Abdominaldruckerhöhung – Ursachen, Symptome & Therapie
Abdominaldruckerhöhung bezeichnet einen Anstieg des Drucks im Bauchraum. Sie kann zahlreiche Organe beeinflussen und erfordert bei starker Ausprägung medizinische Abklärung.
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Abdominaldruckerhöhung bezeichnet einen Anstieg des Drucks im Bauchraum. Sie kann zahlreiche Organe beeinflussen und erfordert bei starker Ausprägung medizinische Abklärung.
Was ist eine Abdominaldruckerhöhung?
Eine Abdominaldruckerhöhung (auch: erhöhter intraabdominaler Druck, kurz IAP) bezeichnet einen pathologischen Anstieg des Drucks im Bauchraum (Abdomen). Unter normalen Bedingungen liegt der intraabdominale Druck beim Erwachsenen zwischen 0 und 5 mmHg. Werte über 12 mmHg gelten als intraabdominale Hypertension (IAH), Werte über 20 mmHg mit gleichzeitiger Organdysfunktion als abdominales Kompartmentsyndrom – ein lebensbedrohlicher Zustand.
Ursachen
Eine Abdominaldruckerhöhung kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden:
- Flüssigkeitsansammlungen: Aszites (Bauchwassersucht), intraabdominale Blutungen oder Hämatome
- Organvergrößerungen: Tumoren, Ileus (Darmverschluss), Magenüberblähung
- Entzündungen: Peritonitis, Pankreatitis
- Postoperative Zustände: Nach großen Bauch- oder Gefäßoperationen
- Traumata: Stumpfe Bauchverletzungen
- Funktionelle Faktoren: Adipositas, Schwangerschaft, chronische Verstopfung
Symptome
Die klinischen Zeichen einer Abdominaldruckerhöhung richten sich nach dem Ausmaß des Druckanstiegs und den betroffenen Organsystemen:
- Gespanntes, aufgetriebenes Abdomen (Bauchspannung)
- Ateminsuffizienz durch Zwerchfellhochstand (erschwerte Atmung)
- Verminderte Urinproduktion (Oligurie) bis hin zum Nierenversagen
- Verminderte Darmmotilität, Übelkeit, Erbrechen
- Kreislaufinstabilität und erhöhter Beatmungsdruck bei beatmeten Patienten
- Bewusstseinsstörungen bei schwerem Verlauf
Diagnose
Die Messung des intraabdominalen Drucks erfolgt meist indirekt über die intravesikale Druckmessung (Blasendruckmessung). Dabei wird ein Katheter in die Harnblase eingeführt und der Druck gemessen, der mit dem Bauchinnendruck korreliert. Weitere diagnostische Maßnahmen umfassen:
- Körperliche Untersuchung (Inspektion, Palpation, Perkussion des Abdomens)
- Bildgebung: Ultraschall (Sonografie), CT des Abdomens
- Laborwerte: Nierenwerte, Blutgase, Entzündungsparameter
Klassifikation nach der WSACS
Die World Society of the Abdominal Compartment Syndrome (WSACS) unterteilt die intraabdominale Hypertension in vier Schweregrade:
- Grad I: 12–15 mmHg
- Grad II: 16–20 mmHg
- Grad III: 21–25 mmHg
- Grad IV: über 25 mmHg
Behandlung
Die Therapie richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad der Druckerhöhung:
- Konservative Maßnahmen: Magenablauf über Sonde, medikamentöse Förderung der Darmmotilität, Schmerzkontrolle, Vermeidung übermäßiger Flüssigkeitszufuhr
- Druckentlastende Eingriffe: Aszitespunktion (Parazentese), Anlage einer Drainage bei Blutungen oder Abszessen
- Operative Therapie: Bei schwerem abdominalen Kompartmentsyndrom ist eine chirurgische Dekompression (Laparotomie mit offenem Abdomen) notwendig
- Intensivmedizinische Maßnahmen: Überwachung und Stabilisierung der Organfunktionen (Beatmung, Nierenersatztherapie)
Bedeutung und Prognose
Eine unbehandelte oder zu spät erkannte Abdominaldruckerhöhung kann zu einem Multiorganversagen führen. Die frühzeitige Erkennung – insbesondere auf Intensivstationen – ist entscheidend für eine gute Prognose. Die Sterblichkeitsrate beim manifesten abdominalen Kompartmentsyndrom ist ohne rasche Intervention hoch.
Quellen
- Kirkpatrick AW et al. - Intra-abdominal hypertension and the abdominal compartment syndrome: updated consensus definitions and clinical practice guidelines from the World Society of the Abdominal Compartment Syndrome. Intensive Care Med, 2013.
- Malbrain ML et al. - Results from the International Conference of Experts on Intra-abdominal Hypertension and Abdominal Compartment Syndrome. Intensive Care Med, 2006.
- Leppäniemi A et al. - WSES guidelines for the management of abdominal compartment syndrome. World Journal of Emergency Surgery, 2019.
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