Adipokine – Botenstoffe des Fettgewebes
Adipokine sind Botenstoffe, die vom Fettgewebe ausgeschüttet werden und wichtige Funktionen im Stoffwechsel, Immunsystem und Herz-Kreislauf-System übernehmen.
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Adipokine sind Botenstoffe, die vom Fettgewebe ausgeschüttet werden und wichtige Funktionen im Stoffwechsel, Immunsystem und Herz-Kreislauf-System übernehmen.
Was sind Adipokine?
Adipokine (Singular: Adipokin) sind eine Gruppe von Signalmolekülen – sogenannte Zytokine –, die hauptsächlich von den Fettzellen (Adipozyten) des menschlichen Körpers produziert und ins Blut abgegeben werden. Der Begriff setzt sich aus dem lateinischen adeps (Fett) und dem griechischen kinein (bewegen, anregen) zusammen. Adipokine wirken als Botenstoffe und beeinflussen zahlreiche Körperfunktionen, darunter Stoffwechsel, Entzündungsprozesse, Appetitregulation und die Funktion des Herzens sowie der Blutgefäße.
Das Fettgewebe wurde lange Zeit ausschließlich als passiver Energiespeicher betrachtet. Heute ist bekannt, dass es ein aktives endokrines Organ ist, das durch die Ausschüttung von Adipokinen weitreichenden Einfluss auf den gesamten Organismus ausübt.
Wichtige Adipokine und ihre Funktionen
Leptin
Leptin ist eines der bekanntesten Adipokine. Es wird proportional zur Fettmasse ausgeschüttet und wirkt im Gehirn – vor allem im Hypothalamus – als Sättigungssignal. Hohe Leptinspiegel hemmen den Appetit und regen den Energieverbrauch an. Bei Übergewicht kann eine sogenannte Leptinresistenz entstehen, bei der das Gehirn trotz hoher Leptinspiegel nicht ausreichend reagiert.
Adiponektin
Adiponektin hat entzündungshemmende und insulinsensibilisierende Eigenschaften. Es verbessert die Wirkung von Insulin und schützt die Blutgefäße. Im Gegensatz zu den meisten Adipokinen sind die Adiponektin-Spiegel bei übergewichtigen Personen häufig erniedrigt, was mit einem erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen assoziiert ist.
Resistin
Resistin fördert Insulinresistenz und Entzündungsreaktionen. Erhöhte Resistin-Spiegel werden mit dem metabolischen Syndrom, Typ-2-Diabetes und Atherosklerose in Verbindung gebracht.
Visfatin
Visfatin (auch bekannt als NAMPT) wird vor allem vom viszeralen Fettgewebe – dem Bauchfett – produziert. Es besitzt insulinähnliche Wirkungen und ist in entzündliche Prozesse involviert.
Chemerin
Chemerin reguliert die Differenzierung von Fettzellen und ist an Entzündungsreaktionen beteiligt. Erhöhte Chemerin-Spiegel werden mit Übergewicht, metabolischem Syndrom und entzündlichen Erkrankungen assoziiert.
Adipokine und Erkrankungen
Ein Ungleichgewicht in der Ausschüttung von Adipokinen – häufig bedingt durch übermäßiges Körperfett, insbesondere viszerales Fettgewebe – kann zur Entstehung und Verschlechterung verschiedener Erkrankungen beitragen:
- Typ-2-Diabetes mellitus: Verminderte Adiponektin- und erhöhte Resistin-Spiegel fördern Insulinresistenz.
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Proinflammatorische Adipokine begünstigen Atherosklerose und Bluthochdruck.
- Metabolisches Syndrom: Kombination aus Insulinresistenz, Bluthochdruck, erhöhten Blutfettwerten und Bauchfett, die durch Adipokin-Dysregulation mitverursacht wird.
- Chronische Entzündungen: Viele Adipokine wie TNF-alpha und Interleukin-6 (IL-6) fördern systemische Entzündungsprozesse.
- Nicht-alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD): Adipokine beeinflussen den Fettstoffwechsel in der Leber erheblich.
Klinische Bedeutung und Forschung
Die Erforschung von Adipokinen hat in den letzten Jahrzehnten erheblich zugenommen. Adipokine gelten als vielversprechende Biomarker für die Früherkennung und Verlaufsbeurteilung von Stoffwechselerkrankungen. Darüber hinaus werden sie als potenzielle Ansatzpunkte für neue medikamentöse Therapien untersucht. So könnte beispielsweise die gezielte Erhöhung des Adiponektin-Spiegels oder die Hemmung proinflammatorischer Adipokine künftig therapeutisch genutzt werden.
Regelmäßige körperliche Aktivität und eine ausgewogene Ernährung haben nachweislich positive Effekte auf das Adipokin-Profil: Sie senken proinflammatorische Adipokine und erhöhen protektive Signalmoleküle wie Adiponektin.
Quellen
- Ouchi N, Parker JL, Lugus JJ, Walsh K. Adipokines in inflammation and metabolic disease. Nature Reviews Immunology, 2011; 11(2): 85-97.
- Fasshauer M, Blüher M. Adipokines in health and disease. Trends in Pharmacological Sciences, 2015; 36(7): 461-470.
- World Health Organization (WHO). Obesity and overweight. Fact Sheet. Geneva: WHO, 2024. Verfügbar unter: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/obesity-and-overweight
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