Androgenstatus – Hormonstatus & Testosteron
Der Androgenstatus beschreibt die Konzentration männlicher Geschlechtshormone im Blut. Er wird zur Diagnose hormoneller Störungen bei Männern und Frauen eingesetzt.
Interesse an regelmäßigen Tipps & Infos rund um Gesundheit? Regelmäßigen Tipps & Infos rund um GesundheitWissenswertes über "Androgenstatus"
Der Androgenstatus beschreibt die Konzentration männlicher Geschlechtshormone im Blut. Er wird zur Diagnose hormoneller Störungen bei Männern und Frauen eingesetzt.
Was ist der Androgenstatus?
Der Androgenstatus ist ein diagnostisches Profil, das die Konzentration von Androgenen – also männlichen Geschlechtshormonen – im Blut erfasst. Androgene kommen sowohl bei Männern als auch bei Frauen vor, allerdings in sehr unterschiedlichen Mengen. Zu den wichtigsten Androgenen zählen Testosteron, Dihydrotestosteron (DHT), Dehydroepiandrosteron (DHEA) und Androstendion. Der Androgenstatus liefert wichtige Informationen über die hormonelle Gesundheit und wird in der Endokrinologie, Gynäkologie und Urologie eingesetzt.
Welche Parameter werden gemessen?
Eine vollständige Bestimmung des Androgenstatus umfasst in der Regel folgende Laborwerte:
- Gesamt-Testosteron: Die Gesamtmenge des Testosterons im Blut, gebunden und ungebunden.
- Freies Testosteron: Der biologisch aktive Anteil des Testosterons, der nicht an Transportproteine gebunden ist.
- SHBG (Sexualhormon-bindendes Globulin): Ein Transportprotein, das die Verfügbarkeit von Testosteron reguliert.
- DHEA-S (Dehydroepiandrosteron-Sulfat): Ein Vorläuferhormon, das in der Nebennierenrinde gebildet wird.
- Androstendion: Ein weiteres Vorläuferhormon, das in Testosteron und Östrogen umgewandelt werden kann.
- Dihydrotestosteron (DHT): Die biologisch potenteste Form des Testosterons, relevant bei Haarausfall und Prostataerkrankungen.
Wann wird der Androgenstatus bestimmt?
Die Bestimmung des Androgenstatus ist bei verschiedenen klinischen Fragestellungen indiziert:
Bei Männern
- Verdacht auf Hypogonadismus (Unterfunktion der Hoden mit zu wenig Testosteron)
- Erektile Dysfunktion und Libidoverlust
- Unfruchtbarkeit
- Verzögerte oder ausbleibende Pubertät
- Verdacht auf anabolen Steroidmissbrauch
- Abklärung von Müdigkeit, Muskelschwund oder Osteoporose
Bei Frauen
- Verdacht auf Polyzystisches Ovarsyndrom (PCOS)
- Ungewollter Hirsutismus (vermehrte Körperbehaarung)
- Akne und fettige Haut im Erwachsenenalter
- Zyklusstörungen und Amenorrhoe (Ausbleiben der Menstruation)
- Verdacht auf Nebennierenrindentumoren oder androgenproduzierende Tumoren
- Wechseljahrsbeschwerden mit Libidoverlust
Wie wird der Androgenstatus bestimmt?
Die Messung erfolgt aus einer Blutprobe, die in der Regel morgens zwischen 7 und 10 Uhr entnommen wird, da Testosteron einem tageszeitlichen Schwankungsmuster (zirkadianer Rhythmus) unterliegt und morgens am höchsten ist. Bei Frauen ist zusätzlich der Zeitpunkt im Menstruationszyklus relevant, da Hormonspiegel zyklusabhängig schwanken. Für einige Messungen (z. B. DHEA-S) ist kein nüchterner Zustand erforderlich; für andere Werte empfiehlt sich eine Messung im nüchternen Zustand.
Normwerte und Interpretation
Die Referenzwerte des Androgenstatus sind alters- und geschlechtsabhängig. Typische Orientierungswerte für Gesamt-Testosteron lauten:
- Männer (erwachsen): ca. 9,9 – 27,8 nmol/l (entspricht ca. 285 – 800 ng/dl)
- Frauen (prämenopausal): ca. 0,3 – 2,4 nmol/l (entspricht ca. 9 – 70 ng/dl)
Die Interpretation der Werte sollte stets im klinischen Kontext und zusammen mit den anderen Parametern (SHBG, freies Testosteron, LH, FSH) erfolgen. Abweichende Werte allein sind nicht immer krankheitswertig.
Behandlung bei auffälligem Androgenstatus
Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache:
- Testosteronmangel beim Mann: Testosteronersatztherapie (z. B. als Gel, Injektion oder Pflaster) unter ärztlicher Aufsicht.
- Androgenüberschuss bei der Frau (z. B. bei PCOS): Einsatz von Anti-Androgenen (z. B. Spironolacton, Cyproteronacetat), oralen Kontrazeptiva oder Metformin bei gleichzeitigem Insulinresistenzsyndrom.
- Nebennierenrindenerkrankungen: Spezifische medikamentöse oder operative Therapie je nach Befund.
Quellen
- Nieschlag E., Behre H.M., Nieschlag S. (Hrsg.) – Andrologie: Grundlagen und Klinik der reproduktiven Gesundheit des Mannes. Springer Verlag, 4. Auflage (2019).
- Azziz R. et al. – Polycystic Ovary Syndrome. Nature Reviews Disease Primers, 2016. PubMed PMID: 27510637.
- Bhasin S. et al. – Testosterone Therapy in Men with Hypogonadism: An Endocrine Society Clinical Practice Guideline. Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism, 2018. DOI: 10.1210/jc.2018-00229.
Verwandte Produkte
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Für Deinen universellen Schutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Proteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsMeistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsFür eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieThorakales Aortenaneurysma
Urogenitaltuberkulose
Adipokinregulation
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kölner Liste
Kaloriengehalt
Verwandte Suchbegriffe: Androgenstatus + Androgen-Status