Aspirin – Wirkung, Anwendung und Nebenwirkungen
Aspirin (Acetylsalicylsäure) ist ein weit verbreitetes Schmerz- und Fiebermittel mit entzündungshemmender Wirkung. Es wird auch zur Vorbeugung von Herzinfarkt und Schlaganfall eingesetzt.
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Aspirin (Acetylsalicylsäure) ist ein weit verbreitetes Schmerz- und Fiebermittel mit entzündungshemmender Wirkung. Es wird auch zur Vorbeugung von Herzinfarkt und Schlaganfall eingesetzt.
Was ist Aspirin?
Aspirin ist der Markenname für Acetylsalicylsäure (ASS), einen der bekanntesten und am häufigsten verwendeten Wirkstoffe der Welt. Es gehört zur Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) und wirkt gleichzeitig schmerzstillend, fiebersenkend, entzündungshemmend und – in niedrigen Dosen – blutverdünnend. Aspirin ist seit über 120 Jahren in der Medizin etabliert und gilt als eines der grundlegenden Medikamente der modernen Pharmakologie.
Wirkmechanismus
Aspirin hemmt das Enzym Cyclooxygenase (COX), und zwar sowohl COX-1 als auch COX-2. Diese Enzyme sind entscheidend für die Bildung von Prostaglandinen und Thromboxanen – Botenstoffen, die Schmerz, Entzündung und Fieber auslösen sowie die Blutgerinnung fördern.
- Schmerzlinderung: Durch die Hemmung der Prostaglandinsynthese werden Schmerzreize abgeschwächt.
- Fiebersenkung: Prostaglandine sind an der Entstehung von Fieber beteiligt. Aspirin blockiert diesen Prozess.
- Entzündungshemmung: Die Reduktion von Entzündungsmediatoren dämpft Entzündungsreaktionen im Körper.
- Thrombozytenaggregationshemmung: In niedriger Dosierung hemmt Aspirin irreversibel die Blutplättchenverklumpung, was das Risiko von Blutgerinnseln senkt.
Anwendungsgebiete
Schmerz und Fieber
Aspirin wird häufig bei leichten bis mittelschweren Schmerzen eingesetzt, darunter Kopfschmerzen, Zahnschmerzen, Muskelschmerzen und Menstruationsbeschwerden. Auch bei Fieber wird es als fiebersenkende Maßnahme verwendet.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen
In niedrigen Dosen (üblicherweise 75–100 mg täglich) wird Aspirin zur Sekundärprävention bei Patienten eingesetzt, die bereits einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten haben. Es verhindert die erneute Bildung von Blutgerinnseln in den Gefäßen.
Entzündliche Erkrankungen
Bei höheren Dosierungen kann Aspirin zur Behandlung entzündlicher Erkrankungen wie Rheuma oder Perikarditis (Herzbeutelentzündung) eingesetzt werden, wenngleich modernere NSAR hier häufig bevorzugt werden.
Dosierung
Die Dosierung von Aspirin hängt vom Anwendungszweck ab:
- Schmerzlinderung und Fieber: 500–1000 mg alle 4–6 Stunden (Erwachsene), maximal 3000–4000 mg pro Tag.
- Kardiovaskuläre Prävention: 75–100 mg einmal täglich (niedrige Dosis, Dauereinnahme unter ärztlicher Aufsicht).
- Entzündungshemmung: 3000–6000 mg täglich in aufgeteilten Dosen, nur unter ärztlicher Überwachung.
Aspirin sollte bei Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren aufgrund des Risikos des Reye-Syndroms nicht bei fieberhaften Erkrankungen eingesetzt werden.
Nebenwirkungen
Aspirin ist im Allgemeinen gut verträglich, kann jedoch Nebenwirkungen verursachen:
- Magen-Darm-Beschwerden: Übelkeit, Sodbrennen, Magenschmerzen und – bei längerer Einnahme – Magengeschwüre oder Magenblutungen.
- Blutungsrisiko: Durch die gerinnungshemmende Wirkung kann das Blutungsrisiko erhöht sein, insbesondere bei Operationen oder Verletzungen.
- Überempfindlichkeitsreaktionen: Selten können allergische Reaktionen, Asthmaanfälle (sogenanntes Analgetika-Asthma) oder Hautreaktionen auftreten.
- Nierenfunktion: Bei längerer Einnahme hoher Dosen kann die Nierenfunktion beeinträchtigt werden.
- Reye-Syndrom: Ein seltenes, aber schwerwiegendes Risiko bei Kindern und Jugendlichen in Verbindung mit Viruserkrankungen.
Wechselwirkungen
Aspirin kann mit verschiedenen anderen Medikamenten in Wechselwirkung treten:
- Antikoagulanzien (z. B. Warfarin): Erhöhtes Blutungsrisiko.
- Andere NSAR (z. B. Ibuprofen): Verstärkte Nebenwirkungen, besonders auf den Magen-Darm-Trakt.
- Methotrexat: Erhöhte Toxizität durch verminderte Ausscheidung.
- Antidiabetika: Aspirin kann den blutzuckersenkenden Effekt verstärken.
Gegenanzeigen
Aspirin sollte nicht eingenommen werden bei:
- Bekannter Überempfindlichkeit gegen Salicylate oder andere NSAR
- Aktiven Magengeschwüren oder gastrointestinalen Blutungen
- Schwerer Nieren- oder Leberfunktionsstörung
- Kindern unter 16 Jahren bei Viruserkrankungen
- Im letzten Drittel der Schwangerschaft
Quellen
- World Health Organization (WHO) – Model List of Essential Medicines, 23rd Edition (2023). Verfügbar unter: https://www.who.int/publications/i/item/WHO-MHP-HPS-EML-2023.02
- Patrono C. et al. – Platelet activation and atherothrombosis. New England Journal of Medicine, 2017; 376:1348–1360.
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) – Fachinformation Acetylsalicylsäure. Verfügbar unter: https://www.bfarm.de
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