Atherogenese – Entstehung der Arteriosklerose
Atherogenese bezeichnet den Prozess der Entstehung und Entwicklung von Arteriosklerose – der Verhärtung und Verengung von Blutgefäßen durch Ablagerungen in den Gefäßwänden.
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Atherogenese bezeichnet den Prozess der Entstehung und Entwicklung von Arteriosklerose – der Verhärtung und Verengung von Blutgefäßen durch Ablagerungen in den Gefäßwänden.
Was ist Atherogenese?
Der Begriff Atherogenese beschreibt die schrittweise Entstehung von Atherosklerose – einer chronischen Erkrankung der Arterien, bei der sich Fett, Cholesterin, Kalzium und andere Substanzen in den Gefäßwänden ablagern und sogenannte Plaques bilden. Diese Plaques verengen das Gefäßlumen, beeinträchtigen den Blutfluss und können im schlimmsten Fall zu lebensbedrohlichen Ereignissen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall führen.
Mechanismus der Atherogenese
Die Atherogenese ist ein mehrstufiger Prozess, der über Jahrzehnte verlaufen kann. Die wichtigsten Phasen sind:
1. Endotheliale Dysfunktion
Der erste Schritt ist eine Schädigung des Endothels – der dünnen Zellschicht, die die Innenwand der Blutgefäße auskleidet. Auslöser können erhöhter Blutdruck, erhöhte LDL-Cholesterinwerte, Rauchen, Diabetes mellitus oder chronische Entzündungen sein. Das geschädigte Endothel wird durchlässiger und produziert weniger gefäßerweiternde Substanzen wie Stickstoffmonoxid.
2. Einlagerung von LDL-Cholesterin
Durch die erhöhte Durchlässigkeit des Endothels dringen LDL-Partikel (Low-Density-Lipoprotein) in die Gefäßwand ein und werden dort durch reaktive Sauerstoffspezies oxidiert. Oxidiertes LDL (oxLDL) wirkt stark entzündungsfördernd.
3. Entzündungsreaktion und Schaumzellbildung
Das oxidierte LDL aktiviert das Immunsystem: Monozyten wandern aus dem Blut in die Gefäßwand ein und differenzieren sich zu Makrophagen. Diese nehmen das oxLDL auf und verwandeln sich in sogenannte Schaumzellen (engl. foam cells), die sich in der Gefäßwand ansammeln und den frühen Plaque – auch als Fettstreifen (fatty streak) bezeichnet – bilden.
4. Plaqueentwicklung und Fibrosierung
Im weiteren Verlauf wandern glatte Muskelzellen in die Gefäßwand ein und produzieren Bindegewebe, das den Plaque stabilisiert. Es entsteht eine fibröse Kappe über dem lipidreichen Kern. Kalziumablagerungen können den Plaque zusätzlich verhärten.
5. Plaqueruptur und thrombotische Komplikationen
Instabile Plaques können aufbrechen (rupturieren). Dies löst eine Blutgerinnung aus, die zu einem Thrombus führen kann, der das Gefäß vollständig verschließt – mit möglichen Folgen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall.
Risikofaktoren der Atherogenese
Verschiedene Faktoren begünstigen die Entstehung und das Fortschreiten der Atherosklerose:
- Erhöhte LDL-Cholesterinwerte (Hypercholesterinämie)
- Arterielle Hypertonie (Bluthochdruck)
- Rauchen
- Diabetes mellitus und Insulinresistenz
- Adipositas (Übergewicht)
- Bewegungsmangel
- Genetische Veranlagung
- Chronische Entzündungen (z. B. erhöhte CRP-Werte)
- Höheres Lebensalter und männliches Geschlecht
Diagnose
Die Atherogenese selbst ist ein stiller Prozess, der lange symptomfrei verläuft. Zur Früherkennung und Beurteilung des kardiovaskulären Risikos stehen verschiedene Methoden zur Verfügung:
- Blutuntersuchungen: Bestimmung von LDL, HDL, Gesamtcholesterin, Triglyzeriden und CRP
- Messung der Intima-Media-Dicke (IMT) per Ultraschall der Halsschlagader
- Knöchel-Arm-Index (ABI) zur Erfassung peripherer arterieller Verschlusskrankheit
- Koronare Kalziumbestimmung (CT-basierter Kalzium-Score)
- Belastungs-EKG und Herzkatheteruntersuchung bei fortgeschrittener Erkrankung
Behandlung und Prävention
Die Atherogenese kann durch gezielte Maßnahmen verlangsamt oder teilweise aufgehalten werden:
Lebensstiländerungen
- Herzgesunde Ernährung (mediterrane Diät, wenig gesättigte Fette)
- Regelmäßige körperliche Aktivität
- Rauchstopp
- Gewichtsreduktion bei Übergewicht
Medikamentöse Therapie
- Statine: Senken LDL-Cholesterin und hemmen die Entzündung in der Gefäßwand
- Antihypertensiva: Blutdrucksenkende Medikamente
- Antidiabetika: Kontrolle des Blutzuckers bei Diabetes mellitus
- Thrombozytenaggregationshemmer (z. B. Acetylsalicylsäure): Vermindern das Risiko von Blutgerinnseln
- PCSK9-Inhibitoren: Neuere Medikamente zur starken LDL-Senkung
Quellen
- Libby P. et al. - Atherosclerosis. In: Braunwald's Heart Disease: A Textbook of Cardiovascular Medicine, 12. Auflage, Elsevier (2022)
- World Health Organization (WHO) - Cardiovascular diseases (CVDs): Key Facts. WHO, Genf (2021). Verfügbar unter: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/cardiovascular-diseases-(cvds)
- Lusis A.J. - Atherosclerosis. Nature, 407(6801):233-241 (2000). DOI: 10.1038/35025203
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