Anabol – Bedeutung, Hormone & Risiken
Anabol bezeichnet Stoffwechselprozesse, bei denen der Körper Gewebe aufbaut, insbesondere Muskelmasse. Anabole Substanzen fördern diesen Aufbau gezielt.
Tipps & Infos zu Gesundheitsthemen Tipps & Infos zu GesundheitsthemenWissenswertes über "Anabol"
Anabol bezeichnet Stoffwechselprozesse, bei denen der Körper Gewebe aufbaut, insbesondere Muskelmasse. Anabole Substanzen fördern diesen Aufbau gezielt.
Was bedeutet anabol?
Anabol beschreibt alle biochemischen Prozesse im Körper, die dem Aufbau von Körpergewebe dienen – im Gegensatz zu katabolen Prozessen, die dem Abbau dienen. Der Begriff stammt aus dem Griechischen (anabole = Aufstieg, Aufbau) und ist ein zentrales Konzept in der Biochemie, Sportmedizin und Pharmakologie. Anabole Vorgänge sind lebensnotwendig: Sie ermöglichen Wachstum, Reparatur von Gewebe und die Bildung von Proteinen, Hormonen sowie anderen körpereigenen Strukturen.
Anabolismus im Stoffwechsel
Der Anabolismus ist eine der beiden Seiten des Stoffwechsels (Metabolismus). Er umfasst alle Reaktionen, bei denen aus einfachen Molekülen komplexe Strukturen aufgebaut werden. Dazu zählen:
- Proteinsynthese: Aufbau von Muskelproteinen aus Aminosäuren
- Glykogensynthese: Speicherung von Glukose als Glykogen in Leber und Muskeln
- Lipogenese: Bildung von Fettsäuren und Speicherfett
- Zellwachstum und Zellteilung: Aufbau neuer Zellen und Gewebe
Anabole Prozesse erfordern Energie, die in Form von ATP (Adenosintriphosphat) bereitgestellt wird.
Anabole Hormone
Bestimmte Hormone fördern natürlicherweise anabole Prozesse im Körper:
- Testosteron: Das wichtigste anabole Sexualhormon, fördert Muskelaufbau und Knochendichte
- Wachstumshormon (HGH): Stimuliert Zellwachstum und Gewebereparatur
- Insulin: Fördert die Aufnahme von Glukose und Aminosäuren in die Zellen
- IGF-1 (Insulin-ähnlicher Wachstumsfaktor 1): Unterstützt Muskel- und Knochenwachstum
Anabole Steroide und Anabolika
Anabole Steroide (umgangssprachlich: Anabolika) sind synthetisch hergestellte Substanzen, die die Wirkung von Testosteron nachahmen. Sie werden medizinisch eingesetzt bei:
- Muskelschwund (z. B. bei chronischen Erkrankungen oder nach Operationen)
- Verzögerter Pubertätsentwicklung
- Bestimmten Formen der Anämie
- Osteoporose (in einigen Ländern)
Im Sport werden anabole Steroide missbräuchlich eingesetzt, um Muskelmasse und Leistung zu steigern. Dies ist im Leistungssport verboten und kann erhebliche gesundheitliche Risiken mit sich bringen.
Risiken und Nebenwirkungen anaboler Steroide
Der unsachgemäße oder missbräuchliche Einsatz anaboler Steroide kann zu schwerwiegenden Nebenwirkungen führen:
- Herzkreislaufschäden: Herzvergrößerung, erhöhtes Herzinfarktrisiko, Bluthochdruck
- Leberschäden: Insbesondere bei oraler Einnahme
- Hormonelle Störungen: Hodenatrophie, Unfruchtbarkeit, Gynäkomastie (Brustentwicklung beim Mann)
- Psychische Auswirkungen: Aggressivität, Stimmungsschwankungen, Abhängigkeit
- Bei Jugendlichen: Vorzeitiger Wachstumsstopp durch verfrühten Schluss der Wachstumsfugen
- Bei Frauen: Vermännlichungserscheinungen (Virilisierung), Zyklusstörungen
Anabole Ernährung und Sport
Im Sport- und Fitnessbereich wird der Begriff anabol häufig im Zusammenhang mit muskelaufbaufördernden Maßnahmen verwendet. Dazu zählen:
- Ausreichende Proteinzufuhr (ca. 1,6–2,2 g pro kg Körpergewicht pro Tag bei Kraftsport)
- Kalorienüberschuss zur Unterstützung des Muskelaufbaus
- Krafttraining als stärkster natürlicher Anabolismus-Stimulus
- Ausreichend Schlaf, da Wachstumshormon hauptsächlich im Schlaf ausgeschüttet wird
Anabolismus und Katabolismus im Gleichgewicht
Ein gesunder Stoffwechsel erfordert das Gleichgewicht zwischen Anabolismus und Katabolismus. Überwiegt der Anabolismus, wächst Gewebe (z. B. Muskelaufbau, Fettansammlung). Überwiegt der Katabolismus, wird Gewebe abgebaut – dies kann bei Krankheit, Unterernährung oder intensivem Ausdauersport auftreten. Ziel einer gesunden Lebensweise ist es, dieses Gleichgewicht je nach individuellem Bedarf zu optimieren.
Quellen
- Lüllmann, H., Mohr, K., Wehling, M. (2016). Pharmakologie und Toxikologie. Georg Thieme Verlag.
- World Health Organization (WHO): Substance Abuse – Anabolic Steroids. Verfügbar unter: https://www.who.int
- Hartgens, F., Kuipers, H. (2004). Effects of androgenic-anabolic steroids in athletes. Sports Medicine, 34(8), 513–554. PubMed PMID: 15248788.
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