Abdominalspülung – Definition & Anwendung
Die Abdominalspülung ist ein chirurgisches Verfahren, bei dem die Bauchhöhle mit einer Spüllösung gereinigt wird. Sie dient der Entfernung von Bakterien, Eiter oder Blut bei Infektionen oder Verletzungen.
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Die Abdominalspülung ist ein chirurgisches Verfahren, bei dem die Bauchhöhle mit einer Spüllösung gereinigt wird. Sie dient der Entfernung von Bakterien, Eiter oder Blut bei Infektionen oder Verletzungen.
Was ist eine Abdominalspülung?
Die Abdominalspülung (auch Peritonealspülung oder Bauchspülung genannt) ist ein medizinisch-chirurgisches Verfahren, bei dem die Bauchhöhle gezielt mit einer sterilen Spüllösung gereinigt wird. Ziel ist es, Krankheitserreger, Eiter, Blut, Gallenflüssigkeit oder andere Verunreinigungen aus dem Bauchraum zu entfernen, um Infektionen zu bekämpfen oder zu verhindern.
Das Verfahren wird häufig im Rahmen von chirurgischen Eingriffen durchgeführt, insbesondere bei Notfalloperationen oder bei der Behandlung schwerwiegender Baucherkrankungen.
Wann wird eine Abdominalspülung durchgeführt?
Eine Abdominalspülung ist in verschiedenen klinischen Situationen indiziert:
- Peritonitis: Entzündung des Bauchfells, oft ausgelöst durch eine perforierte Appendix (Blinddarmentzündung), Darmperforationen oder andere Infektionen.
- Abszesse im Bauchraum: Eingekapselter Eiter, der chirurgisch entleert und ausgespült werden muss.
- Trauma und innere Verletzungen: Bei stumpfen Bauchtraumata zur Diagnose und Reinigung innerer Blutungen.
- Postoperative Komplikationen: Reinigung bei Anastomoseninsuffizienz oder Nahtundichtigkeiten nach Darmoperationen.
- Diagnostische Peritoneallavage: Zur Abklärung innerer Blutungen oder Verletzungen bei unklaren Bauchbefunden.
Wie wird die Abdominalspülung durchgeführt?
Das Verfahren kann sowohl offen chirurgisch (im Rahmen einer Laparotomie, d. h. einer offenen Bauchoperation) als auch minimal-invasiv (laparoskopisch) durchgeführt werden.
Ablauf des Eingriffs
- Der Patient wird in Vollnarkose versetzt.
- Der Chirurg öffnet die Bauchhöhle entweder durch einen Schnitt (Laparotomie) oder durch kleine Schlüsselloch-Schnitte (Laparoskopie).
- Eine sterile Spüllösung – meist isotonische Kochsalzlösung (NaCl 0,9 %) oder Ringerlösung – wird in die Bauchhöhle eingebracht.
- Die Flüssigkeit wird anschließend wieder abgesaugt und entfernt, dabei werden Bakterien, Eiter und Gewebereste mitausgeschwemmt.
- Dieser Vorgang kann mehrfach wiederholt werden, bis die Spülflüssigkeit klar erscheint.
- In schweren Fällen wird eine programmatische Relaparotomie (geplanter Wiederholungseingriff) durchgeführt, um den Spülvorgang zu wiederholen.
Varianten der Abdominalspülung
Diagnostische Peritoneallavage (DPL)
Die diagnostische Peritoneallavage ist eine spezielle Form der Abdominalspülung, die zur Diagnose innerer Verletzungen eingesetzt wird, etwa nach stumpfen Bauchtraumata. Dabei wird eine Spüllösung in den Bauch eingebracht und die zurückgewonnene Flüssigkeit auf Blut, Galle oder Darminhalte untersucht. Heutzutage wurde diese Methode weitgehend durch bildgebende Verfahren wie den Ultraschall (FAST-Sonografie) und die CT des Abdomens ersetzt.
Kontinuierliche postoperative Peritonealspülung
Bei besonders schweren Infektionen kann nach der Operation eine kontinuierliche Spülung über eingelegte Drainagen erfolgen. Dabei wird permanent Spülflüssigkeit durch den Bauchraum geleitet, um Keime und Entzündungsmediatoren kontinuierlich zu entfernen.
Risiken und mögliche Komplikationen
Wie bei jedem chirurgischen Eingriff sind auch bei der Abdominalspülung bestimmte Risiken und Komplikationen möglich:
- Nachblutungen im Operationsgebiet
- Verletzung von Organen (z. B. Darm, Blase oder Blutgefäße)
- Infektionen durch die Einbringung von Keimen
- Elektrolytverschiebungen durch die Aufnahme von Spülflüssigkeit
- Narbenbildung und Verwachsungen (Adhäsionen) nach dem Eingriff
- Wundheilungsstörungen besonders bei immungeschwächten Patienten
Nachsorge und Erholung
Nach einer Abdominalspülung werden die Patienten meist intensivmedizinisch überwacht. Die Nachsorge umfasst:
- Regelmäßige Kontrolle der Laborwerte (Entzündungsmarker wie CRP und Leukozyten)
- Antibiotikabehandlung zur Infektionsbekämpfung
- Schmerztherapie
- Überwachung der Drainagen auf Menge und Beschaffenheit der Förderflüssigkeit
- Schrittweiser Kostaufbau nach Normalisierung der Darmfunktion
Quellen
- Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV): Peritonitis und intraabdominelle Infektionen. AWMF-Registernummer 006-018.
- Wittmann DH, Schein M, Condon RE. Management of secondary peritonitis. Annals of Surgery. 1996;224(1):10-18.
- Solomkin JS, Mazuski JE, Bradley JS et al. Diagnosis and Management of Complicated Intra-abdominal Infection in Adults and Children. Clinical Infectious Diseases. 2010;50(2):133-164.
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