Amputation – Ursachen, Behandlung & Rehabilitation
Eine Amputation ist die operative oder unfallbedingte Abtrennung eines Körpergliedes. Sie wird bei schweren Verletzungen, Durchblutungsstörungen oder Tumorerkrankungen durchgeführt.
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Eine Amputation ist die operative oder unfallbedingte Abtrennung eines Körpergliedes. Sie wird bei schweren Verletzungen, Durchblutungsstörungen oder Tumorerkrankungen durchgeführt.
Was ist eine Amputation?
Eine Amputation bezeichnet die vollständige Abtrennung eines Körperteils – meist einer Gliedmaße wie Arm, Bein, Hand, Fuß oder einzelner Finger bzw. Zehen – vom übrigen Körper. Dies kann entweder chirurgisch geplant erfolgen oder als Folge eines schweren Unfalls (traumatische Amputation). Ziel einer chirurgischen Amputation ist es, das Leben des Patienten zu erhalten oder dauerhaften Schmerzen und Infektionen vorzubeugen.
Ursachen
Es gibt verschiedene medizinische Gründe, die zu einer Amputation führen können:
- Periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK): Durch verengte oder verstopfte Blutgefäße wird das Gewebe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt und stirbt ab (Gangrän).
- Diabetisches Fußsyndrom: Chronisch erhöhte Blutzuckerwerte führen zu Nervenschäden und Durchblutungsstörungen, die schwer heilende Wunden und Infektionen verursachen können.
- Traumatische Verletzungen: Schwere Unfälle, z. B. durch Maschinen, Verkehr oder Kriegseinwirkungen, können Gliedmaßen so stark beschädigen, dass eine Amputation notwendig wird.
- Tumorerkrankungen: Bei bestimmten Knochen- oder Weichteilsarkomen kann eine Amputation Teil der onkologischen Behandlung sein.
- Schwere Infektionen: Nekrotisierende Fasziitis oder therapieresistente Osteomyelitis (Knochenmarksentzündung) können eine Amputation erforderlich machen.
- Angeborene Fehlbildungen: In seltenen Fällen wird eine Amputation durchgeführt, um die Versorgung mit einer Prothese zu ermöglichen.
Symptome und Beschwerden
Nach einer Amputation können vielfältige körperliche und psychische Beschwerden auftreten:
- Phantomschmerzen: Viele Betroffene empfinden Schmerzen in dem nicht mehr vorhandenen Körperteil. Diese entstehen durch veränderte Signalverarbeitung im Nervensystem.
- Stumpfschmerzen: Schmerzen direkt an der Amputationsstelle (dem sogenannten Stumpf) können durch Narbengewebe, Neuromen (Nervengeschwülste) oder schlecht sitzende Prothesen entstehen.
- Wundheilungsstörungen: Besonders bei Patienten mit Diabetes oder Durchblutungsstörungen kann die Wundheilung am Stumpf erschwert sein.
- Psychische Belastungen: Der Verlust einer Gliedmaße kann zu Trauer, Depressionen, Angststörungen oder einem veränderten Körperbild führen.
- Einschränkungen der Mobilität und Selbstständigkeit: Je nach Ausmaß der Amputation sind alltägliche Aktivitäten stark beeinträchtigt.
Diagnose
Vor einer geplanten Amputation werden verschiedene diagnostische Verfahren eingesetzt, um Ausmaß und Höhe der Amputation festzulegen:
- Doppler-Sonographie und Angiographie: Beurteilung der Durchblutungssituation im betroffenen Bereich.
- MRT und CT: Bildgebende Verfahren zur genauen Darstellung von Knochen, Gefäßen und Weichteilen.
- Laboruntersuchungen: Blutbild, Entzündungsparameter und Gerinnungswerte werden bestimmt.
- Mikrobiologische Abstriche: Bei Verdacht auf Infektion werden Erreger identifiziert.
Behandlung und Rehabilitation
Chirurgische Versorgung
Bei der Operation wird der Amputationsstumpf so geformt, dass er später optimal mit einer Prothese versorgt werden kann. Wichtig sind eine ausreichende Weichteilabdeckung und eine sorgfältige Nerven- sowie Gefäßversorgung des Stumpfes.
Prothesenversorgung
Moderne Prothesen – vom einfachen kosmetischen Ersatz bis hin zu computergesteuerten, myoelektrischen Systemen – ermöglichen vielen Amputierten eine weitgehende Wiederherstellung der Mobilität und Selbstständigkeit. Die Anpassung erfolgt durch spezialisierte Orthopädietechniker.
Physiotherapie und Ergotherapie
Gezieltes Training stärkt die verbleibende Muskulatur, verbessert die Balance und hilft, Kompensationsbewegungen zu erlernen. Ergotherapie unterstützt die Wiedereingliederung in den Alltag.
Schmerztherapie
Phantomschmerzen werden mit einem multimodalen Ansatz behandelt, der Medikamente (z. B. Antikonvulsiva, Antidepressiva), Spiegeltherapie und psychologische Unterstützung umfasst.
Psychosoziale Begleitung
Psychologische Beratung, Selbsthilfegruppen und soziale Unterstützung sind wichtige Bestandteile der Rehabilitation, um die emotionale Verarbeitung des Körperverlustes zu fördern.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin (DGG): Leitlinien zur Versorgung von Amputationen. www.gefaesschirurgie.de (2023).
- World Health Organization (WHO): Rehabilitation nach Amputation – Globale Perspektiven. Geneva: WHO Press (2022).
- Baumgartner R, Botta P: Amputation und Prothesenversorgung. 3. Auflage. Stuttgart: Georg Thieme Verlag (2008).
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