Adipositaschirurgie – Methoden, Risiken & Nachsorge
Die Adipositaschirurgie umfasst operative Eingriffe zur Behandlung von starkem Übergewicht. Sie hilft Betroffenen, dauerhaft Gewicht zu verlieren und Folgeerkrankungen zu reduzieren.
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Die Adipositaschirurgie umfasst operative Eingriffe zur Behandlung von starkem Übergewicht. Sie hilft Betroffenen, dauerhaft Gewicht zu verlieren und Folgeerkrankungen zu reduzieren.
Was ist Adipositaschirurgie?
Die Adipositaschirurgie, auch als bariatrische Chirurgie bezeichnet, umfasst operative Eingriffe am Magen und Dünndarm mit dem Ziel, schwer adipösen Patienten eine dauerhafte Gewichtsreduktion zu ermöglichen. Sie kommt zum Einsatz, wenn konservative Maßnahmen wie Diät, Bewegung und medikamentöse Therapie keinen ausreichenden Erfolg gebracht haben. In Deutschland gilt ein Body-Mass-Index (BMI) von 40 oder höher – bzw. ab einem BMI von 35 bei Vorliegen schwerwiegender Begleiterkrankungen – als Voraussetzung für einen chirurgischen Eingriff.
Ursachen und Indikationen
Starkes Übergewicht (Adipositas Grad III) entsteht durch ein komplexes Zusammenspiel aus genetischen, hormonellen, psychologischen und Umweltfaktoren. Wenn Betroffene trotz intensiver Bemühungen kein ausreichendes Gewicht verlieren und gleichzeitig unter Folgeerkrankungen leiden, kann ein chirurgischer Eingriff medizinisch notwendig werden.
- Typ-2-Diabetes mellitus
- Bluthochdruck (arterielle Hypertonie)
- Schlafapnoe-Syndrom
- Gelenkverschleiß (Arthrose)
- Nicht-alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD)
- Erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko
Operative Verfahren
Magenbypass (Roux-en-Y-Magenbypass)
Beim Magenbypass wird der Magen in einen kleinen Magenpouch und einen großen Restmagen aufgeteilt. Der Magenpouch wird direkt mit einem weiter unten gelegenen Abschnitt des Dünndarms verbunden, sodass ein Teil des Dünndarms umgangen wird. Dies reduziert sowohl die Nahrungsaufnahme als auch die Nährstoffresorption.
Schlauchmagen (Sleeve-Gastrektomie)
Bei der Sleeve-Gastrektomie wird etwa 70–80 % des Magens entfernt, sodass ein schlauchförmiger Restmagen verbleibt. Das Fassungsvermögen des Magens wird erheblich reduziert, was zu einem früheren Sättigungsgefühl führt. Zusätzlich werden hormonelle Veränderungen ausgelöst, die den Appetit langfristig verringern.
Magenband
Das Magenband ist ein einstellbares Silikonband, das um den oberen Magenbereich gelegt wird. Es verkleinert den Mageneingang und verlangsamt die Nahrungspassage. Dieses Verfahren ist heute seltener, da es im Vergleich zu anderen Methoden weniger wirksam ist und häufiger zu Komplikationen führt.
Biliopankreatische Diversion mit Duodenalswitch
Dieses Verfahren kombiniert eine Sleeve-Gastrektomie mit einer ausgedehnten Umgehung des Dünndarms. Es ist besonders effektiv bei sehr starkem Übergewicht, birgt jedoch ein höheres Risiko für Nährstoffmängel.
Vorbereitung und Voraussetzungen
Vor einer bariatrischen Operation durchlaufen Patienten ein umfassendes Vorbereitungsprogramm. Dazu gehören:
- Internistische und chirurgische Untersuchungen
- Psychologische Evaluation
- Ernährungsberatung und ggf. präoperative Gewichtsreduktion
- Abklärung von Begleiterkrankungen
- Aufklärungsgespräche über Risiken und Langzeitfolgen
Risiken und Komplikationen
Wie jeder operative Eingriff birgt auch die Adipositaschirurgie Risiken. Zu den möglichen Komplikationen gehören:
- Blutungen und Infektionen
- Anastomoseninsuffizienz (undichte Nähte)
- Thrombosen und Lungenembolien
- Langfristige Nährstoffmängel (z. B. Eisen, Vitamin B12, Vitamin D, Folsäure)
- Dumping-Syndrom (schnelles Entleeren des Mageninhalts in den Dünndarm)
- Gewichtszunahme nach anfänglichem Erfolg
Nachsorge und Langzeitergebnisse
Die lebenslange Nachsorge ist ein entscheidender Bestandteil des Behandlungserfolgs. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen, Bluttests zur Überprüfung des Nährstoffstatus sowie eine kontinuierliche ernährungsmedizinische und psychologische Begleitung sind unerlässlich. Viele Patienten müssen dauerhaft Nahrungsergänzungsmittel einnehmen, um Mangelerscheinungen zu vermeiden.
Studien zeigen, dass bariatrische Eingriffe bei einem Großteil der Patienten zu einer signifikanten und dauerhaften Gewichtsreduktion führen und Begleiterkrankungen wie Typ-2-Diabetes häufig deutlich verbessern oder sogar vollständig remittieren lassen.
Quellen
- Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG) – S3-Leitlinie Chirurgie der Adipositas und metabolischer Erkrankungen, 2018 (aktualisierte Fassung)
- Buchwald H. et al. – Bariatric Surgery: A Systematic Review and Meta-analysis. JAMA, 2004; 292(14): 1724–1737
- World Health Organization (WHO) – Obesity and Overweight. Fact Sheet, 2024. Verfügbar unter: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/obesity-and-overweight
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