Aortokoronar – Bedeutung & Bypass-Operation
Aortokoronar bezeichnet die Verbindung zwischen der Aorta und den Koronararterien, insbesondere im Zusammenhang mit dem aortokoronaren Bypass.
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Aortokoronar bezeichnet die Verbindung zwischen der Aorta und den Koronararterien, insbesondere im Zusammenhang mit dem aortokoronaren Bypass.
Was bedeutet aortokoronar?
Der Begriff aortokoronar setzt sich aus den lateinischen bzw. griechischen Wortstämmen Aorta (die Hauptschlagader des Körpers) und Koronararterie (Herzkranzgefäß) zusammen. Er beschreibt anatomische oder chirurgische Verbindungen zwischen der Aorta und den Herzkranzgefäßen. In der medizinischen Praxis wird der Begriff vor allem im Zusammenhang mit dem aortokoronaren Bypass (ACB) verwendet, einem der häufigsten herzchirurgischen Eingriffe weltweit.
Anatomischer Hintergrund
Die Koronararterien (Herzkranzgefäße) entspringen direkt aus der Aorta und versorgen den Herzmuskel mit sauerstoffreichem Blut. Es gibt zwei Hauptkoronararterien:
- Linke Koronararterie (LCA): versorgt den größten Teil des linken Herzens
- Rechte Koronararterie (RCA): versorgt den rechten Herzmuskel sowie Teile der Herzrückwand
Werden diese Gefäße durch Ablagerungen (Arteriosklerose) verengt oder verschlossen, kann der Herzmuskel nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt werden, was zu Angina pectoris oder einem Herzinfarkt führen kann.
Der aortokoronare Bypass
Der aortokoronare Bypasseingriff (ACB-Operation) ist ein herzchirurgisches Verfahren, bei dem verengte oder verschlossene Koronararterien durch neue Blutgefäßverbindungen umgangen werden. Dabei wird ein Gefäßtransplantat (sogenannter Bypass) zwischen der Aorta und dem Koronargefäß jenseits der Engstelle angelegt, um die Blutversorgung des Herzmuskels wiederherzustellen.
Verwendete Gefäße
Als Bypasstreffen werden verschiedene körpereigene Gefäße verwendet:
- Arteria thoracica interna (Mammariaarterien): bevorzugtes Gefäß wegen hoher Langzeitdurchgängigkeit
- Vena saphena magna: Beinvene, häufig bei Mehrfachbypässen verwendet
- Arteria radialis: Unterarmarterie, ebenfalls geeignet
Indikationen
Ein aortokoronarer Bypass wird in der Regel empfohlen bei:
- Hochgradigen Verengungen mehrerer Koronargefäße (koronare Mehrgefäßerkrankung)
- Verengung des linken Hauptstammes der Koronararterie
- Unzureichendem Ansprechen auf medikamentöse Therapie oder Herzkatheterbehandlung (PTCA/Stenting)
- Stark eingeschränkter Herzpumpfunktion in Kombination mit Koronarstenosen
Durchführung der Operation
Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose und dauert je nach Anzahl der Bypässe mehrere Stunden. Klassischerweise wird die Operation mit Einsatz der Herz-Lungen-Maschine (extrakorporale Zirkulation) durchgeführt, die während des Eingriffs die Herzfunktion übernimmt. In bestimmten Fällen ist auch eine sogenannte Off-pump-Bypass-Operation am schlagenden Herzen möglich.
Risiken und Komplikationen
Wie bei jedem großen chirurgischen Eingriff bestehen auch beim aortokoronaren Bypass bestimmte Risiken:
- Blutungen und Infektionen
- Herzrhythmusstörungen (z. B. Vorhofflimmern)
- Schlaganfall
- Nierenfunktionsstörungen
- Wundinfektionen am Brustbein (Sternuminfektionen)
Die Sterblichkeitsrate des Eingriffs ist in spezialisierten Zentren gering und liegt bei elektiven Operationen bei unter 2 %.
Ergebnisse und Prognose
Der aortokoronare Bypass verbessert bei geeigneten Patienten nachweislich die Lebensqualität, reduziert Beschwerden wie Angina pectoris und verlängert in bestimmten Patientengruppen die Lebenserwartung. Die Langzeitdurchgängigkeit der Bypässe variiert je nach verwendetem Gefäß: Arterielle Bypässe (insbesondere mit der Arteria thoracica interna) zeigen nach 10 Jahren Offenheitsraten von über 90 %, venöse Bypässe liegen nach 10 Jahren bei etwa 50-60 %.
Quellen
- Neumann F-J. et al. - 2018 ESC/EACTS Guidelines on myocardial revascularization. European Heart Journal, 2019; 40(2):87-165.
- Bojar R.M. - Manual of Perioperative Care in Adult Cardiac Surgery. 5. Auflage, Wiley-Blackwell, 2011.
- Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) - Leitlinien und Qualitätsberichte zur Herzchirurgie. www.dgthg.de.
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