Abszessdrainage – Eingriff, Ablauf & Heilung
Die Abszessdrainage ist ein medizinisches Verfahren zur Entleerung eines Abszesses. Dabei wird der Eiter gezielt abgeleitet, um Schmerzen zu lindern und die Heilung zu foerdern.
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Die Abszessdrainage ist ein medizinisches Verfahren zur Entleerung eines Abszesses. Dabei wird der Eiter gezielt abgeleitet, um Schmerzen zu lindern und die Heilung zu foerdern.
Was ist eine Abszessdrainage?
Eine Abszessdrainage ist ein medizinischer Eingriff, bei dem ein Abszess – eine mit Eiter gefüllte Gewebehöhle – gezielt geöffnet und der Eiter nach außen abgeleitet wird. Abszesse entstehen häufig durch bakterielle Infektionen und können in nahezu jedem Körpergewebe auftreten, zum Beispiel in der Haut, im Zahnfleisch, in der Leber oder im Bauchraum. Ohne Behandlung können sie sich ausbreiten, zu Blutvergiftung (Sepsis) führen oder chronisch werden.
Wann wird eine Abszessdrainage durchgeführt?
Die Abszessdrainage ist die Standardbehandlung bei einem ausgebildeten Abszess. Typische Anwendungsgebiete sind:
- Hautabszesse (z. B. Furunkel, Karbunkel, infizierte Zysten)
- Perianalabszesse (in der Nähe des Afters)
- Leberabszesse und andere intraabdominelle Abszesse
- Peritonsillarabszesse (neben den Mandeln)
- Dentale Abszesse (im Zahn- oder Kieferbereich)
- Postoperative Wundabszesse
Eine alleinige Antibiotikatherapie reicht bei einem vollständig ausgebildeten Abszess in der Regel nicht aus, da das Antibiotikum den Eiter im Inneren nicht ausreichend erreicht.
Wie funktioniert die Abszessdrainage?
Klassische chirurgische Inzision und Drainage (I&D)
Das häufigste Verfahren bei oberflächlichen Abszessen ist die sogenannte Inzision und Drainage (I&D). Dabei wird die Haut über dem Abszess nach lokaler Betäubung mit einem Skalpell eingeschnitten. Der Eiter fließt ab, die Höhle wird ausgespült und gereinigt. Anschließend wird oft ein Drainagestreifen (auch Lasche genannt) eingelegt, um ein vorzeitiges Verschließen der Wunde zu verhindern und den weiteren Abfluss zu sichern.
Ultraschall- oder CT-gesteuerte Drainage
Bei tief im Körper gelegenen Abszessen, zum Beispiel in der Leber, den Nieren oder im Bauchraum, wird die Drainage bildgebungsgestützt durchgeführt. Unter Ultraschall- oder CT-Kontrolle (Computertomographie) wird eine Nadel oder ein Drainagekatheter gezielt in den Abszess eingeführt, um den Eiter abzusaugen. Dieses minimalinvasive Verfahren schont umliegendes Gewebe und ermöglicht auch die Behandlung schwer zugänglicher Abszesse.
Endoskopische Drainage
In bestimmten Fällen, etwa bei Pankreasabszessen oder abszedierten Pseudozysten, kann die Drainage auch endoskopisch – also über eine Kamera und Instrumente durch natürliche Körperöffnungen – erfolgen.
Ablauf des Eingriffs
Der genaue Ablauf richtet sich nach Lage und Größe des Abszesses:
- Vorbereitung: Aufklärung des Patienten, ggf. Blutuntersuchung und Bildgebung zur genauen Lokalisation
- Betäubung: Lokal- oder Regionalanästhesie, bei tiefen Abszessen ggf. Sedierung oder Vollnarkose
- Öffnung und Entleerung: Einschnitt oder Punktion, vollständige Entleerung des Eiters
- Spülung: Auswaschen der Abszesshöhle mit steriler Kochsalzlösung
- Einlage einer Drainage: Sicherung des Abflusses durch Drainagestreifen oder -katheter
- Nachsorge: Regelmäßiger Verbandswechsel, ggf. Antibiotikagabe, Kontrolle der Wundheilung
Risiken und Komplikationen
Die Abszessdrainage ist ein in der Regel sicheres Verfahren. Mögliche Komplikationen umfassen:
- Nachblutungen
- Verletzung benachbarter Strukturen (Nerven, Gefäße, Organe)
- Unvollständige Entleerung mit erneutem Abszess
- Fistelbildung (anhaltende Verbindung zwischen Abszess und Körperoberfläche)
- Narbenbildung
- In seltenen Fällen Verschleppung von Bakterien in die Blutbahn (Sepsis)
Heilungsverlauf und Nachsorge
Nach einer erfolgreichen Drainage heilt der Abszess in den meisten Fällen vollständig aus. Die Wunde wird zunächst offen gehalten, damit Wundsekret weiter abfließen kann, und heilt dann von innen nach außen zu (Sekundärheilung). Regelmäßige Wundkontrollen und Verbandswechsel sind wichtig. Begleitend kann eine Antibiotikatherapie notwendig sein, insbesondere bei ausgedehnten oder tief liegenden Abszessen sowie bei immungeschwächten Patienten.
Quellen
- Kasper DL et al. - Harrison's Principles of Internal Medicine, 20. Auflage, McGraw-Hill Education, 2018.
- Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) - Leitlinien zur chirurgischen Wundbehandlung und Infektionsmanagement, 2022.
- Schmitz M, Risse JH - Abszesse und ihre Behandlung. Deutsches Ärzteblatt, 2019.
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