Aneurysma – Ursachen, Symptome und Behandlung
Ein Aneurysma ist eine krankhafte Ausweitung einer Arterie. Es kann lebensgefährlich werden, wenn es reißt. Früherkennung und Behandlung sind entscheidend.
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Ein Aneurysma ist eine krankhafte Ausweitung einer Arterie. Es kann lebensgefährlich werden, wenn es reißt. Früherkennung und Behandlung sind entscheidend.
Was ist ein Aneurysma?
Ein Aneurysma ist eine lokale, krankhafte Erweiterung (Ausbuchtung) einer Arterie (Schlagader). Die Gefäßwand wird dabei geschwächt und wölbt sich nach außen. Aneurysmen können an verschiedenen Stellen im Körper auftreten, am häufigsten jedoch an der Hauptschlagader (Aorta) und an den Gehirnarterien (zerebrales Aneurysma bzw. intrakranielles Aneurysma). Ein Aneurysma kann sich über Jahre hinweg entwickeln, ohne Beschwerden zu verursachen – erst wenn es reißt, wird es zu einem medizinischen Notfall.
Ursachen
Die Entstehung eines Aneurysmas ist meist auf eine Schwächung der Arterienwand zurückzuführen. Mögliche Ursachen sind:
- Arteriosklerose (Gefäßverkalkung): Die häufigste Ursache, bei der sich Ablagerungen in der Gefäßwand bilden und diese schädigen.
- Bluthochdruck (arterielle Hypertonie): Dauerhaft erhöhter Druck belastet und schwächt die Gefäßwand.
- Genetische Faktoren: Bestimmte Bindegewebserkrankungen wie das Marfan-Syndrom oder das Ehlers-Danlos-Syndrom erhöhen das Risiko erheblich.
- Rauchen: Schädigt die Gefäßwände und fördert die Arteriosklerose.
- Infektionen und Entzündungen: In seltenen Fällen können Infektionen die Arterienwand schädigen (mykotisches Aneurysma).
- Trauma: Verletzungen können zu einer Schwächung der Gefäßwand führen.
Arten von Aneurysmen
Aneurysmen werden nach ihrer Lokalisation und ihrer Form unterschieden:
- Aortenaneurysma: Betrifft die Hauptschlagader, entweder im Bauchbereich (abdominales Aortenaneurysma, AAA) oder im Brustbereich (thorakales Aortenaneurysma). Das abdominale Aortenaneurysma ist die häufigste Form.
- Zerebrales (intrakranielles) Aneurysma: Betrifft die Arterien im Gehirn. Ein Riss führt zu einer lebensgefährlichen Subarachnoidalblutung.
- Peripheres Aneurysma: Betrifft andere Arterien, z. B. die Kniekehlenarterie (A. poplitea) oder die Nierenarterie.
- Spindelförmiges (fusiformes) Aneurysma: Die gesamte Gefäßwand ist gleichmäßig erweitert.
- Sackförmiges (sakkuläres) Aneurysma: Eine einseitige, beutelartige Ausbuchtung der Gefäßwand – typisch für zerebrale Aneurysmen.
Symptome
Viele Aneurysmen verlaufen jahrelang ohne Symptome und werden zufällig bei Untersuchungen entdeckt. Wenn Symptome auftreten, sind diese abhängig von der Lokalisation:
- Abdominales Aortenaneurysma: Dumpfe oder pulsierende Schmerzen im Bauch oder Rücken, ein tastbarer pulsierender Knoten im Bauch.
- Thorakales Aortenaneurysma: Schmerzen in Brust, Rücken oder Schultern, Schluckbeschwerden, Heiserkeit.
- Zerebrales Aneurysma: Oft symptomlos bis zum Riss; bei größeren Aneurysmen können Kopfschmerzen, Sehstörungen oder Lähmungen auftreten.
- Gerissenes Aneurysma (Ruptur): Plötzlich einsetzende, extrem starke Schmerzen, Bewusstlosigkeit, Schock – lebensbedrohlicher Notfall.
Diagnose
Die Diagnose eines Aneurysmas erfolgt häufig durch bildgebende Verfahren:
- Ultraschall (Sonographie): Einfaches, schmerzloses Verfahren zur Erkennung von Bauchaortenaneurysmen – wird als Screening-Methode eingesetzt.
- Computertomographie (CT) mit Kontrastmittel: Liefert detaillierte Bilder der Gefäße und ist besonders wichtig bei Verdacht auf Ruptur.
- Magnetresonanztomographie (MRT): Eignet sich gut zur Darstellung von Gefäßveränderungen ohne Strahlenbelastung.
- Angiographie: Direkte Darstellung der Blutgefäße mittels Kontrastmittel und Röntgen – oft bei zerebralen Aneurysmen eingesetzt.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach Größe, Lage und Wachstumsgeschwindigkeit des Aneurysmas sowie nach dem Gesundheitszustand des Patienten:
Konservative Behandlung (Beobachtung)
Kleine Aneurysmen ohne Beschwerden werden zunächst beobachtet (sogenanntes Watch-and-Wait-Verfahren). Dabei sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen, Blutdruckkontrolle, Rauchstopp und Behandlung der Risikofaktoren entscheidend.
Medikamentöse Behandlung
Blutdrucksenkende Medikamente (z. B. Betablocker, ACE-Hemmer) können das Wachstum eines Aneurysmas verlangsamen und das Rupturrisiko senken.
Operative Behandlung
- Offene Operation: Das Aneurysma wird chirurgisch entfernt und durch eine Gefäßprothese ersetzt. Bei großen oder gerissenen Aneurysmen notwendig.
- Endovaskuläre Versorgung (EVAR / TAVAR): Ein Stent-Graft wird minimal-invasiv über die Leiste in das Gefäß eingeführt und stabilisiert die Gefäßwand von innen. Weniger belastend als die offene Operation.
- Endovaskuläres Coiling (bei zerebralen Aneurysmen): Das Aneurysma wird mit Metallspiralen (Coils) gefüllt, um eine Blutung zu verhindern.
- Neurochirurgisches Clipping: Ein Metallclip wird um den Hals des Aneurysmas gelegt, um es vom Blutkreislauf abzuklemmen.
Vorbeugung
Da viele Aneurysmen auf veränderbaren Risikofaktoren beruhen, lässt sich das Risiko durch folgende Maßnahmen reduzieren:
- Nicht rauchen bzw. Rauchen aufgeben
- Blutdruck regelmäßig kontrollieren und behandeln
- Gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung
- Gewichtskontrolle
- Regelmäßige ärztliche Vorsorgeuntersuchungen, besonders ab dem 65. Lebensjahr
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin (DGG): Leitlinie zum Aortenaneurysma, 2022.
- Hirsch AT et al. - ACC/AHA 2005 Practice Guidelines for the Management of Patients With Peripheral Arterial Disease. Circulation, 2006.
- Etminan N, Rinkel GJ - Unruptured intracranial aneurysms: development, rupture and preventive management. Nature Reviews Neurology, 2016.
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