Ausleitungstherapie – Methoden und Wirkung
Die Ausleitungstherapie ist ein Konzept der Naturheilkunde, bei dem Schadstoffe oder krankmachende Stoffe aus dem Körper entfernt werden sollen. Sie umfasst verschiedene traditionelle und komplementärmedizinische Methoden.
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Die Ausleitungstherapie ist ein Konzept der Naturheilkunde, bei dem Schadstoffe oder krankmachende Stoffe aus dem Körper entfernt werden sollen. Sie umfasst verschiedene traditionelle und komplementärmedizinische Methoden.
Was ist die Ausleitungstherapie?
Die Ausleitungstherapie bezeichnet eine Gruppe von Behandlungsverfahren aus der Naturheilkunde und der traditionellen Medizin, die darauf abzielen, als schädlich geltende Stoffe aus dem Körper auszuleiten oder zu eliminieren. Das Konzept basiert auf der Vorstellung, dass sich im Körper Schlacken, Gifte oder krankmachende Substanzen ansammeln können, die durch gezielte Maßnahmen entfernt werden müssen, um die Gesundheit zu fördern oder wiederherzustellen. Die Ausleitungstherapie ist fester Bestandteil der klassischen Naturheilkunde und wird häufig in der Komplementärmedizin eingesetzt.
Historischer Hintergrund
Die Idee der Ausleitung reicht weit in die Geschichte der Medizin zurück. Bereits in der Antike und im Mittelalter wurden Verfahren wie der Aderlass, die Schröpftherapie oder die Anwendung von Abführmitteln genutzt, um den Körper von vermeintlich krankmachenden Substanzen zu befreien. In der humoralpathologischen Medizin nach Hippokrates und Galen galt ein Gleichgewicht der Körpersäfte als Grundlage der Gesundheit. Störungen dieses Gleichgewichts sollten durch ausleitende Maßnahmen korrigiert werden. Im 19. und 20. Jahrhundert erlebten viele dieser Verfahren im Rahmen der Naturheilkunde eine Renaissance.
Methoden der Ausleitungstherapie
Schröpftherapie
Beim Schröpfen werden Schröpfköpfe auf die Haut aufgesetzt und ein Unterdruck erzeugt. Dies soll die Durchblutung anregen, Muskelverspannungen lösen und die Ausleitung fördern. Man unterscheidet trockenes Schröpfen (ohne Hauteinschnitt) und blutiges Schröpfen (mit kleinen Hauteinschnitten).
Aderlass
Beim Aderlass wird dem Patienten eine definierte Menge Blut entnommen. In der modernen Medizin wird dieses Verfahren bei bestimmten Erkrankungen wie der Hämochromatose (Eisenspeicherkrankheit) oder der Polyzythämie (erhöhte Anzahl roter Blutkörperchen) tatsächlich eingesetzt. In der naturheilkundlichen Tradition dient es der allgemeinen Entlastung des Organismus.
Baunscheidtismus
Der Baunscheidtismus ist ein ausleitendes Verfahren, bei dem die Haut mit einem speziellen Instrument, dem sogenannten Lebenswecker, punktiert und anschließend mit einem hautreizenden Öl behandelt wird. Dadurch soll eine lokale Entzündungsreaktion ausgelöst werden, die Heilungsprozesse im Körper anregen soll.
Canthariden-Pflaster und Vesikantien
Historisch wurden hautreizende Substanzen wie Canthariden (ein Wirkstoff aus Käfern) als Pflaster aufgetragen, um Blasen auf der Haut zu erzeugen. Die dabei entstehende Wundsekretionsflüssigkeit sollte krankmachende Substanzen nach außen transportieren.
Darmsanierung und Einläufe
Zur Ausleitungstherapie zählen auch Darmreinigungen und Einläufe (Klistiere), die dazu dienen sollen, Stoffwechselabbauprodukte und Giftstoffe aus dem Darm zu entfernen. In der modernen Naturheilkunde wird dies oft durch Flohsamenschalen, Heilerde oder Bentonit unterstützt.
Schweißtreibende Therapien
Durch Sauna, Dampfbäder oder schweißtreibende Kräutertees soll der Körper über die Haut Schadstoffe ausscheiden. Die Haut gilt in der Naturheilkunde als wichtiges Ausscheidungsorgan.
Phytotherapeutische Ausleitung
Bestimmte Heilpflanzen wie Brennnessel, Löwenzahn, Artischocke oder Mariendistel werden eingesetzt, um die Leber- und Nierentätigkeit zu fördern und so die natürliche Entgiftungsleistung des Körpers zu unterstützen. Diese Pflanzen enthalten Wirkstoffe, die die Gallen- und Harnproduktion anregen können.
Anwendungsgebiete
Die Ausleitungstherapie wird in der Naturheilkunde bei einer Vielzahl von Beschwerden und Erkrankungen empfohlen, darunter:
- Chronische Erkrankungen wie Rheuma oder Arthrose
- Hauterkrankungen wie Ekzeme oder Psoriasis
- Stoffwechselerkrankungen wie Gicht
- Allgemeine Erschöpfungszustände und Müdigkeit
- Verdauungsbeschwerden und Darmproblemen
- Kopfschmerzen und Migräne
- Prävention und allgemeine Gesundheitsförderung
Wissenschaftliche Bewertung
Die wissenschaftliche Evidenz für die Ausleitungstherapie ist je nach Verfahren sehr unterschiedlich. Während einige Methoden wie der therapeutische Aderlass bei bestimmten Erkrankungen gut belegt sind, fehlen für viele traditionelle Ausleitungsverfahren kontrollierte klinische Studien. Aus schulmedizinischer Sicht wird die Vorstellung von sich ansammelnden Schlacken im Körper kritisch betrachtet, da der menschliche Organismus über leistungsfähige Entgiftungsorgane wie Leber, Nieren, Darm, Lunge und Haut verfügt. Dennoch berichten viele Patienten von positiven Erfahrungen mit ausleitenden Therapien, was auf reflektorische, durchblutungsfördernde oder immunmodulierende Effekte hindeuten kann.
Sicherheit und Kontraindikationen
Ausleitende Verfahren sind nicht für jeden Patienten geeignet. Kontraindikationen können sein:
- Blutgerinnungsstörungen oder Einnahme von Blutverdünnern (besonders bei blutigem Schröpfen und Aderlass)
- Schwangerschaft
- Schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Stark geschwächter Allgemeinzustand
- Hauterkrankungen oder offene Wunden im Behandlungsbereich
Es wird empfohlen, ausleitende Therapien nur unter Aufsicht eines qualifizierten Therapeuten oder Arztes durchzuführen und immer den behandelnden Arzt zu informieren, besonders wenn gleichzeitig konventionelle Medikamente eingenommen werden.
Quellen
- Kraft K., Stange R. (Hrsg.) - Lehrbuch Naturheilverfahren. Hippokrates Verlag, Stuttgart, 2010.
- Ernst E. - Complementary and Alternative Medicine: A Desktop Reference. Mosby, Edinburgh, 2006.
- Melchart D., Weidenhammer W. - Naturheilkunde und Komplementärmedizin. Deutsches Ärzteblatt, 2012.
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