Abszesskultur – Diagnose und Bedeutung
Eine Abszesskultur ist eine mikrobiologische Untersuchung des Eiters aus einem Abszess, um krankheitserregende Bakterien zu identifizieren und die geeignete Antibiotikatherapie zu bestimmen.
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Eine Abszesskultur ist eine mikrobiologische Untersuchung des Eiters aus einem Abszess, um krankheitserregende Bakterien zu identifizieren und die geeignete Antibiotikatherapie zu bestimmen.
Was ist eine Abszesskultur?
Eine Abszesskultur ist eine labordiagnostische Methode, bei der eine Probe des Eiters oder des Sekrets aus einem Abszess entnommen und im Labor auf Mikroorganismen untersucht wird. Ziel der Untersuchung ist es, die ursächlichen Krankheitserreger – meist Bakterien – zu identifizieren und deren Empfindlichkeit gegenüber Antibiotika zu testen. Dieses Verfahren wird als Antibiogramm bezeichnet und ist entscheidend für die Wahl der richtigen Behandlung.
Was ist ein Abszess?
Ein Abszess ist eine abgekapselte Eiteransammlung im Gewebe, die durch eine bakterielle Infektion entsteht. Der Körper versucht, die Infektion einzudämmen, indem er eine Kapsel aus Bindegewebe bildet. Abszesse können an nahezu jeder Körperstelle auftreten, häufig betroffen sind:
- Haut und Unterhautgewebe (z. B. Furunkel, Karbunkel)
- Zahnfleisch und Kiefer (dentale Abszesse)
- Innere Organe (z. B. Leberabszess, Lungenabszess)
- Ano-rektal-Region (Perianalabszess)
Wie wird eine Abszesskultur durchgeführt?
Probenentnahme
Die Probenentnahme erfolgt meist im Rahmen der chirurgischen Eröffnung und Drainage des Abszesses. Der Eiter wird mit einer sterilen Spritze oder einem Abstrichtupfer gewonnen. Bei tiefer liegenden Abszessen kann eine Punktion unter Ultraschallkontrolle notwendig sein. Es ist wichtig, die Probe steril zu entnehmen, um Verunreinigungen zu vermeiden.
Laboranalyse
Im mikrobiologischen Labor wird die Probe auf spezielle Nährböden aufgetragen und unter geeigneten Bedingungen bebrütet. Nach 24 bis 72 Stunden können gewachsene Bakterienkolonien identifiziert und auf ihre Antibiotikaempfindlichkeit geprüft werden. Neben Bakterien können auch Pilze oder in seltenen Fällen Mykobakterien (z. B. bei Tuberkulose) nachgewiesen werden.
Welche Erreger werden häufig nachgewiesen?
Die häufigsten Krankheitserreger, die in einer Abszesskultur gefunden werden, sind:
- Staphylococcus aureus (inkl. MRSA) – häufigster Erreger bei Hautabszessen
- Streptokokken – verschiedene Spezies je nach Lokalisation
- Escherichia coli und andere Enterobakterien – besonders bei abdominellen Abszessen
- Anaerobier (z. B. Bacteroides spp.) – häufig bei tiefen oder abdominellen Abszessen
- Candida-Spezies – bei immungeschwächten Patienten
Wann wird eine Abszesskultur angeordnet?
Eine Abszesskultur wird empfohlen bei:
- Großen oder tiefen Abszessen, die chirurgisch drainiert werden müssen
- Abszessen bei immungeschwächten Personen (z. B. Diabetiker, HIV-Patienten)
- Verdacht auf resistente Erreger (z. B. MRSA)
- Ausbleibendem Ansprechen auf eine empirische Antibiotikatherapie
- Rezidivierenden (wiederkehrenden) Abszessen
- Abszessen nach Operationen oder invasiven Eingriffen
Ergebnisinterpretation und klinische Bedeutung
Das Ergebnis der Abszesskultur umfasst die Identifikation des Erregers sowie das Antibiogramm, das angibt, gegen welche Antibiotika der Erreger empfindlich (sensibel), mäßig empfindlich (intermediär) oder unempfindlich (resistent) ist. Auf Basis dieser Informationen kann der behandelnde Arzt die Antibiotikatherapie gezielt anpassen, was die Heilungschancen verbessert und zur Vermeidung von Antibiotikaresistenzen beiträgt.
Behandlung von Abszessen
Die Behandlung eines Abszesses umfasst in der Regel zwei Säulen:
- Chirurgische Drainage: Eröffnung und Entleerung des Abszesses – dies ist die wichtigste Maßnahme und oft allein ausreichend bei unkomplizierten Hautabszessen.
- Antibiotikatherapie: Wird bei ausgedehnten, tiefen oder komplizierten Abszessen sowie bei systemischen Infektionszeichen (Fieber, erhöhte Entzündungswerte) eingesetzt. Die Wahl des Antibiotikums richtet sich nach dem Ergebnis der Abszesskultur.
Quellen
- Robert Koch-Institut (RKI): Ratgeber zu bakteriellen Infektionskrankheiten. www.rki.de
- Kasper DL et al.: Harrison's Principles of Internal Medicine, 21. Auflage. McGraw-Hill Education, 2022.
- Deutsche Gesellschaft für Infektiologie (DGI): Leitlinien zur Diagnostik und Therapie bakterieller Infektionen. www.dgi-net.de
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