Azithromycin – Antibiotikum aus der Makrolid-Gruppe
Azithromycin ist ein Breitband-Antibiotikum aus der Gruppe der Makrolide, das zur Behandlung bakterieller Infektionen eingesetzt wird.
Tipps & Infos zu Gesundheitsthemen Tipps & Infos zu GesundheitsthemenWissenswertes über "Azithromycin"
Azithromycin ist ein Breitband-Antibiotikum aus der Gruppe der Makrolide, das zur Behandlung bakterieller Infektionen eingesetzt wird.
Was ist Azithromycin?
Azithromycin ist ein verschreibungspflichtiges Antibiotikum aus der Klasse der Makrolide. Es wirkt gegen eine Vielzahl von Bakterien und wird zur Behandlung unterschiedlicher Infektionskrankheiten eingesetzt. Azithromycin wurde in den 1980er Jahren entwickelt und ist heute eines der weltweit am häufigsten verschriebenen Antibiotika.
Indikationen – Wann wird Azithromycin eingesetzt?
Azithromycin wird bei verschiedenen bakteriellen Infektionen angewendet, darunter:
- Atemwegsinfektionen: Bronchitis, ambulant erworbene Lungenentzündung (Pneumonie), Sinusitis
- Hals-Nasen-Ohren-Infektionen: Mittelohrentzündung (Otitis media), Rachenentzündung (Pharyngitis), Mandelentzündung (Tonsillitis)
- Hautinfektionen: Weichteilinfektionen durch empfindliche Erreger
- Sexuell übertragbare Infektionen: Chlamydien-Infektionen, Gonorrhoe (in Kombination mit anderen Mitteln)
- Mageninfektionen: Helicobacter-pylori-Eradikation (in Kombination)
Wirkmechanismus
Azithromycin hemmt die bakterielle Proteinsynthese, indem es reversibel an die 50S-Untereinheit des bakteriellen Ribosoms bindet. Dadurch wird die Translokation von Aminosäureketten blockiert und die Vermehrung der Bakterien gestoppt. Azithromycin wirkt vorwiegend bakteriostatisch (wachstumshemmend), kann aber in hohen Konzentrationen auch bakterizid (abtötend) wirken.
Ein besonderes Merkmal von Azithromycin ist seine sehr lange Halbwertszeit von etwa 68 Stunden. Dies ermöglicht eine einmal tägliche Einnahme über nur 3–5 Tage, während die Wirkung im Gewebe noch deutlich länger anhält.
Dosierung und Anwendung
Azithromycin ist in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich: als Tabletten (250 mg, 500 mg), Suspension (für Kinder) und als Infusionslösung (für stationäre Behandlungen). Die genaue Dosierung richtet sich nach dem Alter des Patienten, der Art der Infektion und dem verordnenden Arzt. Typische Dosierungsschemata sind:
- Erwachsene: 500 mg einmal täglich über 3 Tage, oder 500 mg am ersten Tag, gefolgt von 250 mg an den Tagen 2–5
- Kinder: Dosierung nach Körpergewicht, in der Regel als Suspension
Azithromycin kann mit oder ohne Nahrung eingenommen werden, da die Nahrungsaufnahme die Resorption bei Tabletten nicht wesentlich beeinflusst.
Nebenwirkungen
Wie alle Arzneimittel kann Azithromycin Nebenwirkungen verursachen. Häufig auftretende Nebenwirkungen sind:
- Magen-Darm-Beschwerden: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen
- Kopfschmerzen und Schwindel
- Veränderungen des Geschmacksempfindens
Seltenere, aber schwerwiegendere Nebenwirkungen umfassen:
- Herzrhythmusstörungen (QT-Verlängerung im EKG) – besonders bei Patienten mit Vorerkrankungen am Herzen
- Allergische Reaktionen bis hin zum anaphylaktischen Schock
- Leberfunktionsstörungen
- Clostridioides-difficile-assoziierte Kolitis (Darmentzündung durch Veränderung der Darmflora)
Wechselwirkungen und Gegenanzeigen
Azithromycin kann mit verschiedenen Medikamenten wechselwirken. Besondere Vorsicht ist geboten bei gleichzeitiger Einnahme von:
- Antiarrhythmika (z. B. Amiodaron) – erhöhtes Risiko für Herzrhythmusstörungen
- Antazida mit Aluminium oder Magnesium – können die Aufnahme von Azithromycin verringern
- Warfarin und anderen Gerinnungshemmern – mögliche Verstärkung der blutgerinnungshemmenden Wirkung
Azithromycin sollte nicht angewendet werden bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Azithromycin, anderen Makrolid-Antibiotika oder einem der sonstigen Bestandteile des Präparats. Bei schwerer Leberinsuffizienz ist Vorsicht geboten.
Resistenzen
Durch den häufigen Einsatz von Azithromycin haben in den letzten Jahren Resistenzen bei verschiedenen Bakterienarten zugenommen. Um Resistenzentwicklungen zu verhindern, sollte Azithromycin nur bei nachgewiesenen oder sehr wahrscheinlichen bakteriellen Infektionen eingesetzt und die Therapie stets vollständig abgeschlossen werden.
Quellen
- World Health Organization (WHO): WHO Model List of Essential Medicines, 23rd Edition (2023). Verfügbar unter: https://www.who.int/publications/i/item/WHO-MHP-HPS-EML-2023.02
- Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP): S3-Leitlinie ambulant erworbene Pneumonie, AWMF-Register Nr. 020-020 (2021).
- Zhanel GG et al.: A critical review of the pharmacokinetics, pharmacodynamics, and clinical applications of azithromycin. Drugs. 2023;83(4):277-319.
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