Agastrie: Ursachen, Symptome und Behandlung
Agastrie bezeichnet das vollständige Fehlen des Magens, meist nach einer Totalresektion (Gastrektomie). Der Zustand erfordert lebenslange Ernährungsanpassungen.
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Agastrie bezeichnet das vollständige Fehlen des Magens, meist nach einer Totalresektion (Gastrektomie). Der Zustand erfordert lebenslange Ernährungsanpassungen.
Was ist Agastrie?
Agastrie (medizinisch auch Agastria) bezeichnet den Zustand, bei dem kein Magen vorhanden ist. Dies tritt in der Regel nach einer vollständigen operativen Entfernung des Magens auf, dem sogenannten totalen Gastrektomie-Eingriff. Selten kann Agastrie auch angeboren sein, was jedoch eine äußerst seltene Fehlbildung darstellt.
Ursachen
Die häufigste Ursache für Agastrie ist eine medizinisch notwendige Totalresektion des Magens. Diese wird vor allem bei folgenden Erkrankungen durchgeführt:
- Magenkarzinom (Magenkrebs): Die häufigste Indikation für eine totale Gastrektomie.
- Magenpolypen oder schwere Magengeschwüre, die nicht anderweitig behandelt werden können.
- Genetisch bedingte Erkrankungen wie das hereditäre diffuse Magenkarzinom (HDGC), bei dem eine prophylaktische Gastrektomie empfohlen werden kann.
- Schwere Traumata oder Verletzungen des Magens.
Physiologische Auswirkungen
Der Magen erfüllt zahlreiche wichtige Funktionen im Verdauungssystem. Nach seiner Entfernung entstehen daher erhebliche physiologische Veränderungen:
- Wegfall der mechanischen Zerkleinerung und Speicherung der Nahrung.
- Verlust der Produktion von Magensäure und Verdauungsenzymen.
- Fehlendes Intrinsic Factor-Protein, das für die Aufnahme von Vitamin B12 notwendig ist.
- Veränderter Hormonstoffwechsel, da der Magen Hormone wie Ghrelin (Hungerhormon) produziert.
Symptome und Beschwerden
Menschen mit Agastrie können eine Vielzahl von Beschwerden erleben, darunter:
- Dumping-Syndrom: Nahrung gelangt zu schnell in den Dünndarm, was zu Übelkeit, Schwindel und Durchfall führen kann.
- Gewichtsverlust und Mangelernährung durch eingeschränkte Nahrungsaufnahme.
- Vitamin-B12-Mangel und daraus resultierender Blutarmut (megaloblastäre Anämie).
- Mangel an Eisen, Kalzium und fettlöslichen Vitaminen (A, D, E, K).
- Reflux der Gallenflüssigkeit in die Speiseröhre.
Diagnose
Die Diagnose der Agastrie ergibt sich in der Regel aus der Krankengeschichte des Patienten, insbesondere nach einer dokumentierten Gastrektomie. Bei angeborener Agastrie erfolgt die Diagnose durch:
- Bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT).
- Endoskopie zur direkten Beurteilung des oberen Magen-Darm-Trakts.
- Laboruntersuchungen zum Nachweis von Nährstoffmängeln.
Behandlung und Ernährungsmanagement
Da der Magen vollständig fehlt, ist eine lebenslange medizinische Betreuung erforderlich. Die wichtigsten Maßnahmen umfassen:
Ernährungsanpassungen
- Mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt, um das Dumping-Syndrom zu minimieren.
- Vermeidung von zuckerhaltigen und stark fetthaltigen Speisen.
- Langsames Essen und gründliches Kauen.
Nahrungsergänzung und Substitution
- Lebenslange Vitamin-B12-Substitution (meist als intramuskuläre Injektion oder hochdosiertes orales Präparat).
- Supplementierung von Eisen, Kalzium, Vitamin D und weiteren Mikronährstoffen.
- Gegebenenfalls Pankreasenzymsupplementierung zur Unterstützung der Verdauung.
Medizinische Nachsorge
- Regelmäßige Blutuntersuchungen zur Kontrolle des Nährstoffstatus.
- Ernährungsberatung durch spezialisierte Diätologen.
- Psychologische Unterstützung, da die veränderte Nahrungsaufnahme die Lebensqualität erheblich beeinflussen kann.
Prognose und Lebensqualität
Mit einer konsequenten Ernährungstherapie und regelmäßiger medizinischer Nachsorge können viele Betroffene eine gute Lebensqualität erreichen. Die Prognose hängt jedoch stark von der Grunderkrankung ab, die zur Gastrektomie geführt hat. Moderne chirurgische Rekonstruktionsverfahren, wie die Bildung eines sogenannten Pouches (Ersatzmagens) aus Darmabschnitten, können die Nahrungsaufnahme erleichtern.
Quellen
- World Health Organization (WHO): Nutrition and Food Safety Guidelines, 2022. Verfügbar unter: https://www.who.int
- Lordick F. et al. - Magenkarzinom: Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO), 2023.
- Mariette C., Bruyere E. - Total Gastrectomy and Nutritional Management. In: Annals of Surgery, 2020; 271(3): 412-420.
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