Alaun – Wirkung, Anwendung und Sicherheit
Alaun ist eine natürliche Mineralverbindung mit adstringierender Wirkung. Er wird in der Medizin, Kosmetik und Lebensmittelverarbeitung eingesetzt.
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Alaun ist eine natürliche Mineralverbindung mit adstringierender Wirkung. Er wird in der Medizin, Kosmetik und Lebensmittelverarbeitung eingesetzt.
Was ist Alaun?
Alaun (chemisch: Kaliumaluminiumsulfat, KAl(SO₄)₂·12H₂O) ist ein wasserlösliches Doppelsalz aus der Gruppe der Sulfate. Er kommt in der Natur als Mineral vor und wird auch synthetisch hergestellt. Am häufigsten verwendet wird Kaliumalaun, daneben existieren Varianten wie Ammoniumalaun oder Chromalaun. Alaun besitzt eine ausgeprägte adstringierende (zusammenziehende) Wirkung auf Gewebe und Schleimhäute, was seinen vielseitigen Einsatz in Medizin, Kosmetik und Industrie erklärt.
Zusammensetzung und Eigenschaften
Alaun bildet farblose, kristalline Feststoffe und löst sich gut in Wasser. Seine wichtigsten chemischen Eigenschaften sind:
- Adstringierende Wirkung: Alaun verengt Poren und Blutgefäße durch Proteindenaturierung an der Gewebeoberfläche.
- Antimikrobielle Wirkung: Er hemmt das Wachstum von Bakterien und Pilzen.
- Hämostatische Wirkung: Alaun fördert die Blutgerinnung und stoppt kleinere Blutungen.
- Geruchshemmende Wirkung: Durch Reduktion der Bakterienaktivität wirkt er desodorierend.
Medizinische und kosmetische Anwendungen
Wundversorgung und Blutstillung
Alaun wird traditionell zur Blutstillung bei kleinen Schnittwunden verwendet, zum Beispiel nach dem Rasieren. Sogenannte Alaunsteine (Rasier-Alaunsteine) werden direkt auf die Wunde aufgetragen und stoppen die Blutung durch ihre hämostatische Wirkung.
Antitranspirant und Deodorant
In natürlichen Deodorants und Antitranspirantien wird Alaun als wirksamer Ersatz zu synthetischen Aluminiumchlorid-Verbindungen eingesetzt. Er reduziert Schweiß und hemmt geruchsbildende Bakterien, ohne die Poren dauerhaft zu verstopfen.
Mund- und Zahnpflege
Aufgrund seiner adstringierenden und antimikrobiellen Eigenschaften findet Alaun Anwendung in Mundwässern und bei der Behandlung von leichten Zahnfleischentzündungen (Gingivitis). Er festigt das Zahnfleischgewebe und kann Bakterienwachstum im Mundraum hemmen.
Hautpflege und Dermatologie
Alaun wird bei übermäßigem Schwitzen (Hyperhidrose), Akne und unreiner Haut eingesetzt. Seine porenverengende Wirkung macht ihn zu einem beliebten Inhaltsstoff in Gesichtswässern und Tonics.
Einsatz in der Lebensmittelverarbeitung
In der Lebensmittelindustrie ist Alaun als Lebensmittelzusatzstoff E520 (Aluminiumsulfat) zugelassen. Er dient als Festigungsmittel, beispielsweise bei der Herstellung von eingelegten Gurken oder Maraschino-Kirschen, um die Knackigkeit zu erhalten. In manchen Ländern wird er auch als Backtriebmittel verwendet. In der Europäischen Union ist sein Einsatz in Lebensmitteln streng reguliert.
Sicherheit und Risiken
Alaun gilt bei äußerlicher Anwendung in normalen Mengen als sicher. Bei übermäßiger oder langfristiger Anwendung können jedoch folgende Risiken auftreten:
- Hautreizungen: Bei empfindlicher Haut kann Alaun zu Rötungen oder Reizungen führen.
- Aluminiumbelastung: Bei regelmäßiger Aufnahme über Lebensmittel oder Kosmetika wird eine mögliche systemische Aluminiumbelastung diskutiert. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat hierzu Grenzwerte festgelegt.
- Augenreizung: Direkter Kontakt mit den Augen sollte vermieden werden.
- Verschlucken: Größere Mengen Alaun sollten nicht eingenommen werden, da dies zu Magen-Darm-Beschwerden führen kann.
Quellen
- Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA): Scientific opinion on the re-evaluation of aluminium-containing food additives. EFSA Journal, 2011.
- World Health Organization (WHO): Aluminium in drinking-water. Background document for development of WHO Guidelines for Drinking-water Quality. WHO/SDE/WSH/03.04/53, 2003.
- Martindale – The Complete Drug Reference. Pharmaceutical Press, 38. Auflage, 2014.
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