Akzessorische Milz – Nebenmilz einfach erklärt
Eine akzessorische Milz ist zusätzliches Milzgewebe, das getrennt von der Hauptmilz im Bauchraum vorkommt. Sie ist meist harmlos und wird oft zufällig entdeckt.
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Eine akzessorische Milz ist zusätzliches Milzgewebe, das getrennt von der Hauptmilz im Bauchraum vorkommt. Sie ist meist harmlos und wird oft zufällig entdeckt.
Was ist eine akzessorische Milz?
Eine akzessorische Milz (auch Nebenmilz genannt) ist eine kleine, zusätzliche Ansammlung von Milzgewebe, die räumlich von der eigentlichen Milz getrennt vorliegt. Sie entsteht während der Embryonalentwicklung, wenn sich Teile des Milzgewebes nicht vollständig vereinigen, sondern als eigenständige Struktur bestehen bleiben. In der Fachsprache wird sie auch als Splen accessorius oder Lien accessorius bezeichnet.
Akzessorische Milzen sind in der Bevölkerung relativ häufig: Schätzungen zufolge kommen sie bei etwa 10 bis 30 Prozent aller Menschen vor. In den meisten Fällen handelt es sich um einen harmlosen Zufallsbefund, der keine Beschwerden verursacht und keine Behandlung erfordert.
Lage und Erscheinungsbild
Akzessorische Milzen sind in der Regel kleine, rundliche Gewebeknoten mit einem Durchmesser von wenigen Millimetern bis zu etwa 2–3 Zentimetern. Sie bestehen aus demselben Gewebe wie die Hauptmilz und sind daher funktionsfähig. Die häufigsten Lokalisationen sind:
- Im Milzhilus (dem Ein- und Austritt der Gefäße an der Milz) – dies ist die mit Abstand häufigste Lokalisation
- Im Bereich des Magenbandes oder des Dünndarmgekröses
- Im Bereich der Bauchspeicheldrüse (Pankreasschwanz)
- Im kleinen Becken oder am Hoden (seltenere Lokalisationen)
Ursachen und Entstehung
Die akzessorische Milz ist eine angeborene Fehlbildung, die auf eine unvollständige Vereinigung des embryonalen Milzgewebes zurückzuführen ist. Während der Embryonalentwicklung entsteht die Milz aus dem Mesoderm (einer der embryonalen Keimschichten). Wenn sich diese Anlagen nicht vollständig zusammenlagern, verbleiben einzelne Gewebeinseln als akzessorische Milzen. Es handelt sich nicht um eine Erkrankung im eigentlichen Sinne, sondern um eine anatomische Variante.
Klinische Bedeutung
In der überwiegenden Mehrzahl der Fälle ist die akzessorische Milz klinisch bedeutungslos und wird als Zufallsbefund bei bildgebenden Untersuchungen (z. B. Ultraschall, CT oder MRT des Bauchraums) entdeckt. Es gibt jedoch klinische Situationen, in denen sie relevant wird:
Relevanz nach Milzentfernung (Splenektomie)
Wenn die Milz operativ entfernt wird – beispielsweise bei bestimmten Bluterkrankungen wie der Immunthrombozytopenie (ITP) oder der hereditären Sphärozytose –, kann eine übersehene akzessorische Milz die Erkrankung aufrechterhalten, da sie die Funktion der entfernten Milz teilweise übernimmt. In diesen Fällen ist die Entfernung der Nebenmilz medizinisch notwendig.
Differenzialdiagnostische Bedeutung
Eine akzessorische Milz kann in der Bildgebung anderen Raumforderungen ähneln, wie z. B. einem vergrößerten Lymphknoten, einem Tumor des Pankreas oder eines Nebenorgans. Eine korrekte Identifikation ist daher wichtig, um unnötige Eingriffe zu vermeiden.
Komplikationen (selten)
In sehr seltenen Fällen kann eine akzessorische Milz Komplikationen verursachen, darunter:
- Torsion (Verdrehung) mit Infarzierung des Gewebes – kann akute Bauchschmerzen verursachen
- Spontane Ruptur bei Trauma
- Sehr selten: maligne Entartung (äußerst selten beschrieben)
Diagnose
Die Diagnose einer akzessorischen Milz erfolgt meist zufällig im Rahmen bildgebender Untersuchungen:
- Ultraschall (Sonographie): Häufigste Methode der Erstdiagnose; die Nebenmilz stellt sich als echogleiche, rundliche Struktur im Bereich der Milz dar.
- Computertomographie (CT): Ermöglicht eine genaue Lokalisation und Abgrenzung gegenüber anderen Raumforderungen.
- Magnetresonanztomographie (MRT): Besonders geeignet zur Differenzierung von anderen Gewebsstrukturen.
- Szintigraphie: Mit radioaktiv markierten Erythrozyten kann Milzgewebe spezifisch dargestellt werden – hilfreich bei unklaren Befunden.
Behandlung
Eine gesunde akzessorische Milz erfordert in der Regel keine Behandlung. Lediglich in folgenden Situationen wird ein Eingriff erwogen:
- Nachweis einer Nebenmilz nach Splenektomie bei einer Erkrankung, bei der die vollständige Entfernung des Milzgewebes notwendig ist
- Auftreten von Komplikationen wie Torsion oder Ruptur
- Unklarer Befund, bei dem eine bösartige Erkrankung nicht sicher ausgeschlossen werden kann
Die Entfernung kann in der Regel minimalinvasiv (laparoskopisch) erfolgen.
Quellen
- Cotran R.S., Kumar V., Collins T.: Robbins Pathologic Basis of Disease. 9. Auflage. Saunders Elsevier, Philadelphia 2015.
- Dodds W.J. et al.: The accessory spleen. Radiographics, 1997; 17(4): 869–882. (PubMed PMID: 9225387)
- Lam K.Y., Tang V.: Metastatic tumors to the spleen: a 25-year clinicopathologic study. Archives of Pathology and Laboratory Medicine, 2000; 124(4): 526–530.
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