Allergenimmuntherapie – Hyposensibilisierung
Die Allergenimmuntherapie ist eine kausale Behandlung von Allergien, bei der das Immunsystem gezielt an Allergene gewöhnt wird, um langfristige Beschwerdefreiheit zu erreichen.
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Die Allergenimmuntherapie ist eine kausale Behandlung von Allergien, bei der das Immunsystem gezielt an Allergene gewöhnt wird, um langfristige Beschwerdefreiheit zu erreichen.
Was ist die Allergenimmuntherapie?
Die Allergenimmuntherapie (AIT) – auch bekannt als Hyposensibilisierung oder Desensibilisierung – ist die einzige ursächliche Behandlungsmethode bei allergischen Erkrankungen. Im Gegensatz zu symptomatischen Therapien wie Antihistaminika greift die AIT direkt in das Immunsystem ein und führt zu einer dauerhaften Veränderung der Immunreaktion gegenüber dem auslösenden Allergen. Sie wird eingesetzt bei allergischem Schnupfen (Rhinitis), allergischem Asthma, Insektengiftallergien und bestimmten Nahrungsmittelallergien.
Wirkmechanismus
Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem übermäßig auf eigentlich harmlose Substanzen – sogenannte Allergene (z. B. Pollen, Hausstaubmilben, Insektengift). Die Allergenimmuntherapie setzt gezielt steigende Dosen des Allergens ein, um das Immunsystem schrittweise zu tolerieren. Dabei laufen mehrere immunologische Prozesse ab:
- Bildung von sogenannten blockierenden IgG-Antikörpern, die die allergische Reaktion abschwächen
- Reduktion der allergenspezifischen IgE-Antikörper, die für die allergische Sofortreaktion verantwortlich sind
- Förderung regulatorischer T-Zellen (Treg-Zellen), die eine immunologische Toleranz aufbauen
- Verschiebung der Immunantwort von einem Th2-dominierten (allergischen) zu einem Th1-dominierten Profil
Formen der Allergenimmuntherapie
Subkutane Immuntherapie (SCIT)
Bei der subkutanen Immuntherapie wird das Allergen in steigenden Dosen unter die Haut (subkutan) injiziert. Die Behandlung erfolgt in zwei Phasen: einer Aufbauphase mit wöchentlichen Injektionen und einer Erhaltungsphase mit Injektionen alle 4–6 Wochen. Die Gesamtdauer beträgt in der Regel 3 Jahre. Diese Methode ist die am längsten etablierte Form der AIT und gilt als Goldstandard bei Insektengiftallergien.
Sublinguale Immuntherapie (SLIT)
Bei der sublingualen Immuntherapie werden Allergene in Form von Tropfen oder Tabletten unter die Zunge gegeben. Diese Methode kann häufig zu Hause angewendet werden, was den Behandlungskomfort erhöht. Sie ist besonders verbreitet bei Pollen- und Hausstaubmilbenallergien. Die Therapiedauer beträgt ebenfalls mindestens 3 Jahre.
Indikationen
Die Allergenimmuntherapie wird empfohlen bei:
- Allergischer Rhinitis (Heuschnupfen) durch Pollen, Hausstaubmilben oder Schimmelpilze
- Allergischem Asthma bronchiale in leichter bis mittelschwerer Form
- Insektengiftallergie (z. B. Bienen- oder Wespengift) – hier lebensrettend bei schwerer Anaphylaxie
- Nahrungsmittelallergien (z. B. Erdnuss) – in spezialisierten Zentren und unter strenger Aufsicht
Wer ist geeignet?
Die AIT ist grundsätzlich für Kinder ab 5 Jahren und Erwachsene geeignet. Voraussetzung ist eine gesicherte Allergiediagnose durch Hauttest (Pricktest) und/oder spezifische IgE-Bestimmung im Blut. Kontraindikationen umfassen schwere unkontrollierte Asthmaerkrankungen, bestimmte Immunerkrankungen, Schwangerschaft (Neubeginn) sowie die Einnahme bestimmter Medikamente wie Betablocker.
Nebenwirkungen
Lokale Reaktionen wie Rötung, Schwellung oder Juckreiz an der Injektionsstelle sind häufig und meist harmlos. Systemische Reaktionen (z. B. Urtikaria, Asthmaanfall, in seltenen Fällen anaphylaktischer Schock) sind möglich, treten aber selten auf. Deshalb muss die SCIT immer unter ärztlicher Aufsicht erfolgen, und Patienten müssen nach der Injektion mindestens 30 Minuten beobachtet werden.
Therapieerfolg und Langzeitwirkung
Studien zeigen, dass eine erfolgreich abgeschlossene AIT zu einer langfristigen Reduktion der allergischen Symptome führt, auch nach Beendigung der Behandlung. Darüber hinaus kann die AIT verhindern, dass eine Rhinitis sich zu Asthma entwickelt (Etagenwechsel), und die Entstehung neuer Sensibilisierungen auf weitere Allergene hemmen. Der volle Therapieerfolg ist oft erst nach 1–2 Jahren spürbar.
Quellen
- Pfaar O. et al. - Leitlinie zur (allergen-)spezifischen Immuntherapie bei IgE-vermittelten allergischen Erkrankungen. Allergo Journal International, 2014.
- World Allergy Organization (WAO) - White Book on Allergy, 2013. Verfügbar unter: www.worldallergy.org
- Nationale VersorgungsLeitlinie Asthma, 4. Auflage, 2020. Verfügbar unter: www.leitlinien.de
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