Antipyretisch – Bedeutung, Wirkstoffe & Anwendung
Antipyretisch bedeutet fiebersenkend. Antipyretische Mittel werden eingesetzt, um erhöhte Körpertemperatur zu senken und das Wohlbefinden bei Fieber zu verbessern.
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Antipyretisch bedeutet fiebersenkend. Antipyretische Mittel werden eingesetzt, um erhöhte Körpertemperatur zu senken und das Wohlbefinden bei Fieber zu verbessern.
Was bedeutet antipyretisch?
Antipyretisch leitet sich vom griechischen Wort anti (gegen) und pyretos (Fieber) ab und bedeutet schlicht fiebersenkend. Der Begriff beschreibt eine Eigenschaft von Substanzen, Medikamenten oder therapeutischen Maßnahmen, die darauf abzielen, eine erhöhte Körpertemperatur (Fieber) zu senken. Stoffe mit antipyretischer Wirkung werden als Antipyretika bezeichnet.
Wirkmechanismus
Fieber entsteht, wenn das Immunsystem auf Infektionen oder Entzündungen reagiert. Dabei werden im Körper sogenannte Pyrogene freigesetzt – Botenstoffe wie Interleukin-1 oder Tumornekrosefaktor-alpha – die die Bildung von Prostaglandin E2 im Hypothalamus anregen. Der Hypothalamus ist das Wärmeregulationszentrum im Gehirn. Prostaglandin E2 erhöht den Sollwert der Körpertemperatur, was zu Fieber führt.
Antipyretisch wirkende Substanzen hemmen in der Regel die Enzyme Cyclooxygenase-1 (COX-1) und Cyclooxygenase-2 (COX-2), die für die Prostaglandinsynthese verantwortlich sind. Durch die Hemmung dieser Enzyme sinkt die Prostaglandinproduktion, der Temperatursollwert im Hypothalamus normalisiert sich, und die Körpertemperatur sinkt.
Wichtige antipyretische Wirkstoffe
Paracetamol (Acetaminophen)
Paracetamol ist eines der am häufigsten verwendeten Antipyretika. Es wirkt fiebersenkend und schmerzlindernd, hat jedoch kaum entzündungshemmende Eigenschaften. Es wird als gut verträglich eingestuft und ist sowohl für Erwachsene als auch für Kinder geeignet, sofern die empfohlene Dosierung eingehalten wird.
Ibuprofen
Ibuprofen gehört zur Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) und wirkt antipyretisch, analgetisch (schmerzlindernd) und antiphlogistisch (entzündungshemmend). Es ist ebenfalls für Erwachsene und Kinder ab einem bestimmten Alter zugelassen.
Acetylsalicylsäure (ASS)
Acetylsalicylsäure (z. B. Aspirin) ist ein weiteres NSAR mit antipyretischer Wirkung. Bei Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren sollte es wegen des Risikos des Reye-Syndroms nicht zur Fieberbehandlung eingesetzt werden.
Metamizol
Metamizol (Novaminsulfon) ist ein starkes Antipyretikum und Analgetikum, das in Deutschland verschreibungspflichtig ist. Es wird vor allem bei hartnäckigem Fieber eingesetzt, das auf andere Mittel nicht anspricht.
Wann werden Antipyretika eingesetzt?
Nicht jedes Fieber muss sofort gesenkt werden. Leichtes Fieber (bis ca. 38,5 °C) kann als natürliche Immunantwort des Körpers sinnvoll sein und sollte nicht grundsätzlich unterdrückt werden. Antipyretika werden empfohlen, wenn:
- die Körpertemperatur über 38,5 °C steigt und das Wohlbefinden stark beeinträchtigt ist,
- Fieber bei Säuglingen, Kleinkindern oder immungeschwächten Personen auftritt,
- Fieberkrämpfe in der Vorgeschichte bekannt sind,
- Grunderkrankungen des Herzens oder anderer Organe vorliegen, die durch Fieber belastet werden könnten.
Nicht-medikamentöse antipyretische Maßnahmen
Neben Medikamenten gibt es auch nicht-pharmakologische Maßnahmen mit leichter antipyretischer Wirkung:
- Kühle Wadenwickel (Wasser ca. 20–25 °C)
- Ausreichende Flüssigkeitszufuhr
- Leichte, luftige Kleidung und kühle Raumtemperatur
Diese Maßnahmen können medikamentöse Behandlungen ergänzen, ersetzen sie jedoch nicht bei hohem Fieber.
Nebenwirkungen und Risiken
Antipyretika sind bei bestimmungsgemäßer Anwendung in der Regel sicher. Dennoch können bei unsachgemäßem Gebrauch Nebenwirkungen auftreten:
- Paracetamol: Leberschäden bei Überdosierung
- Ibuprofen / ASS: Magenreizung, Magenblutungen, Nierenfunktionsstörungen bei Langzeitgebrauch
- Metamizol: Selten, aber schwerwiegend: Agranulozytose (Abfall der weißen Blutkörperchen)
Quellen
- World Health Organization (WHO): Management of fever in children. WHO Guidelines, Genf.
- Mutschler E. et al.: Mutschler Arzneimittelwirkungen – Pharmakologie, Klinische Pharmakologie, Toxikologie. 11. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 2020.
- Pschyrembel Klinisches Wörterbuch. 268. Auflage. De Gruyter, Berlin, 2020.
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