Arteria ulnaris – Anatomie & klinische Bedeutung
Die Arteria ulnaris ist eine der zwei Hauptarterien des Unterarms und versorgt die Elle (Ulna) sowie die Hand mit sauerstoffreichem Blut.
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Die Arteria ulnaris ist eine der zwei Hauptarterien des Unterarms und versorgt die Elle (Ulna) sowie die Hand mit sauerstoffreichem Blut.
Was ist die Arteria ulnaris?
Die Arteria ulnaris (auch A. ulnaris genannt) ist eine der zwei wichtigsten Schlagadern des Unterarms. Sie entsteht in der Ellenbeuge als einer der zwei Endäste der Arteria brachialis (Oberarmarterie) und verläuft auf der Innenseite (ulnaren Seite) des Unterarms in Richtung Handgelenk und Hand. Zusammen mit der Arteria radialis stellt sie die arterielle Hauptversorgung der Hand sicher.
Verlauf und Anatomie
Die Arteria ulnaris entspringt auf Höhe der Ellenbeuge aus der Arteria brachialis und verläuft zunächst tief unter den Unterarmmuskeln, bevor sie im weiteren Verlauf oberflächlicher wird. Sie zieht medial (ellenseitig) am Unterarm entlang und tritt durch den sogenannten Guyon-Kanal (Canalis ulnaris) in die Hand ein – eine enge Passage am Handgelenk zwischen dem Erbsenbein (Os pisiforme) und dem Hakenbein (Os hamatum).
In der Hohlhand bildet die Arteria ulnaris gemeinsam mit einem Ast der Arteria radialis den Arcus palmaris superficialis (oberflächlichen Hohlhandbogen), der für die Blutversorgung der Finger verantwortlich ist.
Äste und Versorgungsgebiete
Die Arteria ulnaris gibt entlang ihres Verlaufs verschiedene Äste ab:
- Arteria recurrens ulnaris: versorgt das Ellenbogengelenk
- Arteria interossea communis: teilt sich in die vordere und hintere Zwischenknochenarterie auf und versorgt die tiefen Unterarmmuskeln sowie den Knochen zwischen Speiche und Elle
- Rami musculares: Muskeläste zur Versorgung der Unterarmmuskulatur
- Ramus carpalis ulnaris: versorgt das Handgelenk
- Ramus palmaris profundus: beteiligt sich am tiefen Hohlhandbogen
Klinische Bedeutung
Pulstabtastung
Der Puls der Arteria ulnaris kann am Handgelenk auf der Innenseite (Kleinfingerseite) getastet werden. Er ist zwar weniger bekannt als der Puls der Arteria radialis (Speichenpuls), wird aber in der klinischen Untersuchung ebenfalls genutzt, zum Beispiel beim Allen-Test, der die Durchblutung der Hand durch beide Unterarmarterien überprüft.
Allen-Test
Der Allen-Test ist ein einfaches klinisches Verfahren, bei dem beide Unterarmarterien gleichzeitig abgedrückt werden und anschließend abwechselnd freigegeben werden. So lässt sich prüfen, ob die Hand ausreichend durch die jeweilige Arterie allein versorgt wird. Dies ist besonders wichtig vor Eingriffen, bei denen eine der Arterien als Transplantat entnommen oder punktiert wird.
Guyon-Kanal-Syndrom
Das Guyon-Kanal-Syndrom (Loge-de-Guyon-Syndrom) entsteht durch eine Einengung des Guyon-Kanals am Handgelenk, wodurch sowohl der Nervus ulnaris als auch die Arteria ulnaris komprimiert werden können. Typische Symptome sind Kribbeln, Taubheitsgefühl und Schwäche im kleinen Finger und Ringfinger sowie Durchblutungsstörungen der Hand.
Ulnararterienthrombose und Hypothenar-Hammer-Syndrom
Das Hypothenar-Hammer-Syndrom ist eine seltene Erkrankung, bei der die Arteria ulnaris durch wiederholte Schläge oder Druckeinwirkung auf die Hohlhand (Hypothenar-Region) geschädigt wird. Es kann zur Thrombose (Blutgerinnselbildung) oder zu einem Aneurysma (Ausweitung) der Arterie kommen, was zu Durchblutungsstörungen der Finger führt.
Arteria ulnaris als Bypass-Transplantat
In der Herzchirurgie und Gefäßchirurgie kann die Arteria ulnaris in ausgewählten Fällen als Gefäßtransplantat verwendet werden, etwa zur Revaskularisation des Herzens. Voraussetzung ist immer ein unauffälliger Allen-Test, der sicherstellt, dass die Hand auch ohne die entnommene Arterie ausreichend durchblutet wird.
Diagnostik bei Erkrankungen der Arteria ulnaris
Zur Beurteilung der Arteria ulnaris stehen verschiedene diagnostische Verfahren zur Verfügung:
- Doppler-Sonographie: Ultraschalluntersuchung zur Darstellung des Blutflusses und Erkennung von Stenosen oder Thrombosen
- Duplexsonographie: Kombiniert Ultraschallbild und Flussmessung für eine genaue Beurteilung
- Angiographie: Bildgebende Darstellung der Gefäße mit Kontrastmittel
- MR-Angiographie: Magnetresonanztomographische Darstellung der Gefäßanatomie ohne Röntgenstrahlen
- Allen-Test: Klinische Prüfung der Handperfusion
Quellen
- Schünke M., Schulte E., Schumacher U.: Prometheus LernAtlas der Anatomie – Allgemeine Anatomie und Bewegungssystem. 5. Auflage. Thieme Verlag, Stuttgart 2018.
- Drake R.L., Vogl A.W., Mitchell A.W.M.: Gray's Anatomy for Students. 4th edition. Elsevier, Philadelphia 2019.
- Standring S. (Hrsg.): Gray's Anatomy – The Anatomical Basis of Clinical Practice. 42nd edition. Elsevier, London 2020.
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