Atlantoaxial – Gelenk, Instabilität und Behandlung
Das atlantoaxiale Gelenk verbindet den ersten und zweiten Halswirbel (Atlas und Axis) und ermöglicht die Drehbewegung des Kopfes. Erkrankungen dieses Gelenks können zu Instabilität und Schmerzen führen.
Interesse an regelmäßigen Tipps & Infos rund um Gesundheit? Regelmäßigen Tipps & Infos rund um GesundheitWissenswertes über "Atlantoaxial"
Das atlantoaxiale Gelenk verbindet den ersten und zweiten Halswirbel (Atlas und Axis) und ermöglicht die Drehbewegung des Kopfes. Erkrankungen dieses Gelenks können zu Instabilität und Schmerzen führen.
Was ist das atlantoaxiale Gelenk?
Das atlantoaxiale Gelenk ist die Verbindung zwischen dem ersten Halswirbel (Atlas, C1) und dem zweiten Halswirbel (Axis, C2). Es handelt sich um ein funktionell bedeutsames Gelenk der oberen Halswirbelsäule, das hauptsächlich für die Rotation des Kopfes verantwortlich ist – also die Drehbewegung des Kopfes von einer Seite zur anderen. Etwa 50 % der gesamten Rotationsbewegung der Halswirbelsäule finden in diesem Gelenk statt.
Das Gelenk wird durch ein komplexes System aus Bändern stabilisiert, insbesondere durch das Ligamentum transversum atlantis, das den Zahnfortsatz (Dens axis) des Axis an den Atlas fixiert und eine übermäßige Bewegung verhindert.
Anatomie des atlantoaxialen Gelenks
Das atlantoaxiale Gelenkkomplex besteht aus drei Einzelgelenken:
- Zwei laterale atlantoaxiale Gelenke (Articulationes atlantoaxiales laterales): Sie befinden sich beidseitig zwischen den Gelenkflächen von Atlas und Axis.
- Ein medianes atlantoaxiales Gelenk (Articulatio atlantoaxialis mediana): Es bildet sich zwischen dem Dens axis und dem vorderen Atlasbogen sowie dem Ligamentum transversum.
Häufige Erkrankungen und Störungen
Atlantoaxiale Instabilität
Eine atlantoaxiale Instabilität beschreibt eine übermäßige Beweglichkeit des Gelenks, die auf eine Lockerung oder Verletzung der stabilisierenden Bänder zurückzuführen ist. Sie kann angeboren (z. B. bei Down-Syndrom) oder erworben (z. B. durch Trauma, rheumatoide Arthritis oder Infektionen) sein. Im schlimmsten Fall droht eine Kompression des Rückenmarks.
Atlantoaxiale Subluxation
Bei einer atlantoaxiale Subluxation kommt es zu einer teilweisen Verschiebung zwischen Atlas und Axis. Dies kann nach Verletzungen, bei entzündlichen Erkrankungen wie der rheumatoiden Arthritis oder spontan (z. B. beim Grisel-Syndrom nach Infektionen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich) auftreten.
Arthrose des atlantoaxialen Gelenks
Degenerative Veränderungen des atlantoaxialen Gelenks können zu chronischen Nackenschmerzen, eingeschränkter Kopfbeweglichkeit und lokalem Druckschmerz führen. Diese Form der Arthrose betrifft häufig ältere Menschen.
Symptome
Erkrankungen des atlantoaxialen Gelenks können sich durch verschiedene Beschwerden äußern:
- Schmerzen im Nacken- und Hinterkopfbereich
- Eingeschränkte oder schmerzhafte Kopfrotation
- Steifigkeit der oberen Halswirbelsäule
- Kopfschmerzen (insbesondere okzipitale Kopfschmerzen)
- Bei Instabilität: neurologische Symptome wie Kribbeln, Taubheitsgefühl oder Schwäche in Armen oder Beinen (durch Rückenmarkskompression)
- In schweren Fällen: Schluckbeschwerden oder Atemnot
Diagnose
Die Diagnose von atlantoaxialen Erkrankungen erfolgt durch:
- Klinische Untersuchung: Beurteilung der Beweglichkeit, Schmerzpunkte und neurologischer Funktion.
- Röntgenaufnahmen: Insbesondere Funktionsaufnahmen (Beugung und Streckung) zur Beurteilung der Gelenkstabilität.
- Computertomographie (CT): Detaillierte Darstellung der knöchernen Strukturen und der Gelenkanatomie.
- Magnetresonanztomographie (MRT): Beurteilung der Weichteile, Bänder und möglicher Rückenmarkskompressionen.
Behandlung
Konservative Therapie
Bei leichten Formen der atlantoaxialen Instabilität oder Arthrose stehen konservative Maßnahmen im Vordergrund:
- Physiotherapie zur Kräftigung der Nackenmuskulatur
- Schmerztherapie mit entzündungshemmenden Medikamenten (z. B. NSAR)
- Ruhigstellung mit einer Halskrawatte (Zervikalstütze) in akuten Phasen
- Kortikosteroid-Injektionen bei entzündlichen Beschwerden
Operative Therapie
Bei schwerer Instabilität, drohender Rückenmarkskompression oder therapieresistenten Beschwerden kann eine operative Stabilisierung (atlantoaxiale Fusion oder Spondylodese) notwendig sein. Dabei werden Atlas und Axis durch Schrauben und Stäbe miteinander verbunden, um eine dauerhafte Stabilität zu gewährleisten.
Quellen
- Standring, S. (Hrsg.): Gray's Anatomy – The Anatomical Basis of Clinical Practice. 42. Auflage. Elsevier, 2021.
- Patel, A. A. et al.: Atlantoaxial instability – A review of diagnosis, management and surgical techniques. Neurosurgery Clinics of North America, 2017. PubMed-ID: 28325455.
- World Health Organization (WHO): Spinal cord injury – Key facts. Genf, 2013. Verfügbar unter: https://www.who.int
Verwandte Produkte
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Für Deinen universellen Schutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Proteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsMeistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsFür eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieAminopeptidase
Choledocholith
Cyanid
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kölner Liste
Kaloriengehalt
Verwandte Suchbegriffe: Atlantoaxial + Atlanto-axial + atlantoaxial