Acylglycerol: Definition, Funktion und Bedeutung
Acylglycerol ist eine Verbindung aus Glycerin und Fettsäuren und gehört zu den wichtigsten Nahrungsfetten. Es kommt in Mono-, Di- und Triglycerid-Form vor.
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Acylglycerol ist eine Verbindung aus Glycerin und Fettsäuren und gehört zu den wichtigsten Nahrungsfetten. Es kommt in Mono-, Di- und Triglycerid-Form vor.
Was ist Acylglycerol?
Acylglycerol ist ein Sammelbegriff für chemische Verbindungen, die aus dem dreiwertigen Alkohol Glycerin und einer oder mehreren Fettsäuren (Acylgruppen) bestehen. Je nach Anzahl der gebundenen Fettsäuren unterscheidet man zwischen Monoacylglycerolen (eine Fettsäure), Diacylglycerolen (zwei Fettsäuren) und Triacylglycerolen (drei Fettsäuren). Triacylglycerol, auch als Triglycerid bekannt, ist die häufigste Form und macht den Großteil der Nahrungsfette sowie der körpereigenen Fettspeicher aus.
Chemische Struktur und Einteilung
Die Grundstruktur aller Acylglycerol-Verbindungen basiert auf dem Glycerol-Molekül, das drei Hydroxylgruppen besitzt. An diese Gruppen können Fettsäuren über eine sogenannte Esterbindung geknüpft werden:
- Monoacylglycerol (MAG): Eine Fettsäure ist an eine der drei Hydroxylgruppen des Glycerins gebunden.
- Diacylglycerol (DAG): Zwei Fettsäuren sind an zwei Hydroxylgruppen gebunden.
- Triacylglycerol (TAG): Alle drei Hydroxylgruppen sind mit Fettsäuren verestert. Dies ist die häufigste Form in Nahrungsmitteln und im menschlichen Körper.
Biologische Funktionen
Acylglycerol-Verbindungen erfüllen im menschlichen Körper mehrere wichtige Aufgaben:
- Energiespeicherung: Triacylglycerine sind die wichtigste Form der Energiespeicherung im Fettgewebe. Ein Gramm Fett liefert etwa 9 Kilokalorien und damit mehr als doppelt so viel Energie wie Kohlenhydrate oder Proteine.
- Energielieferant: Bei Bedarf werden Triacylglycerine durch Lipasen (fettspaltende Enzyme) in Glycerin und freie Fettsäuren aufgespalten und zur Energiegewinnung genutzt.
- Signalmolekül: Diacylglycerol (DAG) wirkt als wichtiges intrazelluläres Signalmolekül. Es aktiviert die Proteinkinase C, die an zahlreichen Signalwegen beteiligt ist.
- Membranbaustein: Acylglycerol-Derivate sind Vorstufen von Phospholipiden, die als wesentliche Bestandteile aller Zellmembranen dienen.
- Transport von Fettsäuren: Monoacylglycerol spielt eine zentrale Rolle bei der Fettresorption im Dünndarm.
Vorkommen in der Nahrung
Acylglycerine kommen in nahezu allen fetthaltigen Lebensmitteln vor, sowohl tierischen als auch pflanzlichen Ursprungs:
- Pflanzliche Öle (z. B. Olivenöl, Rapsöl, Sonnenblumenöl)
- Tierische Fette (z. B. Butter, Schmalz, Fleisch)
- Milchprodukte (z. B. Käse, Joghurt, Sahne)
- Nüsse und Samen
- Avocados und Kokosnussprodukte
Monoacylglycerol und Diacylglycerol werden in der Lebensmittelindustrie zudem als Emulgatoren eingesetzt, beispielsweise als Lebensmittelzusatzstoff E471 (Mono- und Diglyceride von Speisefettsäuren).
Stoffwechsel und Verdauung
Bei der Verdauung werden Nahrungsfette (vor allem Triacylglycerine) im Dünndarm durch das Enzym Pankreaslipase zu Monoacylglycerolen und freien Fettsäuren abgebaut. Diese werden dann über die Darmschleimhaut aufgenommen, in den Darmzellen wieder zu Triacylglycerinen zusammengesetzt und in sogenannten Chylomikronen über die Lymphe in den Blutkreislauf transportiert.
Im Blut werden Triacylglycerine als Teil verschiedener Lipoproteine (z. B. VLDL, LDL) transportiert und in unterschiedliche Organe geliefert. Erhöhte Blutfettwerte (Hypertriglyceridämie) können das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Bauchspeicheldrüsenentzündungen erhöhen.
Klinische Bedeutung
Der Triacylglycerol-Spiegel im Blut wird routinemäßig als Teil des Lipidprofils gemessen. Erhöhte Werte können auf folgende Erkrankungen oder Risikofaktoren hinweisen:
- Metabolisches Syndrom
- Typ-2-Diabetes mellitus
- Adipositas (Fettleibigkeit)
- Alkoholmissbrauch
- Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion)
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und kardiologische Fachgesellschaften empfehlen, den Triglyceridspiegel im Nüchternblut unter 150 mg/dl (1,7 mmol/l) zu halten. Therapeutisch kommen diätetische Maßnahmen, körperliche Aktivität sowie bei Bedarf Medikamente wie Fibrate oder Omega-3-Fettsäurepräparate zum Einsatz.
Quellen
- Berg, J. M., Tymoczko, J. L., Stryer, L. - Biochemie. 8. Auflage, Springer Spektrum, 2018.
- World Health Organization (WHO) - Cardiovascular diseases: prevention and control. WHO Technical Report, Genf.
- Müller, M. J., Trautwein, E. A. - Ernährungsmedizin: Prävention und Therapie. Springer Verlag, 2020.
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