Atretokolon – Ursachen, Symptome und Behandlung
Das Atretokolon ist eine seltene angeborene Fehlbildung, bei der der Dickdarm (Kolon) vollständig oder teilweise verschlossen ist. Es handelt sich um einen medizinischen Notfall, der meist kurz nach der Geburt operativ behandelt werden muss.
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Das Atretokolon ist eine seltene angeborene Fehlbildung, bei der der Dickdarm (Kolon) vollständig oder teilweise verschlossen ist. Es handelt sich um einen medizinischen Notfall, der meist kurz nach der Geburt operativ behandelt werden muss.
Was ist ein Atretokolon?
Das Atretokolon (auch Kolonatresie genannt) ist eine seltene angeborene Fehlbildung des Dickdarms (Kolon). Dabei ist der Dickdarm an einer oder mehreren Stellen vollständig verschlossen oder unterbrochen, sodass der Darminhalt nicht passieren kann. Die Erkrankung gehört zur Gruppe der intestinalen Atresien und betrifft schätzungsweise 1 von 20.000 bis 40.000 Lebendgeburten. Ein Atretokolon stellt einen neonatalen Notfall dar und erfordert eine rasche medizinische Behandlung.
Ursachen
Die genaue Ursache des Atretokolons ist nicht vollständig geklärt. Folgende Faktoren werden als mögliche Auslöser diskutiert:
- Vaskuläre Insuffizienz: Eine unzureichende Blutversorgung des Darms während der Fetalentwicklung gilt als häufigste Ursache. Durch lokale Durchblutungsstörungen kann Darmgewebe absterben und eine Atresie entstehen.
- Volvulus in utero: Eine Darmverdrehung vor der Geburt kann die Blutversorgung unterbrechen.
- Invaginationen in utero: Eine Einstülpung von Darmabschnitten während der Schwangerschaft kann ebenfalls zu einer Atresie führen.
- Genetische Faktoren: Selten treten familiäre Häufungen auf, was auf eine genetische Komponente hinweisen kann.
Symptome
Die Symptome des Atretokolons treten in der Regel kurz nach der Geburt auf und umfassen:
- Fehlender Mekoniumabgang: Das Neugeborene scheidet kein Mekonium (erstes Stuhlgang) aus.
- Aufgetriebenes Abdomen: Der Bauch des Neugeborenen ist stark gebläht und gespannt.
- Erbrechen: Häufig kommt es zu galligem oder grünlichem Erbrechen, was auf einen Darmverschluss hindeutet.
- Trinkschwäche und Unruhe: Das Kind trinkt schlecht und ist unruhig oder apathisch.
- Zeichen eines Ileus: Allgemeine Zeichen eines Darmverschlusses wie Schmerzen und zunehmende Bauchauftreibung.
Diagnose
Die Diagnose des Atretokolons erfolgt durch eine Kombination verschiedener Untersuchungsmethoden:
Pränataldiagnostik
In einigen Fällen kann ein Atretokolon bereits vor der Geburt durch einen pränatalen Ultraschall vermutet werden, wenn erweiterte Darmschlingen oder ein Polyhydramnion (erhöhte Fruchtwassermenge) festgestellt werden.
Postnataldiagnostik
- Röntgenaufnahme des Abdomens: Zeigt erweiterte Darmschlingen und das Fehlen von Gas im distalen Darm.
- Kontrasteinlauf (Kolonkontrastdarstellung): Ein Kontrastmitteleinlauf kann den Ort und das Ausmaß der Atresie darstellen und einen sogenannten Mikrokolon (unterentwickelter Dickdarm distal der Atresie) nachweisen.
- Ultraschall: Zur Beurteilung der Darmstruktur und möglicher Begleitfehlbildungen.
Behandlung
Die Behandlung des Atretokolons ist ausschließlich operativ und muss so rasch wie möglich nach der Diagnosestellung erfolgen.
Chirurgische Therapie
Ziel der Operation ist die Wiederherstellung der Darmkontinuität. Je nach Schweregrad und Lage der Atresie kommen folgende Eingriffe infrage:
- Resektion und primäre Anastomose: Der atretische Darmabschnitt wird entfernt und die verbleibenden Enden werden direkt miteinander verbunden.
- Anlage eines Stomas: Bei schwerwiegenden Befunden oder instabilem Allgemeinzustand des Neugeborenen kann zunächst ein künstlicher Darmausgang (Stoma) angelegt werden. Die endgültige Verbindung der Darmenden erfolgt dann in einem zweiten Eingriff.
Postoperative Betreuung
Nach der Operation benötigen die Neugeborenen intensivmedizinische Betreuung. Eine parenterale Ernährung (intravenöse Nährstoffzufuhr) überbrückt die Phase bis zur vollständigen Erholung der Darmfunktion. Langfristig können Probleme wie Kurzdarmsyndrom oder Motilitätsstörungen auftreten, insbesondere wenn größere Darmabschnitte entfernt werden mussten.
Prognose
Die Prognose des Atretokolons hat sich durch moderne Neonatologie und Kinderchirurgie erheblich verbessert. Bei frühzeitiger Diagnose und komplikationsloser Operation ist die Langzeitprognose in vielen Fällen gut. Die Überlebensrate liegt bei über 90 %. Begleitfehlbildungen, wie z. B. eine Morbus Hirschsprung-ähnliche Innervationsstörung oder kardiovaskuläre Fehlbildungen, können die Prognose beeinflussen.
Quellen
- Dalla Vecchia L.K. et al. - Intestinal atresia and stenosis: a 25-year experience with 277 cases. In: Archives of Surgery, 1998; 133(5):490-496.
- Rothenberg S.S. - Colonic atresia. In: Seminars in Pediatric Surgery, 2022; 31(2):151154.
- Puri P., Höllwarth M.E. (Hrsg.) - Pediatric Surgery. Springer, Berlin/Heidelberg, 2. Auflage, 2009.
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