Arteria splenica – Anatomie und klinische Bedeutung
Die Arteria splenica ist das größte Gefäß des Truncus coeliacus und versorgt die Milz, den Pankreasschwanz und Teile des Magens mit sauerstoffreichem Blut.
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Die Arteria splenica ist das größte Gefäß des Truncus coeliacus und versorgt die Milz, den Pankreasschwanz und Teile des Magens mit sauerstoffreichem Blut.
Definition und Anatomie
Die Arteria splenica (auch Arteria lienalis genannt) ist ein großes arterielles Blutgefäß des Bauchraums. Sie entspringt aus dem Truncus coeliacus, dem gemeinsamen Abgangsast der Bauchschlagader (Aorta abdominalis), und verläuft in einem charakteristisch geschlängelten (tortuösen) Verlauf entlang des Oberrands der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) zur Milz (Splen). Mit einer Länge von durchschnittlich 8–32 cm zählt sie zu den längsten Eingeweidearterien des menschlichen Körpers.
Verlauf und Äste
Die Arteria splenica lässt sich topografisch in drei Abschnitte unterteilen:
- Pankreatischer Abschnitt: Die Arterie verläuft hinter dem Magen und entlang des Oberrands des Pankreas. Hier gibt sie mehrere kleine Pankreasäste (Rami pancreatici) ab, die das Pankreasgewebe versorgen.
- Präsplenischer Abschnitt: Kurz vor der Milz gibt die Arterie die Arteria gastroomentalis sinistra ab, die den großen Magenbogen (Curvatura major) mitversorgt, sowie kurze Magenäste (Arteriae gastricae breves), die den Magenfundus erreichen.
- Splenischer Abschnitt: Am Milzhilum (Pfortader der Milz) teilt sich das Gefäß in mehrere Endäste auf, die das Milzparenchym segmental versorgen.
Versorgungsgebiet
Die Arteria splenica ist für die Blutversorgung folgender Strukturen verantwortlich:
- Milz (Splen/Lien): Hauptversorgungsgebiet; die Milz ist ein zentrales Organ des Immunsystems und des Blutkreislaufs.
- Pankreasschwanz und -körper: Über die Rami pancreatici wird ein Großteil des Pankreas mit arteriellem Blut versorgt.
- Magenfundus und große Magenkurvatur: Über die Arteriae gastricae breves und die Arteria gastroomentalis sinistra.
Klinische Bedeutung
Aneurysma der Arteria splenica
Das Aneurysma der Arteria splenica ist mit einem Anteil von ca. 60 % aller viszeralen Aneurysmen die häufigste Erweiterung einer Eingeweidearterie. Risikofaktoren umfassen Schwangerschaft, portale Hypertension, Arteriosklerose und fibromuskuläre Dysplasie. Kleine Aneurysmen verlaufen oft asymptomatisch; eine Ruptur ist jedoch lebensbedrohlich und geht mit akuten abdominellen Schmerzen und hämodynamischer Instabilität einher. Die Behandlung erfolgt je nach Größe und Risikoprofil durch endovaskuläre Embolisation oder offene chirurgische Versorgung.
Milzinfarkt
Ein Verschluss oder eine hochgradige Stenose der Arteria splenica bzw. ihrer Äste kann zu einem Milzinfarkt führen. Ursachen sind unter anderem Vorhofflimmern mit Thromboembolien, Sichelzellanämie, Vaskulitiden oder iatrogene Verletzungen. Leitsymptom ist ein linksseitiger Oberbauchschmerz, der in die linke Schulter ausstrahlen kann.
Verletzungen bei Pankreasoperationen
Aufgrund der engen anatomischen Lagebeziehung zum Pankreas besteht bei Operationen am Pankreas (z. B. distale Pankreatektomie) ein erhöhtes Risiko für Verletzungen der Arteria splenica. Eine versehentliche Verletzung kann zu einer akuten Blutung oder zu einer postoperativen Milzischämie führen.
Diagnostische Bildgebung
Die Arteria splenica wird routinemäßig mittels CT-Angiographie, MR-Angiographie oder konventioneller Doppler-Sonographie beurteilt. Diese Verfahren sind essenziell für die Diagnose von Aneurysmen, Stenosen, Thrombosen und vaskulären Fehlbildungen.
Embryologie
Die Arteria splenica entwickelt sich embryonal aus dem ventralen Splanchnikusgefäßsystem und ist eng mit der Entwicklung des Truncus coeliacus verknüpft. Anatomische Varianten, wie ein direkter Abgang aus der Aorta oder eine gemeinsame Arteria hepatosplenica, sind selten, aber klinisch relevant.
Quellen
- Standring, S. (Hrsg.): Gray's Anatomy – The Anatomical Basis of Clinical Practice. 42. Auflage, Elsevier, 2021.
- Selo-Ojeme, D.O. et al.: Ruptured splenic artery aneurysm in pregnancy. In: Archives of Gynecology and Obstetrics, 2003.
- Pasha, S.F. et al.: Splanchnic artery aneurysms. In: Mayo Clinic Proceedings, 82(4):472–479, 2007.
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