Amlodipin – Wirkung, Dosierung & Nebenwirkungen
Amlodipin ist ein verschreibungspflichtiges Medikament zur Behandlung von Bluthochdruck und Angina pectoris. Es gehört zur Gruppe der Kalziumkanalblocker.
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Amlodipin ist ein verschreibungspflichtiges Medikament zur Behandlung von Bluthochdruck und Angina pectoris. Es gehört zur Gruppe der Kalziumkanalblocker.
Was ist Amlodipin?
Amlodipin ist ein Arzneimittel aus der Gruppe der Kalziumkanalblocker (auch Calciumantagonisten genannt). Es wird vor allem zur Behandlung von Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) und Angina pectoris (Brustenge, ein Zeichen einer koronaren Herzerkrankung) eingesetzt. Amlodipin gehört zu den meistverordneten Herz-Kreislauf-Medikamenten weltweit und ist seit Jahrzehnten ein etabliertes Mittel in der kardiologischen Therapie.
Indikationen (Anwendungsgebiete)
Amlodipin wird verordnet bei:
- Arterieller Hypertonie – zur Senkung eines dauerhaft erhöhten Blutdrucks
- Stabiler Angina pectoris – zur Vorbeugung von Brustschmerzen bei Belastung durch eine koronare Herzerkrankung
- Vasospastischer Angina (Prinzmetal-Angina) – bei durch Gefäßkrämpfe verursachten Brustschmerzen
Wirkmechanismus
Amlodipin blockiert selektiv spannungsabhängige L-Typ-Kalziumkanäle in der glatten Muskulatur der Blutgefäße sowie im Herzmuskel. Kalzium ist entscheidend für die Kontraktion von Muskelzellen. Durch die Blockade dieser Kanäle gelangt weniger Kalzium in die Muskelzellen der Gefäßwände, wodurch sich die Blutgefäße erweitern (Vasodilatation). Dies führt zu:
- Senkung des peripheren Gefäßwiderstands
- Reduktion des Blutdrucks
- Verbesserter Durchblutung des Herzens
- Verminderung des Sauerstoffbedarfs des Herzmuskels
Amlodipin wirkt vorwiegend auf die peripheren Arterien und hat im Vergleich zu anderen Kalziumkanalblockern eine geringere Wirkung auf den Herzmuskel selbst (geringe negativ-inotrope Wirkung). Die lange Halbwertszeit von 35 bis 50 Stunden ermöglicht eine einmal tägliche Einnahme.
Dosierung und Anwendung
Amlodipin wird als Tablette oral eingenommen. Die übliche Dosierung beträgt:
- Erwachsene: 5 mg einmal täglich zu Beginn; bei Bedarf Steigerung auf 10 mg einmal täglich
- Ältere Patienten und Patienten mit Leberfunktionsstörungen: In der Regel niedrigere Einstiegsdosis empfohlen
- Kinder (6–17 Jahre): 2,5 mg bis 5 mg einmal täglich unter ärztlicher Aufsicht
Die Tabletten können unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Eine regelmäßige Einnahme zur gleichen Tageszeit ist wichtig für eine gleichmäßige Blutdruckkontrolle.
Nebenwirkungen
Wie alle Medikamente kann Amlodipin Nebenwirkungen verursachen. Die häufigsten sind:
- Ödeme (Wassereinlagerungen, besonders an den Knöcheln und Beinen) – häufigste Nebenwirkung
- Kopfschmerzen und Schwindel
- Hautrötung (Flush) und Wärmegefühl
- Müdigkeit
- Herzklopfen (Palpitationen)
- Übelkeit und Bauchschmerzen
Seltene, aber ernsthafte Nebenwirkungen umfassen starken Blutdruckabfall (Hypotonie), Herzrhythmusstörungen oder allergische Reaktionen. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden sollte umgehend ärztlicher Rat eingeholt werden.
Wechselwirkungen
Amlodipin kann mit anderen Medikamenten wechselwirken. Wichtige Wechselwirkungen bestehen unter anderem mit:
- Anderen blutdrucksenkenden Mitteln (verstärkte Blutdrucksenkung)
- Simvastatin – Amlodipin kann den Simvastatin-Spiegel im Blut erhöhen (Dosisanpassung empfohlen)
- Ciclosporin – erhöhte Ciclosporinspiegel möglich
- Grapefruitsaft – kann den Abbau von Amlodipin verlangsamen und die Wirkung verstärken
Gegenanzeigen (Kontraindikationen)
Amlodipin sollte nicht eingenommen werden bei:
- Bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Amlodipin oder anderen Kalziumkanalblockern
- Schwerem Blutdruckabfall (schwere Hypotonie)
- Kardiogenem Schock
- Instabiler Angina pectoris (mit Ausnahme der vasospastischen Form)
- Hämodynamisch relevanter Aortenstenose
Besondere Hinweise
Amlodipin ist nicht für Schwangere und Stillende empfohlen, da die Sicherheit in der Schwangerschaft nicht ausreichend belegt ist. Patienten mit Leberfunktionsstörungen benötigen möglicherweise eine Dosisanpassung. Das Absetzen von Amlodipin sollte immer in Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen – ein abruptes Absetzen kann zu einem Anstieg des Blutdrucks führen.
Quellen
- Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) – Fachinformation Amlodipin, www.ema.europa.eu
- Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL – Leitlinie zur Behandlung der arteriellen Hypertonie (2023)
- Brunton L, Knollmann B (Hrsg.) – Goodman & Gilman's The Pharmacological Basis of Therapeutics, 13. Auflage, McGraw-Hill (2018)
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