Autoimmunhämolytische Anämie – Ursachen & Therapie
Die autoimmunhämolytische Anämie (AIHA) ist eine Erkrankung, bei der das Immunsystem irrtümlich eigene rote Blutkörperchen zerstört. Dies führt zu Blutarmut mit Symptomen wie Müdigkeit, Blässe und Atemnot.
Interesse an regelmäßigen Tipps & Infos rund um Gesundheit? Regelmäßigen Tipps & Infos rund um GesundheitWissenswertes über "Autoimmunhämolytische Anämie"
Die autoimmunhämolytische Anämie (AIHA) ist eine Erkrankung, bei der das Immunsystem irrtümlich eigene rote Blutkörperchen zerstört. Dies führt zu Blutarmut mit Symptomen wie Müdigkeit, Blässe und Atemnot.
Was ist die autoimmunhämolytische Anämie?
Die autoimmunhämolytische Anämie (AIHA) ist eine Form der Blutarmut (Anämie), bei der das körpereigene Immunsystem fälschlicherweise Antikörper gegen die eigenen roten Blutkörperchen (Erythrozyten) bildet. Diese Antikörper markieren die roten Blutkörperchen zur Zerstörung, was zu deren vorzeitigem Abbau führt – einem Vorgang, der als Hämolyse bezeichnet wird. Da die Erythrozyten schneller abgebaut werden, als das Knochenmark neue produzieren kann, entsteht eine Anämie.
Ursachen und Formen
Die AIHA wird je nach Art der beteiligten Antikörper und deren optimaler Reaktionstemperatur in verschiedene Typen unterteilt:
- Wärme-AIHA (häufigste Form): Die Antikörper (meist IgG) sind bei Körpertemperatur (37 °C) aktiv. Sie kann idiopathisch (ohne bekannte Ursache) auftreten oder sekundär im Rahmen anderer Erkrankungen wie Autoimmunerkrankungen (z. B. systemischer Lupus erythematodes), lymphatischer Leukämie oder nach Medikamenteneinnahme.
- Kälte-AIHA (Kälteagglutininkrankheit): Die Antikörper (meist IgM) reagieren bei niedrigen Temperaturen. Sie tritt häufig nach Infektionen (z. B. Mycoplasma pneumoniae, Epstein-Barr-Virus) oder bei bestimmten Blutkrankheiten auf.
- Paroxysmale Kältehämoglobinurie (PCH): Eine seltene Form, die vor allem bei Kindern nach viralen Infekten vorkommt.
Symptome
Die Beschwerden hängen vom Schweregrad der Anämie und der Geschwindigkeit des Erythrozytenabbaus ab. Typische Symptome sind:
- Müdigkeit und allgemeine Schwäche
- Blässe der Haut und Schleimhäute
- Atemnot, besonders bei körperlicher Belastung
- Herzrasen (Tachykardie)
- Gelbfärbung der Haut und Augen (Ikterus), verursacht durch erhöhte Bilirubinwerte
- Dunkle (braun-rötliche) Verfärbung des Urins durch ausgeschiedenes Hämoglobin
- Vergrößerte Milz (Splenomegalie)
Diagnose
Die Diagnose der AIHA stützt sich auf mehrere Untersuchungen:
- Blutbild: Nachweis einer Anämie mit erhöhter Anzahl junger roter Blutkörperchen (Retikulozytose) als Zeichen der gesteigerten Blutbildung.
- Direkter Coombs-Test (DAT): Der wichtigste Bestätigungstest. Er weist Antikörper oder Komplementfaktoren nach, die an den Erythrozyten gebunden sind.
- Laborwerte: Erhöhtes indirektes Bilirubin, erhöhtes LDH (Laktatdehydrogenase), erniedrigtes Haptoglobin – allesamt Hinweise auf Hämolyse.
- Blutausstrich zur Beurteilung der Zellform (z. B. Sphärozyten)
Behandlung
Die Therapie richtet sich nach der Form und Schwere der Erkrankung sowie nach einer möglichen Grunderkrankung:
Medikamentöse Therapie
- Kortikosteroide (z. B. Prednisolon): Mittel der ersten Wahl bei der Wärme-AIHA. Sie unterdrücken die Immunreaktion und reduzieren die Antikörperproduktion.
- Rituximab: Ein monoklonaler Antikörper gegen B-Zellen, der bei Ansprechen auf Kortikosteroide oder bei Rückfällen eingesetzt wird.
- Immunsuppressiva (z. B. Azathioprin, Mycophenolatmofetil): Bei chronischen oder refraktären Verläufen.
Weitere Maßnahmen
- Milzentfernung (Splenektomie): Kann bei therapieresistenter Wärme-AIHA in Betracht gezogen werden, da die Milz der Hauptabbauort der markierten Erythrozyten ist.
- Bluttransfusionen: Bei schwerer, lebensbedrohlicher Anämie als überbrückende Maßnahme.
- Behandlung der Grunderkrankung bei sekundärer AIHA.
Verlauf und Prognose
Der Verlauf der AIHA ist sehr unterschiedlich. Manche Patienten erleben eine vollständige Remission, bei anderen nimmt die Erkrankung einen chronisch-rezidivierenden Verlauf. Eine engmaschige ärztliche Begleitung ist wichtig, um Schübe frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Die Prognose hängt wesentlich von der Grunderkrankung und dem Ansprechen auf die Therapie ab.
Quellen
- Lechner K, Jäger U. How I treat autoimmune hemolytic anemias in adults. Blood. 2010;116(11):1831-1838.
- Gehrs BC, Friedberg RC. Autoimmune hemolytic anemia. Am J Hematol. 2002;69(4):258-271.
- Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO). Leitlinie: Autoimmunhämolytische Anämien. DGHO, 2021.
Verwandte Produkte
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Für Deinen universellen Schutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Proteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsMeistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsFür eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieEKG-Infarktzeichen
Exstirpation
Antiphlogistisch
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kölner Liste
Kaloriengehalt
Verwandte Suchbegriffe: Autoimmunhämolytische Anämie + Autoimmun-hämolytische Anämie + AIHA + autoimmunhämolytische Anaemie