Anulozyt – Definition, Ursachen & Diagnose
Ein Anulozyt ist ein veränderter roter Blutkörper mit verbreitertem blassem Zentrum, typisch bei Eisenmangel. Er zeigt eine gestörte Hämoglobinbildung an.
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Ein Anulozyt ist ein veränderter roter Blutkörper mit verbreitertem blassem Zentrum, typisch bei Eisenmangel. Er zeigt eine gestörte Hämoglobinbildung an.
Was ist ein Anulozyt?
Ein Anulozyt (von lateinisch anulus = Ring) ist ein pathologisch verändertes rotes Blutkörperchen (Erythrozyt), das im mikroskopischen Blutbild durch einen auffallend verbreiterten, blassen Bereich in der Mitte gekennzeichnet ist. Normalerweise weist ein gesunder Erythrozyt eine kleine, zentrale Aufhellung auf, die weniger als ein Drittel des Zelldurchmessers beträgt. Beim Anulozyt ist diese blasse Zone deutlich vergrößert und nimmt mehr als ein Drittel des gesamten Zelldurchmessers ein, sodass die Zelle ringförmig erscheint.
Ursachen
Anulozyten entstehen in der Regel durch eine unzureichende Hämoglobinsynthese, also eine gestörte Bildung des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin. Da weniger Hämoglobin produziert wird, füllt sich die Zelle nicht vollständig aus und wirkt im Ausstrich blass und ringförmig. Häufige Ursachen sind:
- Eisenmangel: Die häufigste Ursache. Eisen ist ein zentraler Bestandteil des Hämoglobins. Bei Eisenmangel wird weniger Hämoglobin gebildet, was zur Entstehung von Anulozyten führt.
- Thalassämie: Eine erbliche Erkrankung der Hämoglobinketten, bei der die Hämoglobinproduktion genetisch bedingt eingeschränkt ist.
- Sideroachrestische Anämie: Eine seltene Form der Blutarmut, bei der die Eisenverwertung trotz ausreichender Eisenvorräte gestört ist.
- Bleiintoxikation: Blei hemmt wichtige Enzyme der Hämoglobinsynthese und kann zur Entstehung von Anulozyten beitragen.
Diagnose
Anulozyten werden im Rahmen eines Differentialblutbilds entdeckt. Dabei wird ein Blutausstrich unter dem Mikroskop beurteilt. Der Anteil von Anulozyten wird im Befund vermerkt. Ergänzend werden laborchemische Parameter bestimmt, um die Ursache zu klären:
- Ferritin und Serumeisen: Zur Beurteilung der Eisenspeicher
- Transferrinsättigung: Gibt Auskunft über den Eisentransport im Blut
- MCV (mittleres korpuskuläres Volumen) und MCH (mittlerer korpuskulärer Hämoglobingehalt): Beide sind bei Eisenmangelanämie erniedrigt
- Hämoglobin-Elektrophorese: Zum Ausschluss einer Thalassämie
Klinische Bedeutung
Anulozyten allein sind kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern ein diagnostischer Hinweis im Blutbild, der auf eine zugrunde liegende Erkrankung hinweist. Ihr Auftreten sollte stets weiter abgeklärt werden. Die klinische Bedeutung richtet sich nach der Grunderkrankung:
- Bei Eisenmangelanämie sind Anulozyten ein typischer Befund und verschwinden nach erfolgreicher Eisentherapie.
- Bei Thalassämie sind sie ein dauerhafter Befund, der durch die genetische Ursache bedingt ist.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich immer nach der zugrundeliegenden Ursache:
- Eisenmangel: Orale oder intravenöse Eisensupplementierung, Behandlung der Ursache des Eisenverlusts (z. B. gastrointestinale Blutung)
- Thalassämie: Je nach Schweregrad Beobachtung, regelmäßige Bluttransfusionen oder in schweren Fällen eine Stammzelltransplantation
- Bleiintoxikation: Chelattherapie zur Ausleitung des Bleis aus dem Körper
Quellen
- Hoffbrand A. V., Higgs D. R., Keeling D. M., Mehta A. B. (Hrsg.) - Postgraduate Haematology, 7. Auflage, Wiley-Blackwell, 2016
- World Health Organization (WHO) - Haemoglobin concentrations for the diagnosis of anaemia and assessment of severity. Geneva: WHO Press, 2011. Verfügbar unter: https://www.who.int/publications/i/item/WHO-NMH-NHD-MNM-11.1
- Bain B. J. - Blood Cells: A Practical Guide, 5. Auflage, Wiley-Blackwell, 2015
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