Antekurvation – Definition, Ursachen und Therapie
Antekurvation bezeichnet die Vorwärtskrümmung eines Knochens oder Körperteils. Sie tritt häufig nach Frakturen oder als angeborene Fehlstellung auf.
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Antekurvation bezeichnet die Vorwärtskrümmung eines Knochens oder Körperteils. Sie tritt häufig nach Frakturen oder als angeborene Fehlstellung auf.
Was ist Antekurvation?
Der Begriff Antekurvation stammt aus dem Lateinischen (ante = vorne, curvatio = Krümmung) und beschreibt eine nach vorne gerichtete Biegung oder Achsenabweichung eines Knochens oder Körperabschnitts. In der Orthopädie und Unfallchirurgie wird die Antekurvation häufig als Achsenfehlstellung nach Knochenbrüchen beschrieben, bei der das knöcherne Bruchstück oder der geheilte Knochen eine nach vorne gerichtete Winkelstellung aufweist.
Die Antekurvation kann sowohl angeboren (kongenital) als auch erworben auftreten. Sie betrifft am häufigsten die langen Röhrenknochen der Extremitäten, zum Beispiel den Oberschenkelknochen (Femur), die Tibia (Schienbein) oder den Humerus (Oberarmknochen).
Ursachen
Eine Antekurvation kann durch verschiedene Faktoren entstehen:
- Knochenbrüche (Frakturen): Bei der Heilung von Frakturen kann es zu einer Fehlstellung kommen, wenn die Knochenfragmente nicht korrekt reponiert (eingerichtet) oder ruhiggestellt wurden. Dies führt häufig zu einer Antekurvationsfehlstellung.
- Angeborene Fehlbildungen: Manche Knochen entwickeln sich bereits im Mutterleib mit einer nach vorne gerichteten Achsenabweichung, beispielsweise bei bestimmten Dysplasien oder Syndromen.
- Rachitis: Ein schwerer Vitamin-D-Mangel im Kindesalter kann zu einer Erweichung der Knochen und in der Folge zu Achsenfehlstellungen wie der Antekurvation führen.
- Morbus Paget: Diese chronische Knochenerkrankung kann zu Verformungen und Achsenabweichungen führen.
- Osteogenesis imperfecta: Bei dieser erblichen Bindegewebserkrankung mit erhöhter Knochenbrüchigkeit können wiederholte Frakturen zu Antekurvationsstellungen führen.
- Tumoren oder Zysten: Raumfordernde Prozesse im Knochen können dessen Achse verändern.
Symptome und klinische Auswirkungen
Die Beschwerden hängen von der Lokalisation und dem Ausmaß der Antekurvation ab:
- Sichtbare Verformung des betroffenen Körperteils
- Gangstörungen bei Fehlstellung der unteren Extremitäten
- Schmerzen durch veränderte Belastungsachsen und erhöhten Druck auf Gelenke und Weichteile
- Vorzeitiger Gelenkverschleiß (sekundäre Arthrose) durch biomechanische Fehlbelastung
- Muskeldysbalancen und kompensatorische Fehlhaltungen der Wirbelsäule oder benachbarter Gelenke
- Bei ausgeprägter Antekurvation der Tibia: Veränderung des Kniegelenks und des Sprunggelenks
Diagnose
Die Diagnose einer Antekurvation erfolgt klinisch und bildgebend:
- Körperliche Untersuchung: Inspektion und Palpation des betroffenen Körperabschnitts, Beurteilung der Achsenstellung und Beweglichkeit
- Röntgenuntersuchung: Standardmethode zur Darstellung von Achsenfehlstellungen; in der Regel werden zwei Ebenen (a.p. und seitlich) aufgenommen, um Ausmaß und Lokalisation der Antekurvation zu bestimmen
- Computertomographie (CT): Bei komplexen Fehlstellungen oder zur präoperativen Planung
- Ganzbeinstandaufnahme: Zur Beurteilung der gesamten Beinachse bei Fehlstellungen der unteren Extremität
Behandlung
Die Therapie der Antekurvation richtet sich nach Ursache, Ausmaß und Symptomatik:
Konservative Behandlung
Bei geringen Fehlstellungen, die keine wesentlichen Beschwerden verursachen, kann zunächst eine konservative Therapie erfolgen:
- Physiotherapie zur Kräftigung der umliegenden Muskulatur
- Einlagen oder orthopädische Hilfsmittel zum Ausgleich von Belastungsveränderungen
- Schmerztherapie bei Beschwerden
Operative Behandlung
Bei ausgeprägten oder symptomatischen Fehlstellungen ist häufig eine operative Korrektur erforderlich:
- Korrekturosteotomie: Der Knochen wird chirurgisch durchtrennt, in die korrekte Achse gebracht und mit Platten, Schrauben oder Nägeln fixiert. Dies ist die häufigste operative Methode zur Korrektur einer Antekurvation.
- Kallotaxis / Distraktionsosteogenese: Bei gleichzeitigem Längenverlust kann eine schrittweise Korrektur mithilfe eines Fixateur externe erfolgen.
- Marknagelung: Bei bestimmten Schaftfrakturen mit Antekurvationsfehlstellung
Quellen
- Niethard, F. U., Pfeil, J., Biberthaler, P.: Duale Reihe Orthopädie und Unfallchirurgie. 8. Auflage. Thieme Verlag, Stuttgart, 2017.
- Buckwalter, J. A., Einhorn, T. A., Simon, S. R.: Orthopaedic Basic Science. American Academy of Orthopaedic Surgeons, 2000.
- Paley, D.: Principles of Deformity Correction. Springer Verlag, Berlin, 2002.
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