Aciclovir – Antivirales Mittel gegen Herpes
Aciclovir ist ein antivirales Medikament zur Behandlung von Infektionen durch Herpesviren, darunter Lippenherpes, Genitalherpes und Gürtelrose. Es hemmt die Vermehrung des Virus im Körper.
Interesse an regelmäßigen Tipps & Infos rund um Gesundheit? Regelmäßigen Tipps & Infos rund um GesundheitWissenswertes über "Aciclovir"
Aciclovir ist ein antivirales Medikament zur Behandlung von Infektionen durch Herpesviren, darunter Lippenherpes, Genitalherpes und Gürtelrose. Es hemmt die Vermehrung des Virus im Körper.
Was ist Aciclovir?
Aciclovir (auch als Acyclovir bekannt) ist ein antivirales Arzneimittel aus der Gruppe der Nukleosidanaloga. Es wurde in den 1970er Jahren entwickelt und gilt bis heute als eines der wichtigsten Medikamente zur Behandlung von Herpesvirusinfektionen. Aciclovir ist verschreibungspflichtig, in niedrigen Dosierungen (z. B. als Creme) jedoch auch rezeptfrei erhältlich.
Indikation – Wann wird Aciclovir eingesetzt?
Aciclovir wird zur Behandlung und Vorbeugung von Infektionen eingesetzt, die durch Herpesviren verursacht werden. Dazu gehören:
- Herpes simplex Typ 1 (HSV-1): Lippenherpes (Herpes labialis)
- Herpes simplex Typ 2 (HSV-2): Genitalherpes
- Varizella-Zoster-Virus (VZV): Windpocken und Gürtelrose (Herpes zoster)
- Herpes-Enzephalitis: Hirnhautentzündung durch Herpesviren
- Immungeschwächte Patienten: Prophylaxe und Behandlung bei HIV-Infektion, Organtransplantation oder Chemotherapie
Wirkmechanismus
Aciclovir ist ein sogenanntes Prodrug. Es ist zunächst inaktiv und wird erst im infizierten Körper aktiviert. Dieser Aktivierungsprozess läuft in drei Schritten ab:
- Schritt 1: Das virale Enzym Thymidinkinase (das nur in virusinfizierten Zellen vorkommt) wandelt Aciclovir in Aciclovir-Monophosphat um.
- Schritt 2 und 3: Zelluläre Enzyme wandeln es weiter in Aciclovir-Triphosphat um, die aktive Form.
- Wirkung: Aciclovir-Triphosphat hemmt die virale DNA-Polymerase und wird in die virale DNA eingebaut, was zu einem Abbruch der DNA-Synthese führt. Die Virusvermehrung wird so effektiv gestoppt.
Da die Aktivierung vorwiegend in virusinfizierten Zellen stattfindet, ist Aciclovir sehr selektiv und für gesunde Körperzellen weitgehend unschädlich.
Darreichungsformen und Dosierung
Aciclovir ist in verschiedenen Formen erhältlich:
- Tabletten/Kapseln: Für systemische Infektionen wie Genitalherpes oder Gürtelrose (typisch: 200–800 mg, 2–5 mal täglich, je nach Indikation)
- Creme (topisch): Zur lokalen Behandlung von Lippenherpes (5-mal täglich auftragen)
- Augensalbe: Bei Herpes-Keratitis (Hornhautentzündung durch Herpesviren)
- Infusionslösung (intravenös): Bei schweren Infektionen wie Herpes-Enzephalitis oder bei immungeschwächten Patienten
Die genaue Dosierung richtet sich nach der Art der Infektion, dem Schweregrad und dem Zustand des Patienten (insbesondere der Nierenfunktion). Bei eingeschränkter Nierenfunktion muss die Dosis angepasst werden.
Nebenwirkungen
Aciclovir wird im Allgemeinen gut vertragen. Mögliche Nebenwirkungen umfassen:
- Häufig (topisch): Hautreizungen, Brennen oder Kribbeln an der Auftragsstelle
- Häufig (oral): Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Durchfall
- Selten (intravenös): Nierenfunktionsstörungen (besonders bei unzureichender Flüssigkeitszufuhr), neurologische Symptome wie Verwirrung oder Krampfanfälle
- Sehr selten: Allergische Reaktionen, Blutbildveränderungen
Wechselwirkungen
Aciclovir kann mit anderen Medikamenten wechselwirken:
- Probenecid: Kann die Ausscheidung von Aciclovir verlangsamen und den Blutspiegel erhöhen.
- Nephrotoxische Medikamente (z. B. Aminoglykoside, Ciclosporin): Erhöhtes Risiko für Nierenschäden bei gleichzeitiger Anwendung.
- Mycophenolatmofetil: Gegenseitige Erhöhung der Blutspiegel möglich.
Anwendung in der Schwangerschaft und Stillzeit
Aciclovir sollte in der Schwangerschaft nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung und nach ärztlicher Rücksprache eingesetzt werden. Studien zeigen bislang keine erhöhte Fehlbildungsrate, jedoch ist die Datenlage begrenzt. In der Stillzeit geht Aciclovir in die Muttermilch über; eine ärztliche Beratung ist daher notwendig.
Quellen
- World Health Organization (WHO) – WHO Model List of Essential Medicines, 23rd Edition (2023). Verfügbar unter: https://www.who.int/publications/i/item/WHO-MHP-HPS-EML-2023.02
- Elion GB. – The biochemistry and mechanism of action of acyclovir. Journal of Antimicrobial Chemotherapy, 1983;12(Suppl B):9-17. PubMed PMID: 6355051
- Fachinformation Aciclovir (aktuelle Version) – Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) / Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
Verwandte Produkte
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Für Deinen universellen Schutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Proteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsMeistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsFür eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieSorbitintoleranz
E507
E558
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kölner Liste
Kaloriengehalt
Verwandte Suchbegriffe: Aciclovir + Acyclovir + Aciclovir-ratiopharm + Aciclovirum