auftreten, am häufigsten im Gehirn und Rückenmark. Durch den hohen Blutdruck in den Arterien können die dünnwandigen Venen überlastet werden, was das Risiko einer Ruptur (eines Einrisses) und einer Blutung erhöht.
Arteriovenöse Fistel (AV-Fistel)
Eine arteriovenöse Fistel ist eine abnorme Verbindung zwischen einer Arterie und einer Vene, die entweder angeboren sein oder durch Verletzungen, Operationen oder Erkrankungen entstehen kann. Medizinisch werden AV-Fisteln auch gezielt angelegt, beispielsweise am Unterarm von Dialysepatienten, um einen dauerhaften, gut zugänglichen Gefäßzugang für die Hämodialyse zu schaffen.
Arteriovenöser Shunt
Als arteriovenöser Shunt bezeichnet man eine Kurzschlussverbindung zwischen dem arteriellen und venösen Kreislaufsystem. Solche Shunts können physiologisch (z. B. zur Thermoregulation in der Haut), pathologisch (z. B. bei Leberzirrhose) oder iatrogen (durch ärztliche Maßnahmen geschaffen, wie bei der Dialyse) sein. Ein bedeutsamer Shunt kann die Herzleistung beeinträchtigen, da das Blut den Kapillarkreislauf umgeht.
Arteriovenöser Block (AV-Block)
Der Begriff atrioventrikulärer Block (AV-Block) wird im Herzrhythmusbereich verwendet und beschreibt eine Störung der elektrischen Überleitung zwischen den Herzvorhöfen (Atrien) und den Herzkammern (Ventrikeln). Obwohl der Begriff technisch eher atrio-ventrikulär meint, wird er häufig im Kontext des arteriovenösen Systems genannt. AV-Blöcke werden in Grade I bis III eingeteilt und können von asymptomatisch bis lebensbedrohlich reichen.
Diagnostik arteriovenöser Erkrankungen
Zur Diagnose arteriovenöser Fehlbildungen und Erkrankungen kommen verschiedene bildgebende Verfahren zum Einsatz:
- Doppler-Sonographie: Ultraschallbasierte Untersuchung zur Darstellung von Blutfluss und Gefäßstrukturen
- Magnetresonanztomographie (MRT): Detaillierte Schnittbildgebung, besonders für Gehirn und Weichteile
- Computertomographie-Angiographie (CTA): Gefäßdarstellung mittels Kontrastmittel und CT
- Digitale Subtraktionsangiographie (DSA): Goldstandard zur genauen Gefäßdarstellung, besonders vor interventionellen Eingriffen
Behandlung arteriovenöser Erkrankungen
Die Behandlung richtet sich nach der Art, Lage und Ausprägung der arteriovenösen Veränderung:
- Chirurgische Resektion: Operative Entfernung der Fehlbildung, insbesondere bei zugänglichen AVMs
- Embolisation: Minimalinvasiver Eingriff, bei dem die fehlerhafte Verbindung durch das Einbringen von Verschlussmaterial verödet wird
- Strahlentherapie (Radiochirurgie): Gezielte Bestrahlung, z. B. mit dem Gamma Knife, um AVMs im Gehirn zu verschließen
- Konservative Behandlung: Beobachtung und medikamentöse Therapie bei kleinen, asymptomatischen Befunden
Quellen
- Herold, G. et al. - Innere Medizin. Eigenverlag, Köln, 2023.
- Longo, D.L. et al. - Harrison's Principles of Internal Medicine. 21. Auflage, McGraw-Hill, 2022.
- World Health Organization (WHO) - Cardiovascular Diseases: Fact Sheets. https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/cardiovascular-diseases-(cvds), abgerufen 2024.
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